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Geglückter Imagewandel des SV Aschwarden

Früher eilte dem SV Aschwarden der Ruf einer „Tretertruppe“ voraus. Jetzt ist der Fußball-Kreisligist die fairste Mannschaft im Kreis Osterholz.
27.04.2020, 09:04
Lesedauer: 3 Min
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Von Reiner Tienken
Geglückter Imagewandel des SV Aschwarden

Daniel Bolte (rechts, hier im Zweikampf mit Worpswedes Amid Fadika) ist mit dem SV Aschwarden das mit Abstand fairste Team im Fußball-Kreisverband Osterholz.

Tobias Dohr

Aschwarden. Uwe Hotes sieht seine Mission auf einem sehr guten Weg. Dem Vereinsvorsitzenden des SV Aschwarden liegen seit Jahren Anstand und Disziplin auf den Fußballplätzen am Herzen. Das Paradebeispiel dafür liefert in der Spielzeit 2019/20 die erste Herrenmannschaft ab. Das Team von Trainer Sven Sohn belegt in der Fairness-Rangliste auf Niedersachsenebene einen hervorragenden 13. Platz unter 954 Mannschaften aus 64 Staffeln und 33 Kreisen.

„Wir wollen auch am Image arbeiten. Die Fairness hat sich langsam aber sicher im Jugendbereich gefestigt. Auch im Herrenbereich“, erklärt Uwe Hotes. Der SV Aschwarden kassierte in seinen 16 Punktspielen der Fußball-Kreisliga Osterholz 16 Gelbe Karten. Damit sind die Deich-Kicker um Betreuer Karsten Pfeiffer die klare Nummer eins unter den OHZ-Teams. Für den Kapitän ist der Achtungserfolg in der Disziplinwertung ein schöner Nebeneffekt der Saison. „Das hätte es zu früheren Zeiten, glaube ich, nicht gegeben. Man kennt ja schon eigentlich jeden Schiedsrichter im Kreis und weiß meistens, wie sie sich verhalten und mit was für einer Handhabung sie ans Spiel herangehen. Natürlich gibt uns unser Trainer immer vor Spielbeginn mit auf den Weg, wie wir uns verhalten sollen“, erläutert SVA-Akteur Daniel Bolte.

Sechs der insgesamt 16 Meisterschaftsspiele überstanden die Rot-Schwarzen ohne eine einzige Karte. Die im Schnitt wenigen persönlichen Strafen beruhen für so manchen Spieler auf einer guten Antizipation auf dem Platz. „Ein Grund für unsere geringe Kartenanzahl ist, dass die meisten Spieler in den Zweikämpfen ein gutes Timing besitzen und daher faire Zweikämpfe führen. Außerdem trichtert uns unser Coach immer ein, Wortwechsel und Diskussionen mit dem Schiedsrichter zu unterlassen“, erzählt SVA-Akteur Rene Nowak.

Für Thorsten Vethacke, den Neuzugang vom FC Hansa Schwanewede, ist sogar noch Potenzial nach oben vorhanden. „Ich würde sagen, wir spielen zwar hart, aber fair. Aber wir sind manchmal nicht clever genug“, findet er. Die Appelle des Vereinsvorsitzenden und des Trainers, sich auch in Stresssituationen auf dem Platz im Griff zu haben, stießen bei der Mannschaft jedenfalls auf offene Ohren. „Weil wir versuchen, es immer sportlich und fair zu lösen, anstatt taktisch Foul zu spielen oder grob über die Stränge zu schlagen. Dies zeigt auch einfach, was wir Aschwardener für dufte und besonnene Fußballer sind“, meint bezieht Torwart Jannis Zinke. Coach Sven Sohn freut es, dass seine Mannschaft den Fair-Play-Gedanken hoch hält. „Die Spieler setzen die Anweisungen gut um“, lobt Sohn. Das war nicht immer so. Den Deich-Kickern eilte in früheren Zeiten ein ganz anderer Ruf voraus. Der Ruf, eine „Tretertruppe“ zu sein. Inzwischen aber gehört die rustikale Spielweise bei den Rot-Schwarzen der Vergangenheit an. Die Statistik belegt dies.

Der Vereinsvorsitzende fühlt sich durch die positive Einstellung in puncto Disziplin darin bestätigt, dass der SV Aschwarden auch an Profil gewonnen hat. „Fairness und Außendarstellung sind seit etlichen Jahren Teile der Vereinsphilosophie. Begonnen haben wir seinerzeit damit im Jugendbereich. Diese ehemaligen Jugendspieler sind jetzt Spieler der ersten und zweiten Herren. Von daher ist das jetzt das Ergebnis einer damals erhofften Entwicklung“, betont Uwe Hotes. Den Fairness-Cup auf Niedersachsenebene führt aktuell der BSC Acosta Braunschweig II (Kreisliga Braunschweig), der sich in 17 Spielen nur fünf Gelbe Karten einhandelte, mit klarem Vorsprung an.

Info

Zur Sache

Stichwort: Fairness-Cup

Der VGH-Fairness-Cup wendet sich an alle niedersächsischen Herrenteams von der Bundesliga bis hinunter in die Kreisliga der 33 Kreise. Errechnet wird die Rangliste anhand der Gelben (Faktor 1), Gelb-Roten (Faktor 3) und Roten Karten (Faktor 5). Nicht-Antreten und Sportgerichtsurteile (beide Faktor 10) fließen auch in die Bewertung mit ein. Der Rang-13. SV Aschwarden weist einen Quotienten von 1,0 auf (1. BSC Acosta Braunschweig II 0,29). Für die ersten drei Mannschaften der Regionalwertung Cuxhaven, Osterholz und Verden schüttet der Sponsor Sportausrüstungen im Gegenwert von 1200 (1.), 800 (2.) und 500 Euro (3.) aus. 1996 stellte der Cuxhavener Vertreter MTV Bokel den Fairness-Sieger auf Niedersachsenebene.

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