RC General Rosenberg Ein mulmiges Gefühl

An diesem Sonnabend trägt der Verein ein Late-Entry-Springturnier auf seiner Anlage am Hamfährer Weg in Schwanewede aus.
11.06.2020, 16:40
Lesedauer: 4 Min
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Von Karsten Hollmann

Was vor einigen Wochen noch als undenkbar erschienen wäre, geschieht nun beim RC General Rosenberg. Dieser trägt an diesem Sonnabend ein Late-Entry-Springturnier auf seiner Anlage am Hamfährer Weg in Schwanewede aus. Während in fast allen anderen Sportarten wegen der Corona-Pandemie wohl noch für längere Zeit auf Wettbewerbe verzichtet werden muss, können sich die Reitsportler nun wieder messen.

Weil beim Reiten ohnehin Abstände wegen der Pferde eingehalten werden müssen, scheint dieser Sport geradezu prädestiniert dafür zu sein, wieder Wettkämpfe auszutragen. Von der Normalität sind aber auch die Reitsportler noch weit entfernt. Zuschauer und Pferdebesitzer dürfen nicht die Anlage betreten. „Pro zwei Pferde ist nur ein Pfleger beziehungsweise Begleiter zugelassen“, informiert Rosenbergs Sportwartin Lara Holst, die gemeinsam mit Carsten Erasmi die Turnierleitung innehat. Alle Starter und Begleiter müssen sich ein Anwesenheitsnachweis-Formular aus dem Internet herunterladen, um dieses dann unterschrieben bei Betreten des Turniergeländes an der Eingangskontrolle abzugeben. „Ohne Vorlage dieses Formulars ist kein Start möglich“, erklärt Holst.

Jeder Teilnehmer, aber auch jeder Begleiter erhalte dann ein Tagesband, das ständig mitzutragen sei. „Nach Vorgabe des Landkreises Osterholz ist in jeder Situation, in der der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, unbedingt ein Mund- und Nasenschutz zu tragen“, teilt Lara Holst mit.

Um weitere Turniere dieser Art austragen zu dürfen, würde der Verein auch penibel auf die Einhaltung der Hygiene-Vorgaben achten. „Wir werden auch genau darauf aufpassen, dass sich keine Zuschauer auf die Anlage schmuggeln“, so die 26-Jährige. Es wird auch keine Verpflegung geben. „Wir werden alles ganz schmal halten“, betont Lara Holst.

Die Veranstaltung beginnt am Sonnabend bereits um 7 Uhr mit einer Stilspringprüfung der Klasse A. Insgesamt verzeichneten die Schwaneweder 327 Nennungen in sechs Prüfungen. Den Höhepunkt des Spektakels bildet das Zwei-Phasen-M-Springen mit einem Stern um 15.45 Uhr. In dieser Prüfung haben die Gastgeber auch gleich 48 Startplätze vergeben. Für die Rosenberger sind Lara Holst, Josephine Seemann und Stephan Morisse mit von der Partie. Außerdem haben unter anderem Inga Albrecht (RC Tempo Ritterhude) sowie Fritjof Ziemer (RFV Sturmvogel Berne) für das M-Springen genannt.

Holst: Gutes Starterfeld zusammen

Zu den Favoriten zählen Kai Gerloff vom RSV Schierbrok, Hans-Christoph Kühl vom RV Lilienthal, Julia Plate vom RV Fredenbeck, Ricardo Saarloos vom Bremer RC, Jana Schwarting vom RV Elmlohe-Marschkamp sowie Isabeau Wiencek vom ZRFV Appelhülsen. „Wir haben ein gutes Starterfeld zusammenbekommen. Die Prüfungen waren auch sehr gefragt“, versichert Lara Holst.

Als Parcourschef fungiert Miroslav Forys aus Beckdorf. Es gibt keine Siegerehrungen. „Dann können die Reiter die Anlage auch schneller wieder verlassen“, so Lara Holst. Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt in Luhmühlen hätten sich die Schwaneweder ermutigt gefühlt, ebenfalls ein Turnier auszurichten. Auch wenn sich Rosenbergs Anlage auf dem Gebiet des Landkreises Osterholz befindet, gehört der Verein dem Bremer Pferdesportverband an. Es ist der erste Klub dieses Verbandes, aber auch der erste Verein im Landkreis Osterholz, der ein Late-Entry-Turnier in der grünen Saison veranstaltet. Weitere sollen aber noch folgen.

Bremer Landesmeisterschaften wird es in diesem Jahr aber wohl nicht geben. Diese hätten im Rahmen des bereits abgesagten großen August-Turniers der Rosenberger stattfinden sollen. „Bis jetzt gibt es noch keine Planung für unsere Meisterschaften. Es herrscht im Augenblick noch die Meinung vor, dass eine Meisterschaft ohne Ehrung und ohne Zuschauer nicht erstrebenswert ist“, sagt der Präsident des Bremer Pferdesportverbandes, Walter Kind. Da der Hauptspringplatz gerade neu angelegt wird, finden die Prüfungen in Schwanewede auf dem Sandplatz statt, auf dem normalerweise Dressurprüfungen über die Bühne gehen.

„Viele andere Vereine haben sich noch nicht getraut, ein Turnier zu planen, weil sie nicht über eine solch große Anlage wie wir verfügen“, sagt Lara Holst. Dennoch habe auch sie ein etwas mulmiges Gefühl: „Wir wissen schließlich noch nicht, wie es laufen wird.“ Holst hofft, dass im Hinblick auf künftige Veranstaltungen vielleicht schon eine begrenzte Anzahl an Zuschauern erlaubt sein könnte. Die Fahrzeuge können die Anlage nur von einer Seite erreichen, und werden diese im Anschluss auf der anderen Seite wieder verlassen. „Der Parkplatz ist so angelegt, dass die Autos weit genug auseinanderstehen werden“, verrät Holst. Die Veranstaltung finanziere sich ausschließlich über die Nenngelder. „Die Sponsoren haben wegen der Corona-Krise gerade andere Probleme“, sagt die Sportwartin. Mit den deshalb erhöhten Nenngeldern wollten die Schwaneweder keinen Profit, aber eben auch keinen Verlust machen. „Das erhöhte Nenngeld ist für die Reiter natürlich blöd. Aber dafür haben wir auch auf die Erhebung einer Corona-Pauschale verzichtet“, äußert sich Lara Holst.

Während bei geplanten Dressur-Turnieren beim RC St. Georg zu Bremen und Hubertus RV Anfang Juli die Starterfelder auf rund 25 Teilnehmer pro Prüfung begrenzt werden sollen, ist dies für die Springprüfungen nicht notwendig. „Im Springen werden die einzelnen Auftritte schließlich schneller abgewickelt“, erklärt Lara Holst. Aber auch die Schwaneweder haben bereits für den 15. August ein Dressur-Turnier geplant, bei dem dann nur maximal 35 Reiter pro Wettbewerb zugelassen werden sollen.

„Wir freuen uns sehr darüber, nun schon mal ein Springturnier anbieten zu können“ (Holst). Mit einer erfolgreichen Durchführung des Springturniers möchten die Verantwortlichen des RC General Rosenberg auch Vorbild für andere Vereine sein, in Zukunft ähnliche Veranstaltungen anzubieten. „Es haben aber auch vereinzelt schon Late-Entry-Turniere stattgefunden, beziehungsweise werden dies in naher Zukunft“, so Holst.

Weitere Informationen

Zeiteinteilung

Sonnabend, 13. Juni, Springplatz, 7 Uhr: Stilspringprüfung Kl. A – geschlossen; 8.45 Uhr: Springprüfung Kl. A, 1. Abt., Junioren und Junge Reiter; 9.45 Uhr: 2. Abt., Reiter; 11.15 Uhr: Springprüfung Kl. L, Teilung nach Leistung; 13 Uhr: Springprüfung mit steigenden Anforderungen Kl. L, 1. Abt., 424 und weniger Ranglistenpunkte (RLP); 14 Uhr: 2. Abt., 425 und mehr RLP; 15.45 Uhr: Zwei-Phasen-Springprüfung Kl. M; 17.45 Uhr: Springpferdeprüfung Kl. A KH

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