THW-Kinderferientag auf Harriersand Wasser von allen Seiten

100 Ehrenamtliche sind an der Organisation des THW-Kinderferientags auf Harriersand beteiligt. Im Mittelpunkt steht der Spaß auf und am Wasser. Gleichzeitig werben die Hilfsorganisationen um Nachwuchs.
14.07.2019, 16:04
Lesedauer: 3 Min
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Von Alexander Bösch

Harriersand. „Im nächsten Jahr machen wir das gleiche nochmal - aber dann mit Sonne!“ verspricht Achim Boot. Der erste Vorsitzende der THW Interessengemeinschaft (IG) Harriersand und sein Team von 100 ehrenamtlichen Mitarbeitern konnten zum diesjährigen Ferientag auf der Weserinsel wegen des anhaltenden Nieselregens mit rund 380 Besuchern etwas weniger Besucher begrüßen als sonst. „Wir hatten ja schon mal über 700 Besucher. Es kommen aber viele Stammgäste, die besuchen uns bei fast jedem Wetter“, freut sich Boot. Die 12. Auflage des Ferientags stand unter dem Motto „Retter treffen auf Piraten“.

Auch wenn Achim Boot in seiner Maskerade als Jack Sparrow aus dem Film „Fluch der Karibik“ weitestgehend der einzige Verkleidete auf dem Strandgelände blieb, hatten die jungen Piraten zu Lande und zu Wasser wieder jede Menge Spaß. „Eigentlich ist das auch eine Art Schautag, auf dem sich die Ehrenamtlichen präsentieren. Wir wollen auch für Nachwuchs bei den jungen Leuten werben, das ist ein wichtiger Nebeneffekt“, betont Boot, der hauptberuflich als Mediengestalter die Vegesacker Firma Designland betreibt. Neben dem Technischen Hilfswerk (THW) machten die Johanniter, die Feuerwehr, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die Polizei und die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DgzRS) interessierten jungen Besuchern Lust auf das Ehrenamt.

Als Attraktion erwies sich das Ölwehrboot des THW Cuxhaven. Das Boot war unter anderem auch mit Abfangsperren im Einsatz, als im Juni der historische Lotsenschoner „Elbe 5“ nach der Kollision mit einem Containerschiff im Mündungsbereichs des Flusses Schwinge bei Stade sank. Bei einem Ausflug über die Weser konnten die Gäste des Kinderferientags auf Harriersand die Funktionsweise des Ölwehrboots kennenlernen.

Auch auf dem Braker Feuerwehrboot, einem Boot der DLRG Bremen-Nord und auf zwei Booten des THW konnten sich die Mädchen und Jungen die Gischt ins Gesicht spritzen lassen. Da bekam der Begriff „Spritztour“ sogleich eine wörtliche Bedeutung. Nach den weit aufgerissenen Kinderaugen zu urteilen, empfanden viele Jungpiraten den riesigen Schwimmgreifer „Harriersand“ der Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes als spektakulär. Auf der großen Arbeitsplattform durften Kinder den massiven Greifer sogar selbst betätigen.

Die sechsjährige Merle betrachtete das „Bagger-Geschehen“ lieber aus sicherer Entfernung vom Strand aus. „Das ist so, wie wenn man eine Sandburg baut, nur größer. Eben war ich auf der Hüpfburg und Pommes hatte ich auch schon“, verkündete Merle, die eigentlich in Leipzig wohnt. Beim Besuch der Großeltern in Bremen-Nord durfte der Besuch beim Ferientag natürlich nicht fehlen.

Auch an Land waren Wasserspiele gefragt, so etwa bei der Inspektion des Einsatzfahrzeuges der Freiwilligen Feuerwehr Blumenthal. Das spielerische Spritzen mit der Wasserpumpe hätte theoretisch auch jäh unterbrochen werden können. „Wenn es einen Brand gibt, müssen die sofort los, das ist bei vielen Mitwirkenden hier so, dass sie nur auf Abruf teilnehmen können “, betont Achim Boot. So müssen sämtliche Einsatzfahrzeuge nach Ende des Ferientags erst einmal aufwendig gereinigt werden, um für weitere Einsätze umgehend zur Verfügung zu stehen.

Am Stand der Jugendgruppe der Johanniter interessierten sich die etwas älteren Kinder dafür, wie man effektive Wiederbelebungsmaßnahmen durchführt. Das wurde anhand eine Puppe gezeigt. Bei den Geschicklichkeitsspielen des THW galt es, mittels einer Hydraulikpresse und einer überdimensionalen Greifzange mit der nötigen Feinmotorik Tennisbälle von einem Ort zum anderen zu befördern. Wer an der Station „Schatz Sieben“ mit der Schaufel etwas Interessantes aus einem Sandhaufen zutage gefördert hatte, konnte bei der Tombola nebenan gleich nochmal sein Glück versuchen. Dank der großzügigen Unterstützung durch Unternehmen aus Bremen- Nord und Umgebung konnten Losverkäufer Bodo Isemann und sein Team unter anderem hochwertiges Spielzeug und Gesellschaftsspiele als Gewinne anbieten.

Die Ausritte auf Ponys des Pferdehofs am Brink standen ebenso hoch im Kurs wie ein Spielstand, an dem eine Tauchpumpe zum Einsatz kam. „Bei unseren niedrigen Eintrittspreisen arbeiten wir natürlich defizitär. Es geht uns vor allem darum, Kindern Spaß zu bereiten, die sich keinen Urlaub mit ihren Eltern leisten können, und Werbung für das Ehrenamt zu machen“, versichert Achim Boot. Am Stand der Seenotretter freute man sich über ein neu rekrutiertes erwachsenes Fördermitglied. Die Gemeinde Schwanewede sponsert die Veranstaltung, die Teil des alljährlichen Ferienprogramms ist.

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