Fußball-Testspiel

Vorbereitungskracher in Bornreihe: „Moorteufel“ empfangen Hagen/Uthlede

Langsam wird es ernst. In eineinhalb Wochen startet die neue Fußball-Saison. Am Donnerstagabend steigt aber noch ein echter Testspielkracher: Der SV Bornreihe empfängt Oberligist Hagen/Uthlede (19.30 Uhr).
27.08.2020, 09:12
Lesedauer: 4 Min
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Vorbereitungskracher in Bornreihe: „Moorteufel“ empfangen Hagen/Uthlede
Von Tobias Dohr
Vorbereitungskracher in Bornreihe: „Moorteufel“ empfangen Hagen/Uthlede

"Lewis war im Mai und Juni im Probetraining bei uns und hat uns da überzeugt": Hagens Coach Carsten Werde freut sich über Neuzugang Stroth.

Tobias Dohr

Hagen/Bornreihe. Langsam wird es ernst. Wenn die Oberliga-Fußballer am heutigen Abend beim SV Blau-Weiß Bornreihe zum überaus attraktiven Testspiel antreten (Anpfiff 19.30 Uhr), dann wird es die letzte Vorbereitungspartie für die Grün-Schwarzen sein. Dass die Generalprobe gegen einen derart starken Gegner geht, ist natürlich kein Zufall. FC-Trainer Carsten Werde will seinen Schützlingen zehn Tage vor dem Saisonstart gegen den TuS Bersenbrück noch einmal alles abverlangen.

Und die Hagener Spieler sollten gegen die derzeit blendend aufgelegten „Moorteufel“ doppelt motiviert sein. Zum einen ist da natürlich die seit Jahren bestehende Konkurrenz zwischen den beiden Klubs, die zwar immer von größtem gegenseitigem Respekt geprägt war und ist, aber dennoch natürlich nicht von der Hand zu weisen ist. Zum anderen aber haben die Hagener ganz konkret auch durchaus Grund zur Wiedergutmachung. Denn das vorerst letzte Testspiel am vergangenen Sonntag gegen den SC Borgfeld (0:2) war der einzige Ausreißer in einer ansonsten durchaus vielversprechenden Vorbereitungszeit. Doch dieser Ausreißer durchschlug nach unten gleich mal etliche Tiefen.

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„Bisher hatten wir aus allen Testspielen immer viel mitnehmen können, aus dem Borgfeld-Spiel konnten wir Nullkommanull mitnehmen“, sagt Carsten Werde mit Blick auf einen völlig gebrauchten Nachmittag. Dem will der Hagener Coach natürlich nicht allzu viel Bedeutung beimessen, schlechtere Spiele gehören schließlich immer auch zu einer Vorbereitungsphase dazu. Was Werde viel mehr zu denken gab, war die Tatsache, dass die Spieler, die gegen Borgfeld zum Einsatz gekommen waren, ihre Chance so wenig beim Schopfe zu packen wussten. Denn Werde hatte nach dem schweren Testspiel am Freitagabend gegen Regionalligist Drochtersen/Assel zwei Tage später in erster Linie jene Spieler aufgeboten, die bislang etwas weniger Einsatzzeit bekommen hatten.

Einen, den man durchaus auch zu dieser Gilde zählen kann, ist Lewis Bela Stroth. Der 19 jährige Abwehrspieler kam im Testspiel gegen Regionalligist Drochtersen/Assel erstmals zum Einsatz, gegen Borgfeld feierte er nun seine Premiere in der Hagener Startelf. Ausgerechnet gegen Borgfeld, denn vom SC wechselte Stroth schließlich quasi in den Landkreis Cuxhaven. „Lewis war im Mai und Juni im Probetraining bei uns und hat uns da überzeugt“, verrät Carsten Werde. Das letzte halbe Jahr gehörte der junge Defensivakteur allerdings dem JFV Rehden an, vor Weihnachten lief Stroth aber bereits zweimal für den SC Borgfeld in der Bremen-Liga auf.

„Er bringt physisch alle Voraussetzungen mit, muss aber taktisch noch das eine oder andere dazulernen. Das ist aber ganz normal und das weiß Lewis auch“, sagt Carsten Werde. Und noch eine Personalie gibt es zu vermelden beim Oberligisten: Sadrak-Kalemba Nankishi schloss sich kurzfristig noch dem Bremen-Ligisten Bremer SV an. Diesbezüglich will der Hagener Coach das Borgfeld-Spiel dann auch schnell abhaken und sich lieber wieder dem so produktiven Charakter der Mannschaft zuwenden.

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„Die Mannschaft hat bisher richtig gut mitgemacht in den vergangenen Wochen der Vorbereitung“, hebt Werde noch einmal hervor. Und genau diese Einstellung wollen die Grün-Schwarzen nun auch in die Saison mit reinnehmen. Für diese etwas andere Oberliga-Spielzeit mit zwei geteilten Staffeln hat der Verein nun übrigens auch den Dauerkarten-Verkauf offiziell gestartet. Die neuen Jahrestickets kosten im Normalpreis 75 Euro, ermäßigte Tickets gibt es für Schüler, Auszubildende, Studenten, Rentner, Arbeitslose, Schwerbehinderte mit gültigem Ausweis für 55 Euro.

Ähnlich positiv wie in Hagen ist im Übrigen auch die Stimmung im Lager von Landesligist SV Bornreihe, wie Spielertrainer Nils Gresens verrät: Wir sind bisher wirklich sehr gut durch die Vorbereitung gekommen." Damit meint Gresens zum einen die vielversprechenden Testspielauftritte, aber auch die Tatsache, dass es bislang so gut wie keine Verletzten gab. "Entscheidend ist aber, diese Form auch in die Saison mitzunehmen", weiß Gresens, dass alle Testspiele am Ende Muster ohne Wert sind. Auf das Testspiel gegen Hagen/Uthlede freuen sie sich in Bornreihe gleich aus mehrerlei Gründen.

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Zum einen wird am Donnerstagabend die neue Flutlicht-Anlage eingeweiht. Zum anderen ist es laut Gresens genau der richtige Gegner zur richtigen Zeit. 300 Zuschauer sind maximal erlaubt, der Verein bittet darum, dass die Kontaktformulare möglichst schon vorher ausgefüllt werden, beziehungsweise die Zuschauer rechtzeitig vor Ort sind. Am vergangenen Sonntag beim Testspiel gegen SG Aumund-Vegesack (4:1) hatten sich an den Kassenhäuschen lange Warteschlangen gebildet.

Info

Zur Sache

Hagener Saisonstart nach Todesfall ungewiss

Eigentlich soll für den FC Hagen/Uthlede die Oberliga-Saison am Sonnabend, 5. September, mit einem Heimspiel gegen den TuS Bersenbrück losgehen. Doch ob das wirklich so kommen wird, ist zum derzeitigen Zeitpunkt noch vollkommen ungewiss. Denn in Bersenbrück denkt momentan niemand ans Fußballspielen. Am vergangenen Sonnabend bekam der Verein die schockierende Nachricht, dass Co-Trainer Emil Jula völlig überraschend im Alter von 40 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben ist.

Alle geplanten Testspiele wurden daraufhin abgesagt. Ob die Bersenbrücker zum Saisonstart spielen, steht noch nicht fest. Im Sommer 2015 schloss sich der ehemalige Bundesliga-Profi dem damaligen Landesligisten TuS Bersenbrück an, mit dem er im Jahr 2016 in die Oberliga aufstieg. Seine Fußballkarriere beendete er im Sommer 2018. Von da an war Jula im Trainerstab des TuS Bersenbrück als Co-Trainer tätig. Der Rumäne kam 2008 von Otelul Galati zum FC Energie Cottbus in die Bundesliga, machte 27 Spiele (4 Tore) für die Lausitzer. Es folgten Stationen beim MSV Duisburg, Anorthosis Famagusta (Zypern) und VfL Osnabrück. Jula hinterlässt eine Frau und eine Tochter.

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