„Baum des Jahres“ in Wallhöfen

Eine Erinnerung mit Stacheln

Der „Baum des Jahres“ ist in Wallhöfen dem scheidenden Pastor Wolfgang Starke gewidmet worden. Vor der Kirche wurden drei Stechpalmen in den Boden gebracht - eine Pflanze mit Bezug zu christlichen Traditionen.
23.03.2021, 05:34
Lesedauer: 2 Min
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Von Christa Neckermann
Eine Erinnerung mit Stacheln

Die Baumpaten Maike und Uwe Bokelmann packten natürlich selbst mit an, um die schon recht stattlichen Stechpalmen in den Boden zu bringen.

Christian Kosak

Wallhöfen. Zum inzwischen siebten Mal konnten Pastor Heino Hünken und Julian Fischer in der Samtgemeinde Hambergen nun einen „Baum des Jahres“ pflanzen. Für 2021 ist das die Stechpalme (Ilex aquifolium).

„Schon vor einigen Jahren, als ich noch Mitglied im Kirchenvorstand war, hat mich Pastor Hünken angesprochen, ob ich nicht Baumpate werden will“, erläuterte Uwe Bokelmann, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Maike die Patenschaft für das immergrüne Gewächs übernommen hat. Als Bokelmann zusagte, Baumpate zu werden, war noch nicht klar, wo der „Baum des Jahres“ einmal stehen sollte. Doch als jetzt Pastor Wolfgang Starke in den Ruhestand verabschiedet wurde (wir berichteten), ergab sich der Standort von selbst: An der ehemaligen Wirkungsstätte Starkes, genau genommen vor der Sakristei der Kirche, haben die drei Ilex-Bäume nun ihren endgültigen Standort gefunden.

Drei Bäume gesetzt

Drei Ilex-Bäume deshalb, weil die Pflanzen im Eingangsbereich der Kirche so schon von Anfang an einen guten optischen Eindruck machen. Eigentlich passe die Stechpalme gar nicht zu Pastor Starke, der im Gegensatz zum „Baum des Jahres“ die Mitmenschen nicht durch unangenehm spitze, stachelbewehrte Blätter abwehre, hieß es während der Pflanzaktion. Trotzdem hat der Ilex einen engen Bezug zur christlichen Tradition. Die irreführende Bezeichnung als „Palme“ hängt damit zusammen, dass am Sonntag vor Ostern, dem Palmsonntag, mit einer Prozession an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnert wird. Damals wurde Jesus mit Palmwedeln begrüßt. Doch da es in unseren Regionen keine Palmen gibt und auch wenig anderes Grün in dieser frühen Jahreszeit zur Verfügung steht, wurden Sträuße aus Zweigen der Stehpalme zusammen mit anderen immergrünen Gehölzen zum kirchlich sanktionierten Palmwedelersatz.

Die Stechpalme ist in Europa weit verbreitet, sie fühlt sich überall dort wohl, wo es dank nicht allzu ferner Meeresflächen recht milde Winter ohne Früh- oder Spätfröste und nicht allzu trockene Sommer gibt. Deutschland gilt dabei als Grenzregion. Hier zieht sich die Ostgrenze ihrer natürlichen Verbreitung diagonal von der Odermündung bis ins Saarland.

Futter für Bienen

Die Stechpalme ist „zweihäusig“, das bedeutet, dass sich männliche und weibliche Blüten auf getrennten Bäumen befinden. Blütezeit ist der Mai, gelegentlich verlängert sich die Blütezeit bis in den Juni hinein. Die süßlich duftenden Blüten locken Bienen und viele andere Insekten an. Ab Juli entwickeln die weiblichen Pflanzen kugelige, sieben bis zehn Millimeter breite, gestielte Steinfrüchte, die zuerst grün, dann später leuchtend rot in den Zweigen hängen. Die Früchte sind für den Menschen auch in geringen Mengen giftig und können zu mittelschweren Vergiftungen führen.

In den Vorjahren war die Baumpflanzung immer von geladenen Gästen, Freunden und Bekannten begleitet worden. Die Baumpaten hatten dabei oft für einen kleinen Umtrunk gesorgt. Das musste in diesem Jahr weitgehend unterbleiben. Trotzdem ließen es sich Hambergens Bürgermeister Gerd Brauns, Vollersodes Ortsbürgermeisterin Angela Greff und Samtgemeindebürgermeister Reinhard Kock nicht nehmen, mit gebührendem Abstand an der Pflanzung teilzunehmen. Statt Umtrunk und Butterkuchen hatten die Baumpaten Maike und Uwe Bokelmann für einzeln verpackte Süßigkeiten gesorgt, mit denen dann die gelungene Baumpflanzung gefeiert werden konnte.

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