Angespannte wirtschaftliche Situation Jugendherberge bleibt zu

Die Jugendherberge in Worpswede bleibt wegen der Corona-Pandemie vorerst weiter geschlossen. Andere Häuser öffnen wieder, sie werden aber nur zu 60 Prozent belegt.
14.06.2020, 18:45
Lesedauer: 2 Min
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Von Irene Niehaus

Worpswede/Rotenburg. Nach gut zehnwöchiger Schließzeit ist ein Teil der Jugendherbergen im Nordwesten wieder an den Start gegangen: Von den 27 Häusern in der Region wurden 15 Ende Mai wiedereröffnet. Die Rotenburger Herberge, die seit Donnerstag wieder Gäste aufnehmen wollte, bleibt nun doch vorerst geschlossen, desgleichen das Worpsweder Haus und die Verdener Herberge. Einen festen Öffnungstermin gebe es noch nicht, sagte Jan-Walter Feldmann, der beide Einrichtungen leitet. Es könnte auf den 1. September hinauslaufen.

„Der Betrieb dieser Häuser ist aufgrund der Einschränkungen nicht wirtschaftlich“, so Feldmann. Aufgrund der Kontaktverbote und Abstandsregeln könnten theoretisch zurzeit nur Familien, Einzelreisende oder befreundete Paare aus zwei Familien sowie Freundeskreise aus zwei Familien eine Reise buchen. „Wir warten jetzt weitere Lockerungen ab, bis einzelne Gruppen wieder reisen dürfen“, berichtet Feldmann, der wie seine Mitarbeiter in Kurzarbeit ist. Mit Lockerungen bei den Klassenfahrten rechnet er für dieses Jahr nicht mehr.

Anders als Worpswede sind nach Auskunft des Deutschen Jugendherbergswerk (DJH), Landesverband Unterweser-Ems, einzelne Herbergen unter anderem an der Küste wieder an den Start gegangen, darunter Borkum, Juist, Neuharlingersiel, Norddeich, Wangerooge und Emden. „Wir haben uns mit einem umfangreichen Hygienekonzept, einer angepassten Belegung unserer Häuser und neuen Programmangeboten intensiv auf die Wiedereröffnung vorbereitet“, berichtet Thorsten Richter, Geschäftsführer des Landesverbands Unterweser-Ems. Um die Vorgaben umsetzen zu können, werden in den Herbergen nur 60 Prozent der Bettenkapazitäten belegt. „Wir werden die Anzahl der Gäste deutlich reduzieren und nur einen Teil der Zimmer gleichzeitig belegen“, so Richter. Die Jugendherberge Bremen werde bis Mitte Dezember als Unterkunft für Geflüchtete genutzt.

Noch sei völlig unklar, wann die Jugendherbergen im Nordwesten Schulklassen und Freizeitgruppen – mit rund 70 Prozent aller Übernachtungen Hauptzielgruppen – wieder beherbergen dürften. „Deshalb rechnen wir leider bis in das Jahr 2021 hinein mit hohen Einnahmeverlusten. Von einem Normalbetrieb sind wir leider noch sehr weit entfernt“, sagt Richter. Die Einnahmen des Landesverbandes seien quasi seit Mitte März über Nacht auf null gesunken. Aufgrund ihrer Gemeinnützigkeit dürfen Jugendherbergen keine hohen Rücklagen bilden, auf die sie nun zurückgreifen könnten. Das Deutsche Jugendherbergswerk betreibt bundesweit rund 450 Jugendherbergen.

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