„Night of Light“ in Worpswede Rotlicht-Appell

Mit „Night of Light“ will die Veranstaltungsbranche ein Notsignal an die Politik senden. Illuminiert werden sollen auch der Barkenhoff, die Music Hall und das Kaffee Worpswede.
19.06.2020, 20:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Michael Schön und Irene Niehaus

Worpswede/Osterholz-Scharmbeck. Messebauer, Veranstalter, Caterer, Eventagenturen und Veranstaltungstechniker – sie alle hat die Corona-Krise schwer getroffen. Daher will die deutsche Veranstaltungswirtschaft nun mit einer bundesweiten Aktion auf die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie-Auflagen aufmerksam machen. In der Nacht zu Dienstag, 23. Juni, sollen Gebäude, Bauwerke und Event-Locations Rot aufleuchten. Die sogenannte „Night of Light“ soll ein Zeichen setzen für die bedrohliche Lage der Veranstaltungswirtschaft. Die Organisatoren erwarten rund 3000 Teilnehmer in über 250 Orten bundesweit, die ihre Häuser ab 21 Uhr mit rotem Licht anstrahlen. Die Worpsweder Music Hall beteiligt sich an dieser Aktion, der Museumsverbund zeigt sich ebenfalls solidarisch und will an diesem Abend den Barkenhoff und das Kaffee Worpswede rot erstrahlen lassen.

Zwei Techniker der Music Hall wollen am Montagabend die Fassade der drei Gebäude in rotes Licht tauchen. Das Worpsweder Veranstaltungshaus will sich damit solidarisch erklären mit der Branche. Die Krise trifft die Music Hall allerdings bei weitem nicht so hart wie andere. Wie berichtet hat der Club, der als gemeinnütziger Verein geführt wird, eine eigene Spendenaktion am Osterwochenende gestartet. Vom ausgegebenen Ziel 72 000 Euro – die Summe reicht in etwa, um die laufenden Kosten für acht Monate zu decken – sei man nicht mehr weit entfernt, so Vorstandschefin Doris Fischer. Dank vieler treuer Freunde, die teilweise auch mehrmals spendeten, habe man bereits die 60 000 Euro-Marke übersprungen.

Viele Unternehmen aus der Veranstaltungswirtschaft wollen bei der Aktion „Night of Light“ mitmachen, darunter Firmen aus Borgfeld und Grasberg. Die Initiative für die Veranstaltungswirtschaft prophezeit: „...die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht.“ Sie befürchtet eine Pleitewelle enormen Ausmaßes mit gravierenden Folgen für den Arbeitsmarkt und die kulturelle Vielfalt. „Wir richten einen flammenden Appell an die Öffentlichkeit. Die Farbe Rot steht für die Leidenschaft für unseren Beruf“, erklärt Matthias Kühl von der Schwaneweder „AVM-Event“, die das Rathaus in Ritterhude sowie die Messe Bremen und die ÖVB-Arena beleuchten will. Die Eventmanagementfirmen „O Bex“ aus Ritterhude und „Musicgo Artist“ aus Osterholz-Scharmbeck werden die Mühle von Rönn in signalrotes Licht tauchen. „Unsere Branche war die erste, der man den Stecker gezogen hat und wird wohl auch die letzte sein, die wieder ans Netz kommt“, versichert Veranstaltungsprofi Thomas Rühl. Im Kleinbahnhof-Kulturzentrum (Kuz) will die Vereinsvorsitzende Alexandra Preißing die Fenster von innen „glühen“ lassen. In Osterholz-Scharmbeck ist beispielsweise die Stadthalle schwer getroffen. Konzerte, Theater und Comedy-Abende sowie Messen sind abgesagt. Auch „AVM“ ist praktisch über Nacht das Geschäftsmodell weggebrochen. Das Unternehmen beschäftigt 22 Mitarbeiter, die europaweit unterwegs sind. Matthias Kühl: „Seit März sind alle in Kurzarbeit.“

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