„Unsere Vereine“: TSV Wallhöfen - Kultfigur Bruno Polkehn (Platzwart ehrenhalber)

32 Jahre lang war Bruno Polkehn der Mann mit dem Kreidewagen. Und nicht nur das. Beim TSV Wallhöfen ist der mittlerweile 84-Jährige aus vielerlei Hinsicht eine echte Kultfigur.
03.02.2021, 10:00
Lesedauer: 2 Min
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Bruno Polkehn (Platzwart ehrenhalber)
Von Tobias Dohr

Solche wie Bruno Polkehn gibt es nicht mehr oft. Das wissen sie natürlich beim TSV Wallhöfen. Doch das kann man in Zeiten, in denen selbst bei ehrenamtlichen Tätigkeiten oft ums Geld gefeilscht wird, nun einmal nicht oft genug sagen. Wo andernorts für die Pflege der Plätze einiges an Geld in die Hand genommen werden muss, konnten sie sich beim TSV glücklich schätzen.

32 Jahre lang war Bruno Polkehn der Mann mit dem Kreidewagen. Und nicht nur das. Der mittlerweile 84-Jährige stand dem Verein, in dem er seit 1947 Mitglied ist, viele Jahre als zweiter Vorsitzender vor, bekleidete zudem auch einige Jahre die Position des Fußball-Spartenvorstands. Doch vor allem mit seiner Platzwarttätigkeit erreichte Polkehn im Verein Legendenstatus. Denn das, was er dort mit seinem Enthusiasmus für die Aufgabe auf die Beine stellte, suchte seinesgleichen. So kam es schon mal vor, dass kurz vor Weihnachten im gesamten Landkreis witterungsbedingt alle Fußballspiele abgesagt werden mussten – nur im Wallhöfener Waldstadion konnte gespielt werden.

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Mit zehn Jahren trat Polkehn dem TSV bei, durchlief dann alle Altersklassen. „Jugend, Jungmann, Herren, Altherren, Senioren“, zählt er auf. Ein Achillessehnenriss beendete die eigene Laufbahn. „Diese Verletzung war damals praktisch immer das Karriereende“, erinnert sich Polkehn, dessen Fuß neun Wochen eingegipst blieb. Fortan engagierte er sich in der Vereinsarbeit, übernahm verschiedenste Positionen. „Ich habe fast alles gemacht im Verein“, sagt Polkehn schmunzelnd. Nur als Trainer sei er nie in Aktion getreten. „Ich hatte ja genug anderes zu tun“, sagt Polkehn. Fünf verschiedene Plätze hat er im Laufe der Jahrzehnte in Wallhöfen betreut und gepflegt, die Geschichte des Klubs maßgeblich mitgeprägt.

Deshalb ließ ihm der Verein vor 14 Jahren, als er dann tatsächlich seinen Rücktritt als Platzwart vollzog, auch eine ganz besondere Ehre zuteilwerden. In welchem Verein gibt es schon einen „Ehrenplatzwart“? Zu genau diesem wurde Bruno Polkehn 2007 ernannt. „Die Fußballer wollten ihn nach all diesen Jahren einfach auf ganz besondere Weise ehren“, berichtet Jörg Gantzkow. Der 1. Vorsitzende des Vereins weiß nur zu gut, wie besonders Bruno Polkehn war und ist: „Meistens wird bei solchen Tätigkeiten erst mal gefragt: Was bringt mir das?“ Genau diese Frage hat Bruno Polken, Wallhöfens Platzwart ehrenhalber, nie gestellt.

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