„Unsere Vereine“: TSV Wallhöfen Der große Brand von 2003

Pokale, Trikots, Wimpel – neben den Räumlichkeiten vernichtete das große Feuer auch viele Erinnerungsstücke im Vereinsheim des TSV Wallhöfen.
03.02.2021, 10:15
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Der große Brand von 2003
Von Tobias Dohr

Unvergessliche Nächte sind in den allermeisten Fällen ja verbunden mit schönen Erinnerungen. In diesem Fall war es allerdings ganz anders. Vergessen kann und wird Wilfried Jokisch die Nacht vom 21. Mai 2003 niemals. Der damalige Vereinsvorsitzende des TSV wohnt in unmittelbarer Nähe zum Wallhöfener Vereinsheim und bekam nach Ertönen der Sirenen deshalb auch live mit, was sich im Waldstadion für ein Drama abspielte.

Aus dem Dachstuhl des Vereinsheims loderten meterhohe Flammen, das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern vollständig ab. „Da war nichts mehr zu retten“, erinnert sich Jokisch an jene unheilvolle Nacht. Pokale, Trikots, Wimpel – neben den Räumlichkeiten vernichtete das Feuer auch viele Erinnerungsstücke. Glück im Unglück: Wären beim Bau im Jahre 1974 die angrenzende Schützenhalle und das Vereinsheim nicht mit getrennten Dächern und einer Brandschutzmauer miteinander verbunden worden, wäre auch die Schützenhalle den Flammen zum Opfer gefallen.

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Doch auch so hatte der TSV Wallhöfen in den kommenden Monaten und Jahren eine Herkulesaufgabe zu stemmen – eine, die ohne die tatkräftige Unterstützung der vielen Mitglieder wohl kaum zu bewältigen gewesen wäre. Zudem ließen das Vorstandsteam um Wilfried Jokisch, Jan Rohde und Günther Weidling nichts unversucht. Der gelernte Architekt Jokisch wusste schon damals: „Aufbauen kann man schnell wieder etwas, man benötigt halt das nötige Geld dafür.“ Am Ende kam neben der Zahlung der Versicherung auch ein Zuschuss der Gemeinde Vollersode hinzu, ebenso wie zahlreiche Spenden vieler Firmen und Privatleute. „Das hat uns alles ganz schön lange beschäftigt“, erinnert sich Jokisch. Die Existenz des Vereins habe jedoch nie auf dem Spiel gestanden.

Jetzt steht in Wallhöfen seit vielen Jahren ein Vereinsheim, um das der Klub von vielen anderen Vereinen im Landkreis Osterholz beneidet wird. „Schöner, größer, moderner“, bringt es Jokisch auf den Punkt. Als Glücksfall würde der damalige Vereinsvorsitzende den Brand auch aus heutiger Sicht trotzdem niemals bezeichnen. Großes Glück im großen Unglück würde zu diesem Kapitel der Vereinsgeschichte besser passen. „In jedem Fall war das alles sehr emotional damals“, so Wilfried Jokisch.

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