Meine Woche Wieder ohne Losglück: Keine Dauerkarte für die Werder-Heimspiele

Michael Junker (49) wohnt in Worpswede und tritt seit sechs Jahren als Sportschütze für den Schützenverein Schwanewede an.
09.07.2019, 15:38
Lesedauer: 5 Min
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Von KH

Mittwoch, 3. Juli: Ich bin als Kaufmann bei einer größeren Spedition in Bremen angestellt und arbeite dort als Disponent in der Nachtschicht. Meine Schicht hat bereits gestern um 23 Uhr angefangen. Weiterhin engagiere ich mich dort auch seit vier Jahren im Betriebsrat. Mittlerweile bin ich bereits seit 15 Jahren bei der Spedition. Auch hier ist mir der menschliche Kontakt untereinander sehr wichtig. Wir treffen uns auch gelegentlich privat außerhalb der Arbeitszeiten. Um 10 Uhr ist nach einer Betriebsratssitzung für mich Feierabend. Bevor ich schlafen gehe, gratuliere ich meiner Frau Iris aber noch zum Geburtstag. Ich schenke ihr eine Maincoone-Katze, die ich bei einem Züchter in Berne erstanden habe. Wir nennen sie Amy. Mit Trixi und Seven hatten wir bereits vorher zwei dieser großen Langhaar-Katzen. Meine Frau wollte aber gerne noch eine weitere Katze haben. Am Abend bestreiten wir in Schwanewede einen Wettkampf gegen den SV Axstedt in der Kleinkaliber-60-Schuss-Liegend-Sommerrunde des Bezirksschützenverbandes Osterholz. Hier nehmen wir uns vor, unsere am vergangenen Wochenende erbrachten Leistungen von den Landesmeisterschaften, bei deen wir als Mannschaft den dritten Platz, ich in der Einzelwertung den zweiten und Volker Wallrabe den vierten Platz erreicht haben, noch zu steigern. Dies gelingt uns dann auch mit sehr guten Ergebnissen. Volker erzielt ein Topergebnis von 596 Ringen. Aber auch Anja Welzel (578) und ich (590) sind mit unseren Leistungen hoch zufrieden. Das ist einer unserer besten Wettkämpfe. Es ist schön, dass es innerhalb der Mannschaft kein Konkurrenzdenken gibt. Wir freuen uns stattdessen über gemeinsam erbrachte Leistungen, aber auch über die Darbietungen der Mannschaftskollegen. Man leidet da auch schon mal mit diesen bei schlechten Ergebnissen mit.


Donnerstag, 4. Juli: Es ist wieder ein ereignisreicher Arbeitstag, der um 8 Uhr endet. Auf dem Weg nach Hause sehe ich leider einen Verkehrsunfall, der Bremen aufgrund von Bergungsarbeiten und damit verbundenen Staus den Rest des Tages beschäftigt. Am Nachmittag betreue ich noch Katrin Köster als Trainer, die ebenfalls in der Disziplin KK-60-Schuss-Liegend für Schwanewede aktiv ist. Auch sie erzielt ein gutes Ergebnis bei den Rundenwettkämpfen mit 584 Ringen. In den SV Schwanewede bin ich eingetreten, da ich dort sehr gute und nette Mannschaftskollegen gefunden habe, mit denen mich auch eine Freundschaft außerhalb des Schießsports verbindet. Ich schieße aber auch weiterhin für den SV Worphausen in verschiedenen Disziplinen. Dort und im Bezirk Osterholz bin ich zudem als Jugendleiter aktiv. Ich habe zudem gerade erfahren, dass ich auch in der kommenden Saison keine Dauerkarte für die Heimspiele des SV Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga erhalten werde. Ich hatte also leider erneut kein Losglück. Na ja, dann werde ich halt‘ im nächsten Jahr wieder versuchen, zwei Karten zu bekommen. Ich freue mich schon auf die neue Saison mit dem Auftaktspiel gegen Fortuna Düsseldorf. Abends gehe ich noch mit meiner Frau Iris und meinen beiden Töchtern Pia und Kim beim Griechen „Palast von Kreta“ in Lilienthal essen.


Freitag, 5. Juli: Nach der Arbeit fahre ich erst einmal zum Schützenbedarfshändler Klingner nach Bremervörde. Der Senior-Chef Bernd Klingner wurde im Jahre 1968 Olympiasieger in Mexiko im KK-Dreistellungskampf. Ich werde mit einem Glas etwas anderes versuchen, was mir hoffentlich noch etwas bringt, um meine Leistung zu steigern. Zurzeit schieße ich, da ich Brillenträger bin, mit einer speziellen Brille. Diese muss ich aber bei jeder Disziplin anders einstellen. Dies ist ohne fremde Hilfe aber schwer möglich. Hier versuche ich jetzt eine Lösung mit einem Glas, das praktisch direkt am Gewehr befestigt ist. Natürlich muss das Glas, nach Prüfung der Augen, bestellt werden. Am Abend schaue ich noch kurz beim Training des SV Worphausen vorbei, um KK-Auflage zu trainieren.


Sonnabend, 6. Juli: Um 9.30 Uhr begebe ich mich zum Jugendtraining nach Worphausen. Leider sind nur vier Jugendliche anwesend. Aber in dieser Hinsicht haben viele Vereine ihre Probleme, nicht ausschließlich Schützenvereine. Heute legen wir den Schwerpunkt auf der kontinuierlichen Wiederholung der Abläufe bis zur Auslösung des Schusses und das Nachhalten nach dem Schuss. Um auch das Abziehen zu lernen, haben wir einen kleinen Gegenstand auf das Gewehr gelegt. Dieser soll nach Schussabgabe nicht herunterfallen. Im Anschluss spielen wir noch etwas Tischtennis. Das kann ich selbst aber absolut nicht. Dann geht es für mich zum Königsempfang nach Lilienthal. Wir nehmen dabei ein gemeinsames Mittagessen sowie später Kaffee und Kuchen zu uns. Abends trifft sich meine Familie mit der Familie meiner Arbeitskollegin Andra Rehbock-Girrulat zum gemeinsamen Bowlen bei „Strikee`s“ im Weserpark. Das ist wie immer sehr lustig. Nur meine Tochter Pia fehlt. Sie ist mit ihrem Freund Nils Anders aus Schwanewede für eine Woche zu seiner Mutter an die Ostsee in den Urlaub gefahren.


Sonntag, 7. Juli: Das Wetter ist Gott sei Dank etwas besser als gestern, sodass ich meinem anderen Hobby, dem Motorradfahren, nachgehen kann. Ich unternehme mit Kim eine kleine Tour. Wir müssen aber dabei feststellen, dass ihr mittlerweile die Motorradbekleidung kaum noch passt. Da besteht also Handlungsbedarf. Mittags fahre ich mit dem Motorrad zum Schützenfest nach Blumenthal, um dort mit meinen Kollegen vom SV Schwanewede noch ein paar gemütliche Stunden zu verbringen. Auch wenn Anja Welzel, Volker Wallrabe und ich sportlich sehr aktiv sind, so vernachlässigen wir auch den traditionellen Part nicht, was auch den einen oder anderen Kollegen im SV Schwanewede mit einbezieht. Nach der Rückkehr bin ich mal daheim mit dem Kochen dran. Es gibt Nudeln mit einer selbst gemachten Bolognese-Soße. Meine Kochkünste sind leider begrenzt – im Winter mache ich aber gerne Grünkohl.


Montag, 8. Juli: Nach der Arbeit fahre ich mit Kim los, um ihr neue Motorradbekleidung zu kaufen. Ich muss aber auch noch Lebensmittel besorgen. Meine Tochter ist davon allerdings nicht begeistert, da sie Einkaufen hasst. Weil es glücklicherweise noch trocken ist, mähe ich nach dem Einkaufen erst einmal den Rasen. Den Rest des Tages lasse ich gemeinsam mit meiner Familie in Ruhe ausklingen. Da ich urlaubsbedingt gerade Arbeitskollegen vertreten muss, bin ich beruflich sehr eingespannt und genieße deshalb jede Erholungsmöglichkeit.


Dienstag, 9. Juli: Wir unternehmen am Vormittag einen Familienausflug in das Hallenbad in Worpswede mit anschließendem Besuch der Eisdiele. Nachmittags gehe ich noch auf den Schießstand, um etwas für die Disziplin KK-Auflage zu testen und zu trainieren. Am Abend grillen wir gemeinsam, bevor ich leider berufsbedingt noch ein wenig vorschlafen muss.


Torsten Kentel, der Trainer des Fußball-Kreisligisten SV Löhnhorst, wird als Nächster über seine Woche berichten.

Info

Zur Person

Michael Junker (49)

wohnt in Worpswede und tritt seit sechs Jahren als Sportschütze für den Schützenverein Schwanewede an. Der Kaufmann für Speditions- und Logistikdienstleistungen ist verheiratet mit Iris, mit der er die beiden Zwillingstöchter Pia und Kim (17) hat.

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