Kokain konsumiert Auffahrunfall mit Folgen

Wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung in Tateinheit mit Fahren ohne Fahrerlaubnis ist ein 45-jähriger Bokeler zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte Kokain konsumiert.
20.02.2020, 14:00
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Von Friedrich-Wilhelm Armbrust

Osterholz-Scharmbeck. „Ich wollte in Richtung Stadt, musste aber an der Fußgängerampel halten. Da knallte es. Das war ein ganz schöner Ruck.“ Das sagte ein 63-jähriger Zeuge über einen Auffahrunfall in der Ritterhuder Straße in Höhe eines Autohauses aus. Das war Mitte Oktober 2018 am späten Nachmittag.

Ein 45-Jähriger aus Bokel war dem Kreisstädter aufs Heck gefahren. Der Sachschaden betrug um die 6000 Euro. Wegen dieses Auffahrunfalls hatte sich der Unfallverursacher jetzt vor dem Amtsgericht zu verantworten. Doch das Ganze war nicht einfach nur ein Unfall.

Denn erstens war der Bokeler ohne Fahrerlaubnis unterwegs. Gegen ihn war schon eine Führerscheinsperre vom Amtsgericht Geestland bis Mitte 2021 verhängt worden. Zum anderen stellte das Landeskriminalamt im Blut des 45-Jährigen Spuren von Kokain fest. Mithin war der vermeintliche Auffahrunfall eine fahrlässige Straßenverkehrsgefährdung in Tateinheit mit Fahren ohne Fahrerlaubnis.

Der Angeklagte, ein Hartz-IV-Empfänger, räumte den Tatvorwurf ein: „Das ist alles richtig.“ Auch, dass er am Tag zuvor Kokain konsumiert habe. Dazu verlas Strafrichterin Johanna Kopischke ein rechtsmedizinisches toxologisches Gutachten. Aus dem ging hervor, dass der Bokeler während des Unfalls unter der Wirkung von Kokain gestanden hat. Deshalb sei er nicht in der Lage gewesen, sein Fahrzeug sicher zu führen, war die Schlussfolgerung.

„Ihr Bundeszentralregister-Auszug spricht Bände“, hielt die Staatsanwältin dem Angeklagten vor. Der enthält immerhin 22 Eintragungen. Schon 1991 als Jugendlicher wurde der Bokeler straffällig. Delikte waren mehrfach Fahren ohne Fahrerlaubnis und Diebstahl, Kennzeichenmissbrauch, Unterschlagung, Hehlerei und Sachbeschädigung. Eine Unaufmerksamkeit und eine Überschätzung aufgrund des Kokainkonsums waren für die Juristin verantwortlich für den Unfall. Sie beantragte eine Freiheitsstrafe von fünf Monaten, für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Hinzu sollte eine Therapieauflage für den drogenabhängigen Mann kommen.

Diesem Antrag schlossen sich sowohl Verteidiger Volker Arnd Schulz als auch Strafrichterin Kopischke an. „Sie müssen Ihre Sucht in den Griff kriegen“, gab die Richterin dem Angeklagten mit auf den Weg. Dazu kam die Auflage, sich innerhalb der kommenden drei Monate an eine therapeutische Einrichtung zu wenden. Das Urteil ist rechtskräftig.

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