Handball-Verbandsliga der Männer

„Schwäne“ siegen im Schongang

Nächster Schritt für die HSG Schwanewede/Neuenkirchen Richtung Meisterschaft: Gegen den TV Langen gab es einen ungefährdeten 28:14-Auswärtssieg.
07.04.2019, 19:27
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Von Olaf Kowalzik
„Schwäne“ siegen im Schongang

Niklas Mechau (am Ball) hatte zuletzt weniger Spielanteile. Mit seinen sieben Treffern tankte der Schwaneweder nun gegen den TV Langen Selbstvertrauen.

Olaf Kowalzik

Schwanewede. Marcus Helmke befand sich nach dem 28:14 (14:7)-Auswärtssieg in der Handball-Verbandsliga über den TV Langen auf Wolke Sieben. „Was mich dieses Team noch einmal erfahren lässt, ist ein Traum“, strahlte der Torwart der HSG Schwanewede/Neuenkirchen überglücklich.

Eine Viertelstunde vor Schluss war „der Alte“, wie er sich selbst schelmisch bezeichnet, zwischen die Pfosten gegangen und entnervte den Gastgeber sofort mit haufenweise Paraden. „Das war einfach der Hammer“, lobte ihn sein Trainer Andreas Szwalkiewicz und tippte, als ob es überhaupt noch einer Bestätigung bedurfte, auf den Statistik-Bogen. Über 80 Prozent der gegnerischen Würfe hatte Marcus Helmke zunichte gemacht und damit lediglich vier Gegentore kassiert – eine traumhafte Quote. „Ich fühle mich wie auf einer Reise, bin für jede Sekunde dankbar“, fuhr der 45-Jährige fort.

Langen und er scheinen zumindest aus seiner Sicht eine besondere gute Beziehung zu entwickeln. Denn vor 21 Wochen gab der Mann mit der markanten kurzen Hose nach einer fünfjährigen Spielpause seinen Einstand zwischen den „Schwäne“-Pfosten gegen just diesen Gegner. Und diesmal stand er sogar so lange im sechs Quadratmeter großen Arbeitsbereich – wie in dieser Saison noch nie.

Zuvor hatte Platzhirsch René Steffens ebenfalls einen überzeugenden Eindruck hinterlassen. Damit wurde der Respekt des HSG-Coaches Andreas Szwalkiewicz vor diesem Spiel im Handumdrehen pulverisiert. Er hatte im Vorfeld befürchtet, dass seine Mannschaft die Spannung nach dem Topspiel gegen Elsfleth mit dem frühzeitig geschafften Aufstieg vielleicht nicht lange genug hochhalten könnte. Nichts da! Seine Mannschaft setzte sich gegen den personell geschwächten Gegner nach dem 6:4 auf 9:4 ab und baute den Vorsprung durch den Treffer von Torben Pilger auf 14:6 aus (27.). Danach ließ es der Spitzenreiter vor 37 mitgereisten Anhängern deutlich ruhiger angehen und zeigte eine qualitativ eher magere Vorstellung.

Auch Jannis Molzahn glänzt

Bei den „Schwänen“ schloss Mirko Ahrens im Abwehrzentrum die Lücke des verletzten Niels Huckschlag mit einer soliden Verteidigungsleistung. Der Teamkapitän übernahm auch im Angriff dessen Spielmacher-rolle. Neben ihm griff Niklas Mechau ab Mitte der ersten Hälfte auf Halblinks an und überzeugte dort mit sieben Toren. „Damit hat er einiges an Selbstvertrauen getankt“, freute sich Andreas Szwalkiewicz über die gute Leistung des großen Blonden, der zuletzt eher selten zum Zug gekommen war. Auch Jannis Molzahn hinterließ in der Abwehr einen überzeugenden Eindruck.

Im zweiten Durchgang verfolgte der Trainer der HSG Schwanewede/Neuenkirchen weiter seine Linie, wechselte munter durch und ließ selbst seinen Top-Torjäger Karlo Oroz für längere Zeit auf der Bank sitzen. „Das kennt der gar nicht“, schmunzelte Szwalkiewicz. „Karlo ist dadurch so wenig ausgelastet, dass er nach dem Spiel bestimmt noch eine Extra-Runde laufen geht“, witzelte er.

Letztlich gaben sich die Gäste gegen das Team ihres Ex-Trainers Malte Waldow auch so keine Blöße mehr. Der musste unter anderem auf Leistungsträger – wie den ehemaligen „Schwäne“-Kreisläufer Lino Hintke verzichten – sodass den Gästen eine bestenfalls durchschnittliche Vorstellung zum Sieg reichte. Die schalteten nach dem 23:10 von Niklas Mechau allmählich ein paar Gänge zurück und trafen in den verbliebenen 14 Minuten vor den Toren Bremerhavens nur noch magere fünfmal ins Schwarze. Andreas Szwalkiewicz ließ in diesem Fall jedoch Fünfe gerade sein. „Den Spannungsabfall am Ende kann man keinem verdenken. Wer Meister werden will, muss auch solche Spiele gewinnen“, schloss er dennoch zufrieden ab.

Weitere Informationen

Verbandsliga Männer

TV Langen – HSG Schwanewede/N. 14:28 (7:14)

HSG Schwanewede/Neuenkirchen: Steffens, Helmke; Ahrens (1), Paltinat (1), Helfers (2), Hartwich, Molzahn (1), Mechau (7), Blum (7), Oroz (7/4), Pilger (2)

Siebenmeter: 5/3 – 4/4

Zeitstrafen: 3 – 3 ELO

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