Fußball-Testspiel

Sammanns bewegender Abschied in Blau-Weiß

Das Testspiel des SV Bornreihe gegen Fischerhude-Quelkhorn war zwar vordergründig ein Testspiel, aber eben nicht ausschließlich. Zumindest nicht für Kevin Sammann. Für ihn war es gleichzeitig ein Abschiedsspiel
17.08.2020, 08:50
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Sammanns bewegender Abschied in Blau-Weiß
Von Dennis Schott
Sammanns bewegender Abschied in Blau-Weiß

Die erste Halbzeit lief Kevin Sammann noch einmal im blau-weißen Trikot des SV Bornreihe auf.

Dennis Schott

Bornreihe. Wer nichts ahnend das Testspiel des SV Blau-Weiß Bornreihe gegen den TSV Fischerhude-Quelkhorn besuchte und dabei auch noch vom Vereinsheim aus gesehen auf der linken Seite Platz nahm, der wird sich vermutlich verwundert die Augen gerieben haben. Der Verteidiger, der eben auf dieser Seite in der ersten Halbzeit noch für den Fußball-Landesligisten aus Bornreihe aufgelaufen war, tauchte mit dem Wiederbeginn dort plötzlich im Trikot der Gäste aus Fischerhude auf. Doch das war durchaus so geplant. Das Testspiel war zwar vordergründig ein Testspiel, aber eben nicht ausschließlich. Zumindest nicht für Kevin Sammann. Für ihn war es gleichzeitig ein Abschiedsspiel – und deshalb trat der 28-Jährige für seinen Ex-Verein aus Bornreihe und seinem neuen Verein aus Fischerhude an.

Vier Jahre war Sammann für die Blau-Weißen aktiv, entschied sich im Frühjahr aus beruflichen Gründen aber für einen Wechsel zurück zu seinem Heimatverein. Weil die Corona-Pause dazwischenkam, ging sein Abschied aus Bornreihe etwas unter. Das Versäumte wollten die Bornreiher am Freitagabend nachholen, und zwar in gebührender Art und Weise. Der Protagonist dieses Abend trat nicht nur für seinen alten und neuen Verein an, sondern bekam neben ein paar warmen Worten noch ein Bornreiher Trikot und einen Schal überreicht. „Als Erinnerung für vier schöne Jahre“, wie Kapitän Steffen Dietrich und Vorsitzender Michael Rehberg bei der feierlichen Übergabe nach dem Abpfiff meinten.

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Das Spiel gestaltete sich für Kevin Sammann grundverschieden. In der ersten Halbzeit, mit Bornreihe, interpretierte der linke Verteidiger seine Position deutlich offensiver ausgerichtet als nach dem Seitenwechsel. Was schlicht und ergreifend daran lag, dass die Blau-Weißen spielbestimmend waren. Und Kevin Sammann war es sogar, der mit einem strammen Schuss die erste im Ansatz gute Möglichkeit besaß. Dass die Hausherren es zunächst aus der Ferne versuchten, war indes etwas bezeichnend gewesen. Der finale Pass wollten den Gastgebern lange Zeit nicht gelingen. Nur einmal kombinierten sie sich gegen tapfer dagegen haltende Fischerhuder durch, was Jeremy da Rocha Nunes prompt mit der Führung belohnte (10.). Nach einem Schuss von Philip Bähr aus 18 Metern ans Lattenkreuz profitierten die Hausherren von einem unglücklichen Abpraller, der Bähr vor die Füße sprang. Der Stürmer schob daraufhin überlegt zum 2:0 ein (24.). Die gute erste halbe Stunde krönte Kevin Sammann fast mit einem weiteren Tor. Sein Kopfball flog dann aber doch einen Meter über das TSV-Gehäuse.

In der Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit musste er sich dann aber vereinzelt defensiv orientieren. Auf seiner Seite stahl sich TSV-Akteur Lukas Klapp frei und prüfte Keeper Ole Pasbrig, der stark hielt, mit einem Schuss aus spitzem Winkel. Nur vier Minuten darauf scheiterte der Versuch einer Bornreiher Abseitsfalle kläglich, so dass erneut Klapp freie Bahn aufs Bornreiher Tor besaß. Der Fischerhuder entschied sich aber für einen Querpass anstatt es alleine zu probieren – Chance vertan. Diese Phase war es dann auch, die Spielertrainer Nils Gresens in der Nachbetrachtung überhaupt nicht gefiel. „Wir haben da etwas zu ungeduldig gespielt und nicht mehr so gut den Ball laufen lassen“, meinte er.

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Die zweite Halbzeit klappte das besser. Kevin Sammann merkte dies sofort. „Ich musste viel mehr nach hinten arbeiten“, sagte er. Und sich den einen oder anderen Spruch der Ex-Kollegen anhören müssen. „Das gehört dazu“, grinste er und konterte seinerseits: „Hauptsache Meikel hat nicht getroffen.“ Die Einschläge zum 3:0 und 4:0 konnte auch er nicht verhindern. Dem Treffer von Michel Waldow (63.) folgte schließlich das schönste Tor des Tages von Michel Klimmek, der nach einer sehenswerten Kombination über fünf Stationen nur noch einschieben musste. Die Restspielzeit hielten sich die Gäste immerhin schadlos, auch wenn es für sie noch einmal knapp wurde. Ausgerechnet Kevin Sammann hatte Glück, dass sein Klärungsversuch so gerade am eigenen Tor vorbeiging.

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