Handball-Oberliga der Männer

Tholen in Topform

Der Torhüter der HSG Schwanewede/Neuenkirchen hatte maßgeblichen Anteil am deutlichen 32:22-Heimsieg gegen den TuS Rotenburg.
26.01.2020, 18:03
Lesedauer: 2 Min
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Von Olaf Kowalzik

Schwanewede. Bei Torben Lemke schwoll im Heimspiel gegen den TuS Rotenburg die Zornesader an. Der angeschlagene Führungsspieler der HSG Schwanewede/Neuenkirchen betrat nach 21 Minuten erstmals das Spielfeld und knöpfte sich sofort lautstark Niels Huckschlag vor, dem vorher einige Missgeschicke unterlaufen waren. „Ich musste mehr Stimmung und Ernsthaftigkeit reinbringen“, verriet der halbrechte Angreifer sein Motiv. Schließlich wollte er in der Handball-Oberliga „nicht auch noch das dritte Spiel hintereinander verlieren“, erklärte Lemke. „Torben muss das in seiner ihm zugedachten Rolle auch machen“, gab es dafür die Rückendeckung von HSG-Trainer Andreas Szwalkiewicz.

Lemkes lautstarke Kommentare waren allerdings nichts im Vergleich zum Orkan, der nach dem Seitenwechsel über die Wümmestädter hinwegfegte. Denn die wurden von den „Schwänen" nach dem 12:12-Pausenstand mit einer 32:22-Klatsche aus der Halle befördert.

Es war also kein schlechtes Omen gewesen, dass HSG-Schlussmann Jan Tholen nur 53 Sekunden nach dem Wiederanpfiff nach einem kapitalen Kopftreffer von Rechtsaußen zu Boden gegangen war und dort einige Zeit benommen liegen blieb. Denn er schickte die Rotenburger anschließend mit einer fantastischen Paraden-Quote von exakt 50 Prozent höchstpersönlich auf die Bretter.

„Die Abwehr vor mir hat stark gearbeitet. Und wenn alles passt, dann sind wir auch nicht zu bremsen", sah er seine Leistung als Gesamtwerk des Teams an. „Wir wollten ja auch unter 25 Gegentore bleiben", ergänzte Andrej Kunz. Das war auch der Grund, weshalb Andreas Szwalkiewicz den Fokus in den beiden letzten Trainingseinheiten vor dem Spiel komplett auf die Abwehr gerichtet hatte. „Wir wollten Rotenburg mit einer aktiven Verteidigung permanent unter Druck setzen und aufreiben", plauderte der Coach zufrieden.

Also war es mal Torben Lemke, der den Gästen mit seinen Krakenarmen das Leder wegfing oder Würfe blockte, und mal schnappte Niels Huckschlag den Rotenburgern das Leder weg. Vor allem aber ging nach diesen Aktionen des Aufsteigers umgehend die Post ab, sodass er dem TuS Rotenburg nach dem 13:13 nur noch die Hacken zeigte. Innerhalb von 13 Minuten hatte der TuS-Interimstrainer Thorsten Misere alle seine drei Torhüter je einmal zwischen die Pfosten gestellt. Nichts half, keiner von denen konnte die „Schwäne“ stoppen. Die setzten sich über 16:13 (Karlo Oroz/36.) auf 25:15 (Marco Wilhelms/46.) ab und hatten die Wümmestädter damit komplett demoralisiert. Allein in dieser Phase landeten die Hausherren fünf Gegenstoß-Treffer.

„Dieser Sieg war für uns immens wichtig, denn er bringt uns Selbstbewusstsein und lässt uns in der oberen Tabellenhälfte bleiben", bilanzierte Andreas Szwalkiewicz zufrieden. Vor der Pause hatte es noch anders ausgesehen, da sorgten die „Schwäne“ mit vielen Schwächen im Angriff für unnötige Spannung. Ihr Start war noch verheißungsvoll, als Andrej Kunz einen Stemmwurf aus dem Rückraum mit brachialer Gewalt in den oberen rechten Winkel knallte (9.). Kurz danach brachten die „Schwäne“ die Gäste wieder ins Spiel (6:5/10.), ehe der Rückzug der HSG-Deckung von der 3:2:1-Variante, vor allem aber die deutlich verringerte Fehlerquote im Angriff, alles klar machte.

Abgesehen davon, dass sich alle elf eingesetzten Schwaneweder Feldspieler in die Torschützenliste eintrugen, fiel bei ihnen vor allem Marc Blum besonders auf. Der Zwei-Meter-Mann war im vorangegangenen Heimspiel gegen die SG Achim/Baden umgeknickt und konnte deshalb unter der Woche nicht trainieren. Trotzdem gefiel der linke Rückraumschütze im Spiel mit einer hundertprozentigen Torausbeute und erzielte sechs Treffer.

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