Verunsicherte Kunden Briefe bleiben in Filiale liegen

Ein Unternehmen aus Vollersode kann eine Bestellung nicht rechtzeitig an einen Kunden in Hannover liefern. Offenbar war es bei der Zustellung zu einer Verzögerung gekommen. Die Post räumt ein Versäumins ein.
23.01.2019, 17:34
Lesedauer: 3 Min
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Von Peter von Döllen

Hambergen. Sonnabend, 19. Januar: Werder Bremen spielt bei Hannover 96. Der Gastgeber hat ein größeres VIP-Event organisiert. Bunte Papierbänder weisen die Teilnehmer aus und öffnen ihnen unter anderem den Zugang zum Eventbereich von Hannover 96. Geplant waren die schlichten Bänder allerdings nicht. Eigentlich wollte der Fußballverein mit edlen, gewebten Stoffbändern mit Logo und individuellem Text Eindruck machen, die er bei dem Unternehmen „Das Eventband“ in Vollersode in Auftrag gegeben hatte. Doch die Lieferung kam nicht rechtzeitig vor dem Spiel an. Ärgerlich für Oliver Gieseck, der hinter der Firma steht. Schuld ist für ihn die Post.

„Wir haben die Lieferung in der Woche vor dem Spiel bei der Postfiliale aufgegeben“, sagt Gieseck. Er sei dafür extra von Vollersode nach Hambergen gefahren, um den Brief selber dort abzuliefern. Eigentlich hätte er locker bis zum kommenden Sonnabend in Hannover ankommen müssen – ist er laut Gieseck aber nicht. „Wir haben jeden Tag mit dem Kunden telefoniert, um zu erfahren, ob die Lieferung inzwischen angekommen ist“, berichtet Oliver Gieseck. Kundenservice gehört für ihn einfach zum Geschäft. Auch, wenn er und das Unternehmen nichts für die Nichtlieferung könne, falle es auf ihn zurück. Für Gieseck ist das geschäftsschädigend. Die Kunden registrierten eben nur, dass sie nicht rechtzeitig bedient wurden und suchten sich möglicherweise andere Lieferanten. Die Gründe interessierten sie eben nicht immer.

Also recherchierte Oliver Gieseck. Und er will erfahren haben, dass die Briefe am Mittwoch und Donnerstag in der betroffenen Woche nicht bei der Postfiliale 562 in Hambergen zur Weiterverarbeitung abgeholt worden sind. Das sei ihm auch bestätigt worden. Möglicherweise standen sie auch am Freitag noch dort. Doch das ist nur eine Vermutung. Das würde aber erklären, warum der Brief mit den Eventbändern nicht rechtzeitig beim Adressaten ankam. Inzwischen erfuhr Oliver Gieseck, dass die Sendung am Montag eintraf.

Der Postagentur und deren Mitarbeiter macht Gieseck keine Vorwürfe. Die könnten nichts dafür. Die seien ebenso auf die Post angewiesen, wie er auch. Die Mitarbeiter der Postfiliale wollen auf Nachfrage der Redaktion nichts zu dem Fall sagen. Sie wollen sich heraushalten. Bei dem Gespräch drängt sich ein wenig der Eindruck auf, dass die Post ihnen einen Maulkorb verpasst hat.

Oliver Gieseck hat sich an die Post gewandt, um den Sachverhalt aufzuklären. Er habe schon öfter schlechte Erfahrungen mit der Post gemacht. Und es soll noch mehr im Argen liegen, wie er gehört habe. Die aktuellen Probleme hätten bei ihm nun das Fass zum Überlaufen gebracht. Eine Antwort habe er als Postkunde bisher aber nicht erhalten.

Auf Nachfrage durch das OSTERHOLZER KREISBLATT bestätigte die Pressestelle der Post nach einer internen Recherche den Ausfall. „Es ist richtig, dass in der betroffenen Woche die Briefe an zwei Tagen in der Filiale in Hambergen nicht abgeholt wurden“, erklärte ein Pressesprecher der Post telefonisch.

Den Grund konnte er nach eigener Aussage nicht klären. Möglicherweise sei ein technischer Defekt an einem Lastkraftwagen aufgetreten oder ein Fahrer krank geworden. Allerdings traten die Ausfälle laut Post nicht an zwei aneinanderhängenden Tagen auf. Briefkästen waren demnach nicht betroffen. Ohne den Einzelfall geprüft zu haben, glaubt der Pressesprecher deshalb nicht, dass die Ausfälle zu einer verspäteten Zustellung geführt haben. Der Brief müsste eigentlich spätestens am Sonnabend abgeliefert worden sein, erklärte er.

Zudem gibt er der Postfiliale eine Mitschuld. Für solche Fälle gebe es eine Routine und ein Tool, das offenbar von den Mitarbeitern nicht richtig genutzt worden sei. Das habe ein Handeln durch die Post verzögert.

Oliver Gieseck ist sauer, weil er als Kunde nicht von der Post wahrgenommen wurde. Die Aussagen der Post helfen ihm nicht viel. Er geht davon aus, dass die Panne kein Einzelfall ist und will zukünftig, wann immer es möglich ist, auf private Dienstleister zurückgreifen. Das sei auch teuerer, weil diese ja keine Briefe transportierten. Doch das will er in Kauf nehmen – Sicherheit gehe für ihn vor.

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