Freiwillige Feuerwehren in Worpswede

Der Chef kriegt 30 Euro mehr

Nach über elf Jahren wird die Aufwandsentschädigung für Funktionsträger der Worpsweder Feuerwehren erstmals wieder erhöht.
16.06.2021, 13:04
Lesedauer: 3 Min
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Von Johannes Kessels
Der Chef kriegt 30 Euro mehr

Die Aufwandsentschädigungen für Funktionsträger der Freiwilligen Feuerwehren in der Gemeinde Worpswede werden im nächsten Jahr steigen.

Lars Fischer

Worpswede. Nach über elf Jahren wird die Aufwandsentschädigung für Funktionsträger der freiwilligen Feuerwehren in der Gemeinde Worpswede zum Anfang des nächsten Jahres erstmals erhöht. Der Finanzausschuss erklärte sich in seiner jüngsten Sitzung mit den Wünschen einverstanden, die das Gemeindekommando als Leitungsgremium der gesamten Worpsweder Feuerwehr geäußert hatte. Der Kämmerer als oberster Hüter der Gemeindefinanzen hätte, wäre es nach ihm gegangen, sogar noch mehr bewilligt.

Zuletzt wurden die Aufwandsentschädigungen für den Gemeindebrandmeister, seinen Stellvertreter, die sieben Ortsbrandmeister mit Stellvertretern und andere Funktionsträger wie Funk- und Gerätewarte, Sicherheitsbeauftragte und die Leiter der Kinder- und Jugendfeuerwehren im Mai 2011 erhöht. Jetzt hat die Verwaltung, wie Kämmerer Dietmar Höhn im Ausschuss berichtete, die Sätze von Worpswede mit denen der übrigen Gemeinden im Landkreis Osterholz verglichen. Dabei lag Worpswede im Mittelfeld: Der Gemeindebrandmeister erhält pro Monat einen Grundbetrag von 110 Euro, dazu eine Zulage für jede der sieben Ortswehren und eine Fahrtkostenpauschale, womit er insgesamt auf 180 Euro im Monat kommt. Für seinen Stellvertreter liegt der Grundbetrag bei 120 Euro, Zulagen gibt es für ihn nicht. Die Ortsbrandmeister erhalten je nach Größe der Ortswehr einen Gesamtbetrag von 112 Euro, 92 Euro und 72 Euro monatlich.

Die bescheidensten Aufwandsentschädigungen zahlt die Gemeinde Grasberg: 133 Euro für den Gemeindebrandmeister, genau die Hälfte für seinen Stellvertreter, 54 bis 77 Euro für die Ortsbrandmeister. Am großzügigsten ist die Kreisstadt Osterholz-Scharmbeck, dort bekommt der Gemeindebrandmeister 287 Euro. In Lilienthal sind es sieben Euro weniger, Hambergen und Ritterhude liegen in der Mitte mit ungefähr den gleichen Beträgen wie Worpswede. Schwanewede ist in der Liste nicht enthalten.

Jetzt werden bei der Worpsweder Feuerwehr drei neue Funktionen eingeführt. Neben dem Funkwart auf Gemeindeebene sollen die Ortswehren eigene Funkwarte bekommen, weil der Aufwand durch Funkgeräte in den Fahrzeugen und die Meldeempfänger der Feuerwehrleute erheblich gestiegen ist. Neu ist auch ein Gemeindebrandschutzerzieher, der in den Schulen den Kindern beibringt, wie sie sich im Falle eines Brandes verhalten sollen. Davon verspricht sich die Feuerwehr auch neue Mitglieder für ihre Kinder- und Jugendabteilungen. Weil die Feuerwehrtechnische Zentrale in Pennigbüttel nicht genug Personal hat, kann sie die jährliche Überprüfung der elektrischen Geräte und der Elektroanlagen in den Feuerwehrhäusern nicht mehr leisten. Deshalb soll es jetzt in Worpswede zwei eigens dafür ausgebildete „Gemeindegerätewarte Elektroprüfung“ geben.

Die Einführung dieser neuen Posten hat die Verwaltung dazu bewogen, mit dem Gemeindekommando über eine generelle Anhebung der Aufwandsentschädigungen zu sprechen. „Die Feuerwehr war sehr moderat, ich hätte auch mit einer stärkeren Erhöhung leben können“, sagte Dietmar Höhn in der Sitzung. Künftig soll der Gemeindebrandmeister monatlich 210 Euro erhalten, sein Stellvertreter 140 Euro, die Ortsbrandmeister in einer Schwerpunktwehr 130 Euro, in einer Stützpunktwehr 110 Euro und in einer Feuerwehr mit Grundausstattung 85 Euro. Ihre Stellvertreter bekommen 85 Euro, 70 Euro und 55 Euro.

Bei den übrigen Funktionsträgern müssen sich die Sicherheitsbeauftragten der Feuerwehren mit Grundausstattung wie bisher mit 14 Euro begnügen. Alle anderen Aufwandsentschädigungen werden um etwa fünf bis 15 Euro auf 20 bis 50 Euro erhöht. Die Gemeindegerätewarte für die Elektroprüfung sollen 25 Euro erhalten, die Funkwarte der Ortswehren 20 Euro und der Gemeindebrandschutzerzieher 30 Euro. Insgesamt hat die Verwaltung Mehrkosten von 17.000 Euro im Jahr errechnet.

Die Anforderungen stiegen ständig, und es sei nicht einfach, genug Leute zu finden, meinte Bernd Rugen (Die Linke), in Zukunft solle man die Entschädigungen in kürzeren Abständen erhöhen. Auch Eva Bunn von der Unabhängigen Wählergemeinschaft fand, ehrenamtliche Arbeit müsse wertgeschätzt werden: „Ein Mehraufwand von 17.000 Euro ist absolut angemessen.“ Für Frank Bohling (SPD) ist dieser Betrag ohnehin eher eine Anerkennungszahlung als eine Aufwandsentschädigung. Michael Haar (CDU) fragte, ob auch die Gebühren für die Einsätze der Feuerwehr, sofern es sich nicht um Brandeinsätze handelt, sondern beispielsweise das Leerpumpen vollgelaufener Keller, erhöht werden sollen. Das sei geplant, erklärte Dietmar Höhn. Interessenten für die neuen Posten bei Gemeinde- und Ortswehren gebe es auch schon, die Verwaltung führe mit ihnen Gespräche. Damit wurde die Erhöhung der Aufwandsentschädigungen ohne weitere Diskussionen empfohlen.

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