Fußball-Bezirksliga Lüneburg Hambergen-Coach Schürhaus im Interview: „Ab jetzt haben wir nur noch Endspiele“

Acht Spiele hat der FC Hambergen noch zu bestreiten. Der Bezirksliga-Zweite steht nach der jüngsten Niederlage gegen Mitkonkurrent TSV Etelsen unter Druck, wie Trainer Eric Schürhaus im Interview bestätigt.
12.04.2019, 10:25
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Hambergen-Coach Schürhaus im Interview: „Ab jetzt haben wir nur noch Endspiele“
Von Dennis Schott

Herr Schürhaus, man sagt ja: Siege gegen unmittelbare Konkurrenten sind doppelt wichtig. Jetzt haben sie mit ihrem Team gegen den TSV Etelsen, einem unmittelbaren Konkurrenten, verloren. Ist diese Niederlage nun doppelt ärgerlich?

Eric Schürhaus: Sie tut auf jeden Fall weh, wie jede andere Niederlage aber auch. Grundsätzlich wollen wir ja immer gewinnen. Das wollten wir auch gegen Etelsen, zumal es ein Sechs-Punkte-Spiel war. Das ist uns leider nicht gelungen.

Der Tenor nach dem 0:1 war überraschend positiv. Sie haben die starke Leistung Ihres Teams in einem nicht gerade ansehnlichen Spiel gelobt. Von der verpassten Möglichkeit, sich von Etelsen zu distanzieren oder zumindest den Abstand zu wahren, war hinterher keine Rede. War wirklich alles eher gut als schlecht?

Das mit dem „nicht gerade ansehnlich“ muss man relativieren. Es lief ganz anders als im Hinspiel, weil Etelsen fast nur hinten drinstand und das auch sehr gut gemacht hat. Damit hatten wir unsere Probleme. Aber deswegen war nicht alles schlecht. Wir hatten eine extrem hohe Laufbereitschaft, und das an einem Tag, an dem es überraschend 15 Grad wärmer war als in den Tagen vorher. Aber man kann schon sagen, dass uns das letzte Aufbäumen gefehlt und wir auch nicht so das Matchglück auf unserer Seite hatten. Aber einen großen Vorwurf will ich meiner Mannschaft nicht machen.

Acht Partien muss der FC Hambergen noch absolvieren. Ihr Kapitän Dennis Heineke sagt: „Wir müssen nun jedes Spiel gewinnen, um noch eine Chance auf den Titel zu haben.“ Sehen Sie das ähnlich?

Ja, ab jetzt haben wir nur noch Endspiele. Wir sollten tunlichst keinen Punkt mehr abgeben. Das ist für die Jungs auch mental total anspruchsvoll, weil sie wissen, dass wir uns nichts mehr erlauben dürfen. Unabhängig davon muss ich aber auch betonen: Wir sind nicht zum Aufstieg verdammt.

Aber eingedenk der vergangenen beiden Saisons, in denen Ihr Team jeweils Vize-Meister wurde, können Sie sich auch nicht von einem gewissen Druck freisprechen, oder?

Wir wollen ja selber auch aufsteigen. Es gibt nur personell einige Fragezeichen. Manche verändern sich privat und könnten dann den Aufwand in der Landesliga nicht mittragen. Für andere wäre die Landesliga wohl zu hoch. Außerdem ist es auch so, dass potenzielle Neuzugänge abwarten, wo wir nächste Saison spielen. Und die Spielklasse ist auch bei den jetzigen Spielern natürlich ein Thema.

Also ist der FC Hambergen doch zum Aufstieg verdammt.

Es wird auch unabhängig davon beim FC Hambergen weitergehen. Die Frage ist nur wie. Wir werden uns so oder so zusammensetzen müssen im Verein und überlegen, ob wir diese Fußballromantik fortführen wollen. Andere Vereine investieren wesentlich mehr und haben Interesse an unseren Spielern. Da können wir nicht mithalten, weil uns der Gönner im Hintergrund fehlt. Aber wir sind ein Verein, der gute Fußballer ausbildet und davon profitieren sollte.

Gibt es denn eine Garantie, dass die Mannschaft bei einem Aufstieg zusammenbleibt?

Bei Finn-Niklas Klaus zum Beispiel bin ich mir ziemlich sicher, dass er bei einem Aufstieg bleiben würde. Da hatten wir bislang sehr gute Gespräche und ich kämpfe auch natürlich darum, dass er bleibt. Aber eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Bei anderen will ich gar nicht so ins Detail gehen. Aber ich hatte versucht, durch meine Zusage, die ich ja schon im Dezember gegeben habe, bei der Planung ein klares Zeichen zu geben.

Was hat der Mannschaft denn in den vergangenen beiden Jahren gefehlt, um ganz oben zu landen und glauben Sie, dass sie dieses Defizit nun abgestellt hat?

In der Hinrunde haben wir einige Punkte verschenkt, da hat uns teilweise die Konstanz gefehlt. Man muss insgesamt aber auch die Rahmenbedingungen miteinbeziehen. Etelsen zum Beispiel fliegt im Winter ins Trainingslager in die Türkei, während wir versuchen, mit dem Wetter hier vor Ort klarzukommen und mit den gegebenen Möglichkeiten ein gutes Training anzubieten. Das ist schwierig genug für uns. Wir können auch nicht wie Ottersberg auf die Halle ausweichen, weil wir keine festen Hallenzeiten haben. Solche Kleinigkeiten können am Ende einer Saison entscheidend sein.

Apropos Kleinigkeiten: Ihr Team trifft noch auf Spitzenreiter TSV Ottersberg. Kann dieses eine Spiel am Ende entscheidend sein?

Das wäre möglich. Das hängt auch ein Stück davon ab, wie Ottersberg gegen Etelsen am Ostermontag spielt. Aber abgesehen davon müssen wir unsere Hausaufgaben machen und dann müssen wir schauen, ob es reicht oder nicht. Das Blöde ist ja auch, dass wir vor dem letzten Spieltag bereits fertig sind, weil wir am Ende spielfrei sind.

Ihr Team trifft an diesem Sonntag im Derby auf den SV Komet Pennigbüttel. Was erwarten Sie für ein Spiel?

Kein Fußballfeuerwerk, Pennigbüttel steht defensiv ja sehr stabil. Unser 4:3-Sieg im Hinspiel verlief da etwas atypisch, weil so viele Tore fielen. Es wird ein enges Spiel, das über den Kampf entschieden wird. Aber unser Auftrag ist klar. Außerdem wollen wir unbedingt gewinnen, weil es auch ein Derby ist.

Das Gespräch führte Dennis Schott.

Info

Zur Person

Eric Schürhaus (34)

trainiert den FC Hambergen in seiner zweiten Saison und führte den Bezirksligisten wie sein Vorgänger Christian Hasloop auf Platz zwei. Nach diesen Vize-Meisterschaften ist das erklärte Ziel nun der Aufstieg in die Landesliga. Das Team steht mit vier Punkten Rückstand und einem Spiel mehr in der Hinterhand gegenüber Tabellenführer TSV Ottersberg auf Platz zwei. Auf Rang drei folgt der TSV Etelsen.

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