Eltern sprechen von „Existenzbedrohung“ Ende des Horts erhitzt Gemüter

Worpswede hatte sich mehrheitlich für eine Ganztagsschule entschieden. Damit war das Ende des DRK-Horts besiegelt. Das sorgt bei betroffenen Eltern nach wie vor für Unmut.
18.03.2019, 15:32
Lesedauer: 1 Min
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Von Lars Fischer

Worpswede. In der Politik dauert es häufig Monate und Jahre, ehe Beschlüsse umgesetzt werden. Im Alltag kommt es manchmal aber auf Minuten an. Das war zumindest die Erkenntnis, die die Mitglieder des Worpsweder Ausschusses für Jugend, Soziales, Senioren und Sport sowie Zuhörer aus der jüngsten Sitzung mitnehmen konnten. Wieder stand das Thema der Betreuung von Schulkindern nach Unterrichtsschluss und in den Ferien auf der Agenda des Gremiums.

Mit der Einführung der Ganztagsschule zum laufenden Jahr ist auch das bisherige System der Hortbetreuung infrage gestellt worden. Der Kindergarten des DRK am Wurth Wald hatte diese über viele Jahre geleistet – und das offenkundig zur Zufriedenheit der Eltern. Die hatten sich in der Diskussion um den Ganztagsbetrieb zu Wort gemeldet und ihre Befürchtungen, der von ihnen so geschätzte Hort könne mit der Einführung der neuen Schulform gefährdet sein, geäußert. Sie warben für ein Parallelangebot von Hort und Schule am Nachmittag.

Die politischen Gremien entschieden sich gegen diese Doppellösung. Für das laufende Jahr war sie als Übergang aufrechterhalten worden, aber zum 31. Juli ist der Vertrag mit dem DRK gekündigt. So kommen die 16 dort noch angemeldeten Kinder in diesem Sommer noch zu einer Ferienbetreuung. Ab dem nächsten Schuljahr soll es laut Fachbereichsleiter Blechmann dann eine Ferienbetreuung für 20 bis 30 Kinder in Worpswede in Trägerschaft des SOS-Kinderdorfs geben. Und auch bei der nachschulischen Betreuung will die Gemeinde Abstriche machen: Nur freitags, wenn die Schule um 12.45 Uhr endet, soll es eine Betreuung bis 15 Uhr geben. Waren die Hortkinder bisher bis 16 Uhr untergebracht, endet die Ganztagsschule montags bis donnerstags um 15.30 Uhr, für die fehlende halbe Stunde ergebe es pädagogisch wie logistisch keinen Sinn, eine Betreuung zu organisieren, so Blechmann. Heiko Pankoke (CDU) machte die Rechnung auf, dass die Kinder den Heimweg kaum vor 16 Uhr beendet hätten. Elternvertreter argumentierten dagegen, dass diese halbe Stunde für sie existenzbedrohend sein könne, wenn sie deswegen Arbeitszeiten reduzieren müssten und Arbeitgeber dies nicht akzeptierten.

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