Handball-Oberliga der Männer Zu spät im Derby-Modus

HSG Schwanewede/Neuenkirchen unterliegt dem HC Bremen nach schwacher erster Hälfte mit 30:33
27.10.2019, 18:37
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Olaf Kowalzik

Schwanewede. Andreas Szwalkiewicz kannte bei der Beurteilung kein Pardon mit seiner HSG Schwanewede/Neuenkirchen. „Der HC Bremen hat uns bis in den letzten Winkel der Halle gezeigt, wie man ein Derby spielt", stellte der Trainer des Handball-Oberligisten nach der 30:33 (13:21)-Niederlage am Hastedter Jakobsberg fest.

Denn die Hausherren verteidigten gegen die „Schwäne“ knallhart, aber jederzeit fair und schienen in der Deckung gefühlt einen Mann mehr auf der Platte stehen zu haben als der Emporkömmling aus dem Landkreis Osterholz. Mit der gleichen Leidenschaft ging der zu Hause noch ungeschlagene Fünftplatzierte (jetzt 7:1 Punkte) auch im Angriff zu Werke und zog über 4:3 und 8:3 bis zum Seitenwechsel auf acht Tore davon (21:13). Die einzige Übermacht, die die HSG Schwanewede/Neuenkirchen bis dahin stellte, waren die mitgereisten Fans im Publikum.

„Es ist eben nicht gut, wenn so einem Team wie dem HC Bremen der Playmaker Marten Franke fehlt", dozierte der „Schwäne“-Trainer treffend. Denn während bei dem ein oder anderen Schwaneweder im Hinterkopf wohl doch die Hoffnung auf einen leichter zu knackenden Gegner herumgespukt haben dürfte, war das beim HC Bremen exakt andersherum. Die Hausherren rannten und ackerten vor allem vor der Pause, als müsse jeder einzelne höchstpersönlich die aufgerissene Lücke des verletzten Chefs komplett schließen. Im Gegenzug leistete sich die HSG Schwanewede/Neuenkirchen im Spielaufbau einige Stockfehler und verteidigte wenig clever.

„Unsere Leistung bis zur Pause war eine Frechheit„, schrieb Andreas Szwalkiewicz seinem Team bei der Besprechung nach den ersten 30 Minuten ins Stammbuch und forderte für den zweiten Durchgang eine gewaltige Steigerung. Die kam, sie reichte aber nicht. „Aber meine Spieler haben gekämpft“, meinte der HSG-Coach zumindest in diesem Punkt anerkennend. Die Entscheidungen, die seine Spieler auf der Platte fällten, waren allerdings nicht immer die besten.

Wie gleich direkt nach dem Wiederanpfiff, nach dem Karlo Oroz zum 14:23 getroffen hatte und dessen Mitspieler anschließend eine HC-Zeitstrafe taktisch schlecht lösten. Denn als der Gastgeber seinen Schlussmann herausnahm, um wenigstens in Gleichzahl angreifen zu können, versuchten Jan Tholen und Niels Huckschlag nach der Balleroberung den direkten Torwurf auf eigene Faust, anstatt den längst zur Mittellinie gesprinteten Karlo Oroz viel sicherer zu bedienen.

„Das hätte uns sofort einen richtigen Push geben können“, meinte der „Schwäne“-Trainer, der in dieser Partie seinen am Knie verletzten Rückraumspieler Marco Wilhelms schmerzlich vermisste. „Marco ist bei uns in seiner derzeitigen Form nicht zu ersetzen", behauptete Szwalkiewicz.

Schwanewedes Kreisläufer Fabian Hartwich feierte derweil nach dem Ablauf seiner siebenwöchigen Sperre ein starkes Comeback und sorgte nach dem Seitenwechsel als Halbverteidiger für richtig viel Stimmung. Im Angriff schuf der Kreisläufer seinen Mitspielern außerdem mit geschickten Sperren reichlich Platz und blieb selbst dann ruhig, als er von der Bremer Abwehr recht robust beackert wurde. Zur Wende reichte es bei den „Schwänen trotzdem nicht, weil sie in den entscheidenden Momenten gegen den HC-Keeper und Ex-Mitspieler Luca Prieß patzten.

Unter anderen mit zwei Siebenmetern, während die beiden HSG-Schlussleute keinen guten Tag erwischt hatten. Da half es den Gästen auch nicht, dass sich bei ihnen Karlo Oroz und Marc Blum mit acht beziehungsweise fünf Treffern im zweiten Durchgang deutlich torhungriger präsentiert hatten. „Uns fliegt der Erfolg eben nicht zu. Für den müssen wir hart arbeiten“, schloss Szwalkiewicz ab und lobte den Gegner: „Respekt vor dem HC, der hat das sehr gut nach Hause gespielt.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+