Fußball-Landesliga Lüneburg

Wiedersehen der früheren Bornreiher Teamkollegen

„Spiele gegen Bornreihe werden für mich immer was Besonderes bleiben“, sagt Julian Geils vor dem Duell seines TuS Harsefeld mit dem SV Blau-Weiß Bornreihe.
20.09.2020, 11:45
Lesedauer: 4 Min
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Wiedersehen der früheren Bornreiher Teamkollegen
Von Tobias Dohr

Bornreihe. Der Blick aufs Navi– er gehört für Julian Geils mittlerweile zum fußballerischen Alltag. Seit der in Schwanewede lebende Fußballtrainer am 20. Juli mit seinem neuen Klub, dem Landesligisten TuS Harsefeld, in die Saisonvorbereitung gestartet ist, blickt Geils viermal die Woche auf sein Handy. Mindestens. Dann wird nämlich kontrolliert, ob die A1 Richtung Hamburg frei ist. Oder ob die Anfahrt nach Harsefeld über Landstraße erfolgen muss.

Die knapp 105 Kilometer über Autobahn, sie sind in der Regel etwas zügiger zu fahren, als die rund 80 Kilometer über Land. Schneller als eine Stunde ist jedoch beides nicht zu packen. Und so verbringen Julian Geils und die beiden Ex-Ritterhuder Marcel Meyer und Tobias Böttcher derzeit viele, viele Stunden im Auto. Ein Umstand, der Geils aber nicht im Geringsten stört. „Denn ich werde von der Mannschaft so was von entschädigt“, schwärmt Geils von den ersten Wochen in Harsefeld. „Es macht so viel Spaß mit dieser Truppe. Die Intensität, die Freude und Lernwilligkeit sind überragend.“

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Und die beiden ersten Punktspiele waren es – zumindest vom Ergebnis her – ebenfalls. Gegen den TSV Elstorf gab es ein nie gefährdetes 1:0, gegen den VfL Güldenstern Stade ein 2:0. Mit Doppeltorschütze Marcel Meyer. Der langjährige Stürmer der TuSG Ritterhude folgte seinem früheren Trainer genau wie Tobias Böttcher zum ambitionierten TuS Harsefeld – und musste sich dort erst mal akklimatisieren. „Für Marcel war es doch eine ziemliche Umstellung“, verrät Geils. Die neue Intensität, die Schnelligkeit, die Zweikampfhärte, der Kampf um den Kaderplatz – all das war Meyer aus seinen Ritterhude Jahren so nicht gewohnt.

„Marcel musste erst einmal die Handbremse lösen, hat am Anfang fast etwas eingeschüchtert trainiert“, sagt Geils. Spätestens nach seinem Doppelpack vom vergangenen Wochenende dürfte diese Schüchternheit aber neuem Selbstvertrauen gewichen sein. Und so herrscht in Harsefeld, besonders aber bei Julian Geils, eine große Vorfreude auf das Spiel am Sonntag gegen seinen früheren Verein aus dem Teufelsmoor (Anpfiff 15.30 Uhr). „Spiele gegen Bornreihe werden für mich immer was Besonderes bleiben“, sagt der Coach. Das habe er schon am vergangenen Sonntag gemerkt, als er sich die Partie des SV Blau-Weiß gegen Elstorf angeschaut hatte.

Die vielen bekannten Gesichter, Gespräche mit früheren Weggefährten, ein kleiner Plausch mit dem Busfahrer von damals – genau das ist es, worauf sich Geils auch an diesem Sonntag freut. Wobei dann natürlich das Sportliche im Vordergrund steht. Beide Teams sind optimal mit zwei Siegen aus zwei Spielen in die Saison gestartet. „Da treffen zwei wirklich clevere Mannschaften aufeinander“, erwartet Geils ein überaus spannendes und taktisch intensives Duell. Eines, dass auf „Augenhöhe stattfinden wird“.

Während Marcel Meyer wohl gesetzt sein dürfte, wird Tobias Böttcher mit einer Muskelverletzung ausfallen. Bitter sei diese Verletzung, denn Böttcher habe „eine überragende Vorbereitung abgespult“, musste dann aber im ersten Punktspiel nach nur 27 Minuten vom Feld geholt werden. Die Fahrten nach Harsefeld macht Böttcher ab nächster Woche trotzdem schon wieder mit. Denn auch für einen Rekonvaleszenten sind die Bedingungen in Harsefeld einfach zu gut. Geräte zur Elektrotherapie oder eigene Pyhsios – in Harsefeld schaffen sie mit Blick auf das Fernziel Oberliga derzeit ziemlich professionelle Bedingungen. Da nimmt man sogar 100 Kilometer Anreise billigend in Kauf.

„Und zu dritt im Auto sind die Fahrten natürlich auch deutlich angenehmer und unterhaltsamer als alleine“, fügt Julian Geils hinzu. Nur bei der Musik gibt es noch keine vollständige Einigkeit. Denn der von Marcel Meyer präferierte Hip-Hop ist nicht so wirklich die (musikalische) Welt von Geils. „Meistens läuft deshalb Radio“, gibt der Coach schmunzelnd zu Protokoll. Oder seit Neuestem auch mal ein Fußball-Podcast, wie der des Harsefelder Spielers Tim Meinke, der den Namen „Dreierpack“ trägt. Dieser Titel würde übrigens auch perfekt zum Trio Geils/Meyer/Böttcher passen. Aber vielleicht ist das ja eine Idee für dunkle Herbstabende: „Dreierpack auf Tour – der Fußball-Podcast aus dem Auto“. Zeit genug hätten sie jedenfalls dafür.

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Zur Sache

Ein erstes, frühes Spitzenspiel

Nils Gresens hat mit Julian Geils selber noch einige Jahre beim SV Blau-Weiß Bornreihe zusammen gespielt. Deshalb werden sich die früheren Teamkollegen in dieser Spielzeit öfter mal austauschen und über den anstehenden Gegner philosophieren. In dieser Woche blieb das Handy allerdings still. Denn das direkte Duell steht an. Die „Moorteufel“ gastieren am Sonntag beim TuS Harsefeld (Anpfiff 15.30 Uhr). Für die beiden noch ungeschlagenen Teams ein erstes, frühes Spitzenspiel der noch jungen Landesliga-Saison. Entsprechend groß ist die Vorfreude bei den Blau-Weißen und dem noch immer verletzten Spielertrainer.

„Mit sechs Punkten auf dem Konto lässt sich so ein Spiel natürlich etwas leichter angehen“, sagt Gresens, wenngleich die eher durchwachsene Leistung beim 1:0-Heimsieg gegen Elstorf noch mal Thema im Training war: „Das war einfach nicht gut, was wir da gespielt haben. Und das haben Frank Meyer und ich auch so ganz deutlich klargemacht. Mit solch einer Leistung werden wir in Harsefeld große Probleme bekommen.“ Allerdings geht Gresens von einem komplett anderen Spiel aus, was natürlich auch am Gegner liegt.

„Harsefeld wird sicher anders nach vorne spielen wollen“, ist Gresens überzeugt. Mit Torben Poppe, Marlow Hinck und Marvin Witte fallen drei Akteure verletzungsbedingt aus. Zu Personalengpässen führt das aber nicht, wie Gresens voll Freude betont: „Das Team ist groß genug, eventuell werden sogar ein oder zwei Spieler nicht mal mit in den Spieltagskader können.“ Genauso muss es sein, vor einem Landesliga-Spitzenspiel.

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