Fußball-Landesliga Lüneburg

Unerklärliche Tiefschlafphasen

Die dritte Niederlage in Folge: Beim 1:4 daheim gegen Treubund Lüneburg gab es verschiedene Gründe beim SV BW Bornreihe, weshalb Abwehr und Angriff nicht so funktionierten wie eigentlich geplant.
09.09.2018, 20:47
Lesedauer: 2 Min
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Von karsten Hollmann
Unerklärliche Tiefschlafphasen

Nach einem missglückten Fallrückzieher von Bornreihes Steffen Dietrich (am Boden) fiel der Abpraller Jeremy da Rocha Nunes vor die Füße, doch MTV-Keeper Lukas Broihan parierte.

Specht

Bornreihe. "Was ist denn los?", fragte ein verzweifelter Trainer des SV Blau-Weiß Bornreihe, Saša Pinter, seine Mannen nach dem Gegentreffer zum 0:2. Aber irgendwie wusste niemand so recht, was mit den Gastgebern bei der 1:4-Schlappe gegen den MTV Treubund Lüneburg in der Fußball-Landesliga los war. Die aggressiv und früh attackierenden Gästen kauften dem Heimteam bereits in der Anfangsphase den Schneid ab.

Nach zwei 1:2-Schlappen gegen den MTV in der vergangenen Saison schien der Respekt der Hausherren vor dem Kontrahenten groß zu sein. Blitzschnell kamen die Lüneburger immer wieder über die Flügel nach vorne und stürzten die Abwehr der "Moorteufel" in so manche Verlegenheit. Vor allem Youngster Loris Menger hatte auf der rechten Abwehrseite seine liebe Mühe und Not mit seinem Gegenspieler. Bereits nach 120 Sekunden prüfte Treubunds Spielmacher Malte Meyer erstmals SV-Keeper Daniel Griesbach. Kurz darauf köpfte Max Ratzeburg das Spielgerät nach einem Eckball über den Bornreiher Kasten. "Reinkommen, Männer", forderte Griesbach seine Vorderleute auf.

Ins selbe Horn blies wenig später Innenverteidiger Steffen Dietrich: "Wir müssen aggressiver sein." Es half aber alles nichts. Nach einer Viertelstunde belohnte Malte Meyer seine Farben mit einem sehenswert aus 25 Metern direkt verwandelten Freistoß mit dem 1:0. Der Freistoß, von Bornreihes Kapitän Nils Gresens verursacht, war aber durchaus strittig. Daniel Griesbach zeigte sich beim ersten Gegentor wütend auf seine Mauer: "Ihr geht mit drei Mann weg."

Leon Perera hätte mit einer Direktabnahme auf Linksflanke von Thorben Glüsing beinahe auf 2:0 gestellt (20.). Im Gegenzug setzte Adrian Chwiendacz auf der anderen Seite das erste Lebenszeichen. MTV-Torwart Lukas Broihan war aber zur Stelle. Max Ratzeburg fädelte mit einer Hereingabe von links die Vorentscheidung ein. Dabei traf Torschütze Thorben Glüsing den Ball in der Mitte gar nicht richtig (27.). Sasa Pinter reagierte und nahm Innenverteidiger Christopher Stolz vom Rasen.

Nils Gresens rückte fortan ins Abwehrzentrum einer Dreierkette. Kevin Sammann ging ins Mittelfeld vor. "Nach dem 0:2 haben wir uns zusammengerissen und sind zwingender geworden", urteilte Pinter. Die Offensivaktionen der Blau-Weißen führten aber nicht zum Erfolg. Der letzte Pass, die finale Flanke kam häufig nicht an. Exemplarisch war eine Flanke von Miguel Mendoza, die zu ungenau geriet. "Immer wenn es anfängt zu schmecken", kommentierte Pinter die Szene.

Nach einer Hereingabe von Joker Jeremy da Rocha Nunes köpfte Torben Poppe den Ball unbedrängt knapp vorbei (42.). Sekunden vor der Pause wehrte Lukas Broihan einen Schuss von da Rocha Nunes ab. "Wir hatten auch unsere Möglichkeiten. Aber das Qualitätsmerkmal einer guten Chancenverwertung können wir derzeit nicht anbieten", bedauerte Pinter.

Eine Zeigerumdrehung nach dem Wiederanpfiff zog Thorben Glüsing den Platzherren mit dem 3:0 endgültig den Zahn. Direkt im Anschluss verpasste Torben Poppe mit einem Kopfball auf Mendoza-Flanke knapp das 1:3. Steffen Hattendorf schob sechs Minuten hiernach das 4:0 nach. "Damit war die Angelegenheit praktisch gegessen", räumte Pinter ein. Er konnte sich die Tiefschlafphasen seines Teams nicht erklären. "Vor allem in den ersten 25 Minuten waren die Lüneburger vom Kopf her frischer und williger. Uns hat der Biss in der Zeit dagegen gefehlt", so der SV-Coach.

Torben Poppe sorgte aber nach einem Eckball von Adrian Chwiendacz und einem Abpraller aus Nahdistanz wenigstens noch für den Ehrentreffer (64.). "Wir müssen aber der Realität ins Auge sehen, dass wir in den entscheidenden Momenten einfach nicht da waren. Deshalb hat Lüneburg auch verdient gewonnen", bilanzierte Saša Pinter.

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