Fußball-Landesliga Lüneburg

Den Konjunktiv als Gegner

Nun ist auch der SV Blau-Weiß Bornreihe seine weiße Weste los. Aber Oberliga-Absteiger MTV Eintracht Celle ist eben auch ein Gegner besonderer Güte. Es hätte jedoch anders laufen können – hätte.
26.08.2018, 20:41
Lesedauer: 3 Min
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Den Konjunktiv als Gegner
Von Tobias Dohr
Den Konjunktiv als Gegner

Erstmals gestrauchelt: Torben Poppe (hier im Duell gegen Celles Björn Lohmann) verlor mit Bornreihe das Heimspiel gegen den MTV.

Dohr

Bornreihe. Nach zwei Siegen zum Saisonstart hat es den SV Blau-Weiß Bornreihe am dritten Spieltag in der Fußball-Landesliga Lüneburg zum ersten Mal erwischt. Im Spitzenspiel gegen den ebenfalls noch verlustpunktfreien Oberliga-Absteiger MTV Eintracht Celle mussten sich die "Moorteufel" knapp mit 0:1 (0:0) geschlagen geben.

Es war eines dieser Spiele, bei denen hinterher viel im Konjunktiv geredet wurde. Hätte Bornreihes Trainer Saša Pinter nicht so viele Ausfälle zu beklagen gehabt. Hätte der ansonsten gut leitende Schiedsrichter Axel Martin (Schiffdorf) in der 81. Minute einen klar erkennbaren Rempler von Malte Marquardt an Miguel Mendoza auch als solchen gewertet. Hätte der Schütze des einzigen Tores, Daniel Ruchatz, den Ball in der 71. Minute so getroffen, wie er es eigentlich geplant hatte. Doch am Ende stand eine 0:1-Niederlage für das Gastgeberteam zu Buche, die irgendwo auch in Ordnung ging.

Denn die Gäste aus Celle hatten besonders in der ersten Hälfte gezeigt, wie gut ihnen das Jahr in der Oberliga getan hat. Trainer Hilger Wirtz von Elmendorff hat sein Team nahezu komplett zusammengehalten – und das sah man deutlich. Zwar kamen die Bornreiher, bei denen mit Hendrik Lütjen, Artur Degtjarenko, Philip Bähr, André Waldau, Adrian Chwiendacz und Alexander Huhn gleich sechs potenzielle Stammkräfte fehlten, ganz gut in die Partie und hatten durch Michel Klimmek auch die erste Chance (6.). Doch danach bestimmten die Gäste weitgehend das Spieltempo.

Besonders der pfeilschnelle Moussa Doumbouya stellte die diesmal als Viererkette aufspielende Defensivreihe der Bornreiher immer wieder vor Probleme. Dass es zur Pause beim 0:0 blieb, hatten die "Moorteufel" zudem auch ihrem Torwart Daniel Griesbach zu verdanken. Der parierte zuerst gegen Doumbouya, dann gegen Adrian Zöfelt, dann gegen Björn Lohmann. Keine Frage: Das torlose Remis zur Pause war zu diesem Zeitpunkt als glücklich zu bewerten für die Hausherren. Der Oberliga-Absteiger ließ den Ball deutlich flüssiger durch die eigenen Reihen zirkulieren und war in Sachen Spielanlage – zumindest in dieser personellen Konstellation – ein deutliches Stück weiter als die Bornreiher.

Das änderte sich mit Beginn der zweiten Hälfte dann zumindest dahingehend, dass die Blau-Weißen nun wieder deutlich zielstrebiger und mutiger zu Werke gingen. In der Mitte spulte Nils Gresens ein unglaubliches Pensum ab, auch Nebenmann Miguel Mendoza ackerte wie verrückt, hatte mit der für ihn ungewohnten Position aber noch so seine Probleme. Beide Teams neutralisierten sich in einer extrem intensiv, aber nicht unfair geführten Partie nun weitestgehend im Mittelfeld.

In der 62. Minute setzte Patrick Müller einen Freistoß nur ganz knapp am Torwinkel vorbei, ansonsten passierte in den Strafräumen bis zur 70. Minute nichts Nennenswertes. Dann setzte Celles Daniel Ruchatz zu einer Flanke an, und nur, weil dem Rechtsverteidiger das Spielgerät komplett über den Spann rutschte, segelte der Ball Richtung Bornreiher Tor und schlug unhaltbar für Daniel Griesbach im hinteren Giebel ein. "Ein Glückstor, aber dafür ein sehr schönes", frohlockte MTV-Coach Hilger Wirtz von Elmendorff, während Saša Pinter sich verständlicherweise ärgerte: "Das ist wirklich bitter, dass Du durch solch ein blödes Glückstor am Ende hier verlierst."

Denn da Schiedsrichter Axel Martin jene Szene in der 81. Minute eben nicht als Foulspiel an Miguel Mendoza wertete, gab es keinen Elfmeter – und keinen Ausgleich. Die Bornreiher versuchten noch einmal alles, eine richtig dicke Chance sprang aber nicht mehr heraus. "Besonders die zweite Halbzeit haben die Jungs das gut gemacht, das war schon in Ordnung", urteilte Pinter. Und der mögliche Elfmeter? "Wenn man bei dem Tempo einen Kontakt von hinten kriegt, kommt man zu Fall. Den hätte man sicherlich geben können." Da war er wieder, der Konjunktiv, der an diesem Tag nicht auf Bornreiher Seite war.

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