10. Schmidt&Koch-Cup

Wie Uwe Seeler mit dem Hinterkopf

Der Favorit SAV zeigte sich aber am Ende noch gnädig und begnügte sich im Endspiel mit einem 6:1-Triumph gegen den FC Hansa Schwanewede.
15.07.2019, 16:09
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Von Karsten Hollmann
Wie Uwe Seeler mit dem Hinterkopf

Die SG Aumund-Vegesack besiegte den FC Hansa Schwanewede im Löhnhorster Finale mit 6:1 und strich somit die Siegprämie in Höhe von 500 Euro ein.

Fotos: Christian KOsak/Karsten Hollmann

Löhnhorst. „Weitermachen und nicht auseinanderfallen“, forderte der Trainer des FC Hansa Schwanewede, Andreas Dirks, seine Mannen nach dem fünften Gegentor auf. Zu diesem Zeitpunkt schwante dem Coach im Finale des 10. Schmidt&Koch-Cups des SV Löhnhorst gegen den Fußball-Bremen-Ligisten SG Aumund-Vegesack nichts Gutes. Der Favorit zeigte sich aber am Ende noch gnädig und begnügte sich mit einem 6:1-Triumph.

Nachdem Ibrahim Fidan ein schönes Solo zum 1:0 für die SAV abgeschlossen hatte, schien alles seinen erwarteten Gang im Endspiel zu nehmen. Doch der Bezirksliga-Aufsteiger wehrte sich und glich zum 1:1 aus. Phillip-Malte Barnat behielt alleine vor Vegesacks Torwart Emin Alijagic die Nerven (22.).

„Die Schwaneweder haben auch noch in der einen oder anderen weiteren Szene gezeigt, dass sie vorne gefährlich sein können“, lobte SAV-Trainer Björn Krämer den Kontrahenten. Doch nach knapp einer halben Stunde schlug erstmals die Stunde für den vierfachen Torschützen Clifford Stecher.

In Uwe-Seeler-Manier verlängerte er einen Freistoß von Abdullah Basdas mit dem Hinterkopf zur 2:1-Führung für den Favoriten in die Maschen. Drei Minuten später strebte Clifford Stecher alleine auf FC-Keeper Yannick Sachau zu, spielte diesen vorbildlich aus und vollstreckte souverän zum 3:1. Stecher war in der Sturmspitze sehr beweglich und stets anspielbar. „Die Position im Sturm kommt auch für Clifford infrage. Ich möchte aber, dass er da konsequenter seine Chancen nutzt. Bisher macht Clifford das aber sehr gut“, erklärte Björn Krämer.

Jendrik Seebeck bügelt Fehler aus

Bei den Schwanewedern ersetzte Neuzugang Florian Samorski nach 26 Minuten Sebastian Meyer als Rechtsverteidiger. Dieser vertändelte die Kugel gegen Ibrahim Fidan. Doch mit Jendrik Seebeck bügelte ein weiterer neuer Kicker den Fehler wieder aus (38.). Der 37-jährige Zugang aus der Ü32 des Blumenthaler SV erwies sich als wahre Abwehrkante, die nur schwer zu überwinden war. „Da wir in Blumenthal auch stets leistungsorientiert gearbeitet haben, war ich das hohe Tempo gewohnt. Dennoch hat es mich doch ein wenig überrascht, dass ich so gut mithalten konnte“, teilte Seebeck mit.

Pfeilschneller Marvin Syla

Nach dem Seitenwechsel nahmen die Nordbremer ihren Widersacher schön über die Flügel auseinander. Nach einem Solo von Marcel Burkevics über links schlenzte Mirko-Alexander Jankowski das Leder sehenswert in einer Bewegung zum 4:1 in die rechte Ecke. 120 Sekunden später brach Marvin Syla mit hohem Tempo über die rechte Seite durch und ließ dabei Jonas Neumann stehen. „Ich habe es noch nie gesehen, dass einer schneller als Jonas Neumann war“, staunte der Trainer und Turnier-Mitorganisator des SV Löhnhorst, Torsten Kentel. Clifford Stecher verwertete Sylas Zuspiel in der Mitte zum 5:1. Kurz darauf meldete sich auch der FC Hansa Schwanewede nach längerer Zeit mal wieder zu Wort. Chris Ziegenbein setzte seinen Schuss aber einen Tick zu hoch an.

In Minute 68 hätte sich Phillip Barnat aber beinahe für seinen unermüdlichen Einsatz belohnt. SAV-Torsteher Markus Boettcher schnappte ihm den Ball jedoch an der Strafraumgrenze von der Fußspitze weg. Eine Zeigerumdrehung später gelang es Dauerläufer Florian Samorski tatsächlich, den pfeilschnellen Marvin Syla abzukochen. Der extrem spielfreudige Abdullah Basdas hätte seine starke Vorstellung nach 70 Minuten krönen können.

Doch der Mittelfeldmann bugsierte das Spielgerät nach einem Pass von Yusuf Demir am Pfosten vorbei. Basdas scheiterte zudem aus aussichtsreicher Position an Yannick Sachau (71.). Zwei Minuten später erhielt auch Markus Boettcher die Gelegenheit, sich bei einem Freistoß von Kevin Müller auszuzeichnen. André Ziegenbein hätte auch noch für etwas Ergebniskosmetik sorgen können. Doch Lennart Kettner rettete kurz vor der Linie.

Fast wäre Clifford Stecher auch noch als Torvorbereiter in Erscheinung getreten. Doch Referee Lorenz Gehrmann erkannte den Treffer von Alexander Jankowski wegen einer Abseitsstellung nicht an. Stecher selbst fand noch seinen Meister in Sachau (85.). „Warum lösen wir das da hinten komplett auf?“, fragte Andreas Dirks seine Spieler, die nun sichtlich mit der Kondition zu kämpfen hatten. Clifford Stecher machte mit einem noch von Jendrik Seebeck abgefälschten Schuss kurz vor Ultimo noch das halbe Dutzend Tore voll.

„Mir hat unsere Einstellung gut gefallen. Die Schwaneweder haben es aber dennoch ganz gut gemacht“, resümierte Björn Krämer. „Ich bin froh, dass wir diese Erfahrung machen durften. Für uns war es nicht so einfach, acht oder neun neue Leute einzubauen“, sagte Andreas Dirks.

Überraschender 3:0-Sieg

Die Schwaneweder hatten mit ihrem überraschenden 3:0-Sieg in der Vorrunde über den Blumenthaler SV immerhin dafür gesorgt, dass die Burgwall-Elf als Gruppendritter nicht einmal ins kleine Finale einzog. „Die Blumenthaler waren nach einer Trainingseinheit einfach platt. Die Schwaneweder haben außerdem viele frische Spieler gegen Blumenthal im Vergleich zum ersten Spiel gegen den VSK Osterholz-Scharmbeck gebracht“, ließ Torsten Kentel wissen. Die Blumenthaler seien mit ihren drei Gegentoren am Ende sogar noch gut bedient gewesen.

Der FC Hambergen ging bei seinem 2:1-Sieg im Spiel um Platz drei gegen den VSK Osterholz-Scharmbeck bereits früh mit 1:0 in Führung. Tobias Prigge spielte den Ball schön in die Gasse zum Torschützen Tim Denker. Evangelos Liouras fädelte dann das 1:1 ein. VSK-Neuzugang Dean Leskow war schließlich mit einem gekonnten Lupfer erfolgreich.

Hambergens Kevin Struß und Tim Denker waren sich hier nicht einig. „In der zweiten Halbzeit haben wir etwas anderes ausprobiert“, sagte der Kapitän der Kreisstädter, Tobias Stöhr. Der Schuss ging nach hinten los. Tobias Prigge markierte auch mit einem abgefälschten Freistoß das verdiente Siegtor für die Hamberger. „Wir haben ein gutes Umschaltspiel an den Tag gelegt und hätten das Spiel auch frühzeitig entscheiden können“, bilanzierte FC-Übungsleiter Eric Schürhaus.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+