SV Blau-Weiß Bornreihe

Rücktritt - Comeback - Rücktritt - Comeback - Doppeltorschütze - Klassenerhalt!

Wie hätte der letzte Fußball-Spieltag der Saison werden können? Das fragt sich an diesem Wochenende die Sportredaktion. Landesligist SV Bornreihe benötigt sechs Trainerrücktritte zum Klassenerhalt.
06.06.2020, 13:36
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Rücktritt - Comeback - Rücktritt - Comeback - Doppeltorschütze - Klassenerhalt!
Von Tobias Dohr

Landkreis Osterholz. Was wäre gewesen, wenn...? Diese Frage treibt Tausende Amateurfußballer an diesem Wochenende wohl ganz besonders um. Denn an diesem Sonnabend wäre in den allermeisten Amateurligen Niedersachsens der letzte Spieltag ausgetragen worden. Tränen der Freude und der Trauer wären geflossen, ebenso wie der Meistersekt. Wie immer hätte der Sport ganz besondere Geschichten geschrieben, einige Legenden wären sicherlich ebenfalls entstanden. Wie das eben an einem letzten Spieltag so ist, wenn sich eine komplette Saison entscheidet. Die Sportredaktion hat ein paar dieser Geschichten aufgeschrieben – wie sie hätten passieren können. Oder anders gesagt: Wir skizzieren den letzten Fußball-Spieltag in Ober-, Landes- und Bezirksliga nach – wie wir ihn auch ganz gerne mal aufgeschrieben hätten. Nämlich mit einem Augenzwinkern.

SV Blau-Weiß Bornreihe – VfL Güldenstern Stade 2:1 (0:1): Wie hatte es nur soweit kommen können? Nach dem tollen Start ins Jahr 2020 kassieren die „Moorteufel“ fünf Niederlagen am Stück – und rutschen zurück in den Tabellenkeller. Der Verein zieht daraufhin ein weiteres Mal seine Geheimwaffe aus dem Ärmel: Michael Rickers. Am 24. Spieltag übernimmt „Zicke“ ein drittes Mal die Blau-Weißen, tritt jedoch nach einem anfänglichem 1:0-Sieg über Treubund Lüneburg und einer krachenden 1:8-Niederlage bei Eintracht Lüneburg nach dem 25. Spieltag erneut zurück. Nachdem es am 26. Spieltag aber wieder nicht zu Punkten reicht (0:4 beim VfL Lüneburg) überredet der Klub aus dem Teufelsmoor Rickers zu einem spontanen Comeback. Klappe, die Vierte!

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Am 27. Spieltag steht er also wieder an der Seitenlinie und sieht einen desaströsen Auftritt der Mannschaft. „Das lasse ich mir nicht mehr bieten“, sagt er nach dem 0:4 gegen Emmendorf – und tritt zurück. Das Team siegt daraufhin in Uelzen mit 1:0, kassiert dann aber ein schlimmes 0:8 in Ottersberg. Rickers und die Mannschaft setzen sich noch einmal zusammen: „Ich kann diesen tollen Verein und diese klasse Mannschaft einfach nicht im Stich lassen“, sagt der Coach und übernimmt die Mannschaft am finalen 30. Spieltag zum fünften Mal. Im Heimspiel gegen Stade geht es nun um alles. Ein Sieg – und die „Moorteufel“ bleiben in der Landesliga. Doch Stade geht früh in Führung, und Rickers tritt folgerichtig in der Halbzeitpause von seinem Posten zurück. Doch diesmal bleibt der belebende Effekt aus. Kurzerhand übernimmt der Coach in der 70. Minute wieder das Zepter, und greift schließlich zum letzten Mittel: Er zieht sich den Trainingsanzug aus und wechselt sich in der 89. Minute selbst ein. Zwei Minuten später wird der zweifache Torschütze Rickers von einer Jubelmenge in blau-weiß auf den Händen ins Bornreiher Vereinsheim getragen – und verlässt dieses erst am nächsten Morgen. Ob er zu diesem Zeitpunkt noch Bornreiher Trainer ist oder nicht, das weiß niemand mehr so genau.

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