Wann startet die Tennis-Saison?

Zwischen Hoffnung und Zweifeln

Beim BTC ist alles für den Saisonstart präpariert, doch ob Anfang Juni gespielt werden darf, ist fraglich
16.04.2020, 14:57
Lesedauer: 3 Min
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Von Jens Pillnick
Zwischen Hoffnung und Zweifeln

Wann darf Lukas Fierek wohl wieder Punktspiele mit den Herren des Beckedorfer TC in der Verbandsklasse bestreiten?

Christian Kosak

Beckedorf. Sie wurden zweimal täglich gewalzt. Sie wurden reichlich gewässert. Und auch die Sonne meinte es gut mit ihnen. Die Tennisplätze beim Beckedorfer TC sind wie in jedem Jahr früh hergerichtet und auch im Jahr 2020 Mitte April bespielbar – doch bespielt werden dürfen sie nicht. Die Corona-Krise sorgt dafür, dass lediglich Platzwart Wolfgang Hartmann die sieben Ascheplätze am Gewerbekamp betritt.

Und dabei ist das Betreten der Plätze von größter Bedeutung. Denn nur durch das Betreten, besser gesagt das Bespielen, erhalten sie die finale Festigkeit, die für eine lange Sommersaison unerlässlich ist. Einer Sommersaison, die Fragen aufwirft. Wird es überhaupt Mannschaftskämpfe und Turniere geben? Werden sich zwei oder vier Personen auf ein Match nach Feierabend treffen dürfen? Darf ein Trainingsbetrieb stattfinden?

Derzeit steht lediglich fest, dass der Punktspielstart verschoben ist. Wurden sonst ab 1. Mai Punktspiele absolviert, so wird das in diesem Jahr frühestens ab dem 8. Juni der Fall sein. Die Punktspieltermine stehen mittlerweile zwar fest, ob dann aber tatsächlich aufgeschlagen und returniert wird, muss sich noch zeigen. Die erste Herren würde ihr Saisondebüt in der Verbandsklasse am 14. Juni zu Hause gegen den TV RW Bremen geben, die erste Damen (ebenfalls Verbandsklasse) würde am selben Tag beim TC BW Emlichheim auflaufen. „Wie lange werde ich die Plätze noch pflegen, ohne dass sie bespielt werden?“, fragt sich Wolfgang Hartmann, der früher auch Sportwart beim Beckedorfer TC war und heute für die Platzpflege zuständig ist, Jugendtrainer ist und einen Tennis-Shop auf der Anlage betreibt. Trotz der Fragezeichen: Hartmann ging und geht seiner Tätigkeit im Außenbereich so nach, „als wenn wir am 1. Mai anfangen“.

Schon immer war es die Maxime beim BTC, seinen Mitgliedern früh bespielbare Plätze zur Verfügung zu stellen. „Mindestens zehn Tage vor dem Start der Punktspiele“, unterstreicht Wolfgang Hartmann. Die obligatorisch frühe Herrichtung der Plätze könnte sich im Laufe der nächsten Wochen als großer Vorteil erweisen. Denn während die Beckedorfer nur auf das Startsignal warten, haben einige Vereine ihre Plätze wegen des Lockdowns noch gar nicht einstreuen lassen können beziehungsweise haben sie noch nicht in Eigenregie eingestreut. Zwei Vereine aus der näheren Umgebung sind allerdings ebenfalls startklar. Sowohl von Lesums Tennis-Abteilungsleiter Thomas Schlätzer wie auch Dennis Bokelmann, seinem Pendant vom TV Schwanewede, war zu erfahren, dass die Plätze spielbereit sind.

Ob beim Beckedorfer TC, TV Schwanewede oder TSV Lesum-Burgdamm, das Startsignal wird natürlich herbeigesehnt. „Vielleicht ist es ja bald möglich, dass zwei Leute unter Bewahrung der Sicherheitsabstände Tennis spielen. Spielen, kein Shakehands und zu Hause duschen“, so kann sich Wolfgang Hartmann die Lockerung der Maßnahmen für den kontaktlosen Tennissport vorstellen. Die Aussichten auf eine baldige Rückkehr in den Punktspielbetrieb stuft Trainer und BTC-Vorstandsmitglied Frank Henk indes wenig positiv ein: „Ich rechne nicht mit einer Saison. Die Mannschaften und die Doppel haben ja engen Kontakt.“ Von einem Ausfall der Punktspielsaison wären beim BTC 22 Mannschaften betroffen, von den Kleinfeld-Jungen der U8 bis zu den Herren 60. Die Hoffnung des 46-jährigen Henk beruht darauf, dass „normales Spielen“ möglich sein wird.

Für Henk, der hauptberuflich als Trainer tätig ist, haben die Einschränkungen natürlich finanzielle Folgen. Das Positive an der Situation ist für ihn, dass er nun mehr Zeit für Sohn Felix (7) hat. Zu seinen Tennis-Schützlingen hält Henk über eine Whatsapp-Gruppe Kontakt und bietet Workouts und Konzentrationstest an. Von vielen seiner Tennisschüler weiß Henk, dass sie sich mit Joggen auf den Tax X vorbereiten.

Sollte der Tag X allerdings in allzu weiter Ferne liegen, dann würden sich nicht nur die Verluste von Frank Henk aufbauen, sondern auch für den 350 Mitglieder starken Verein. Denn von Oktober bis April wird durch die Vermietung der Halle viel Geld generiert.

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