Die Urlaubsmacher Weserblick von der Dachterrasse

Seit 2013 gibt es auf der Weserinsel Harriersand die Ferienanlage „Inselmädchen“. Familie Kampert ist dort schon zum dritten Mal zu Gast.
18.08.2019, 17:27
Lesedauer: 4 Min
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Von Gabriela Keller

Harriersand. Von der Dachterrasse ihrer Ferienwohnung haben Julia und Daniel Kampert den freien Blick auf die Weser. „Wir haben hier schon viele große Schiffe gesehen“, erzählt der Familienvater. Mit ihren beiden Söhnen, dem dreijährigen Justus und dem 14 Monate alten Benjamin, macht das Paar aus Elze bei Hannover Urlaub auf der Weserinsel Harriersand. Für eine Woche hat sich die Familie im Möwennest eingenistet. Es ist eines von vier Appartements der Ferienwohnanlage „Inselmädchen“.

„Der Name war eine Idee meiner Schwester“, erzählt Frank Barre. Maike Fichtel ist das Mädchen von der Insel, das zusammen mit ihrem Bruder einen alten Bauernhof in ein Domizil für Feriengäste umgebaut hat. Beide sind waschechte Insulaner. „Unsere Familie ist seit 1939 auf Harriersand ansässig“, sagt Frank Barre. Auf einem Bauernhof, den heute sein Bruder bewirtschaftet, ist er mit seinen Geschwistern aufgewachsen. „Früher bot jeder Hof hier im Sommer Campingplätze an. Auch auf dem Hof unserer Eltern standen bis zu zehn Wohnwagen. Meist waren es Camper aus Bremen-Nord, die einige Tage auf Harriersand verbrachten“, erzählt Barre.

„Meine Schwester und ich hatten immer schon die Idee, touristisch etwas auf der Insel zu machen“, sagt der 54-Jährige. Die Chance ergab sich, als vor ein paar Jahren ein Nachbarhof, für den es keinen Nachfolger gab, vom Domänenamt versteigert wurde. Maike Fichtel und ihr Mann Armin, die heute in Mönchengladbach leben, erwarben den Hof und ließen ihn zur Ferienwohnanlage umbauen. Um den Betrieb und die Gäste vor Ort kümmert sich Maike Fichtels Bruder Frank Barre neben seinem Hauptberuf bei der Feuerwehr Bremen. Vier Appartements zwischen 35 und 95 Quadratmetern stehen den Gästen zur Verfügung, alle tragen maritime Namen: Seeschwalbe, Strandkrabbe, Strandmuschel und Möwennest. „Von allen Wohnungen aus kann man auf die Weser sehen“, hebt Frank Barre hervor. Jedes Appartement hat nach seinen Worten seine Liebhaber. „Wir haben Stammgäste aus Bochum, die wollen nur in die Strandmuschel. Dort kann man aus fünf Fenstern auf die Weser blicken.“

Bis auf die Seeschwalbe haben alle Appartements eine Sauna. „Harriersand ist nicht Timmendorfer Strand. Hier gibt es keinen Supermarkt oder andere Geschäfte und nur eine Gastronomie. Da muss man den Gästen auf andere Weise etwas bieten. Wir wollten Natur, Strand und Weserblick mit einer ansprechenden Ausstattung der Ferienwohnungen kombinieren“, erklärt Barre. Auf der Inselmädchen-Homepage wird auch ein 200 Quadratmeter großes Leuchtturm-Appartement mit Dachterrasse angeboten. „Das vermieten wir inzwischen aber nicht mehr. Meine Schwester nutzt es als Wohnung, wenn sie auf Harriersand ist“, erklärt er.

Seit 2013 können die Appartements von Gästen gebucht werden. Und die kommen laut Barre nicht nur aus dem gesamten Bundesgebiet, sondern aus aller Welt, denn die Ferienanlage ist auch bei „AirBnB“, einer Internet-Plattform für die Buchung und Vermietung von privaten Unterkünften, vertreten. „Wir haben Gäste aus Kanada, England und Norwegen. In diesem Sommer waren auch Australier und Amerikaner hier.“ Auch im Winter ist die Ferienanlage belegt.

„Dann kommen vor allem Niederländer, die den Bremer Weihnachtsmarkt besuchen. Im Winter halten wir uns außerdem mit Monteuren gut über Wasser. Bis zu den Werften in Bremen-Vegesack sind es von der Insel aus nur 20 Minuten“, sagt Frank Barre. Die Auslastung der Ferienanlage liegt nach seinen Worten über das Jahr gesehen bei rund 70 Prozent. Dazu tragen laut Barre auch Gäste bei, die Urlaub vor der Haustür machen – Bremer, Oldenburger und selbst Braker von der anderen Weserseite, die mal für ein Wochenende oder länger auf der Insel ausspannen wollen.

In Bewertungsportalen im Internet bekomme die Anlage immer gute Noten, sagt Barre. „Die Gäste schätzen vor allem die Sauberkeit, die Ruhe und den Weserblick.“ Auch Familie Kampert kommt gern her. „2016 waren wir das erste Mal hier in der Ferienanlage auf Harriersand. Es gefiel uns so gut, dass wir im Jahr darauf mit einer befreundeten Familie wiedergekommen sind. Im vergangenen Jahr konnten wir wegen der Geburt unseres Jüngsten nicht. Jetzt sind wir zum dritten Mal hier, und auch unsere Freunde sind wieder mit dabei. Die sitzen dort unten am Strand“, sagt Julia Kampert und zeigt von der Dachterrasse aus über die Inselstraße, die als einzige Straße das Eiland von Nord nach Süd durchquert.

Auf der anderen Straßenseite erstreckt sich der Privatstrand der Ferienanlage, wo jeder Gast seinen eigenen Strandkorb hat. „Die Insel bietet Abgeschiedenheit und Ruhe, deswegen kommen wir gern her“, sagt Daniel Kampert (36). „Für die Kinder ist es auch schön, wenn sie nicht so mit Reizen überflutet werden. Hier können sie am Strand spielen. Die Jungs kurven besonders gern auch mit den Kettcars auf dem Hof der Anlage herum“, ergänzt Julia Kampert (35). Für Kinder gibt es in der Ferienanlage außerdem einen kleinen Spielplatz mit Kletterturm, Gäste können laut Barre kostenlos Fahrräder leihen. Seit Kurzem gibt es auch einen Aufenthaltsraum für die Gäste mit Billardtisch, Kicker, Laufband und Boxsack.

Bei ihren ersten beiden Besuchen in der Ferienanlage wohnte die Kamperts in der Strandmuschel im Erdgeschoss, diesmal haben sie das Möwennest ein Stockwerk höher gebucht. Die Dachterrasse ist inzwischen ihr Lieblingsplatz. „Vorgestern haben wir gemeinsam mit unseren Freunden gekocht und anschließend auf der Dachterrasse beim Essen den Sonnenuntergang beobachtet“, erzählt Julia Kampert. Zur Lieblingsbeschäftigung der Familie gehört das Schiffegucken von dort oben. „Wir raten, wie viele Knoten die Schiffe fahren und wie lang sie sind. Dann schauen wir auf der Vessel-Finder-App nach, ob wir richtig oder falsch gelegen haben“, erzählt Daniel Kampert. „Zum Ende unserer Urlaubswoche werden wir immer treffsicherer“, fügt seine Frau hinzu.

Von Harriersand aus hat die Familie schon zahlreiche Ausflüge in die Region unternommen, bei der Gelegenheit werden auch gleich die nötigen Lebensmittel eingekauft. „Wir waren in Bremerhaven im Zoo und im Hafen, auch Worpswede haben wir besucht“, berichtet Daniel Kampert. Mit der Inselfähre Guntsiet sind die vier von Harriersand auf die andere Weserseite nach Brake geschippert. „Das ist eine super Anbindung, in fünf Minuten ist man drüben.“

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