Neue Messtafel in Worpswede

Grinsen fürs richtige Tempo

Wer zu schnell an der neuen Tempo-Messtafel in Worpswede vorbei rauscht, bekommt ein trauriges Gesicht gezeigt. Stimmt die Geschwindigkeit, dann lacht ein Smiley. Aber die Tafel kann noch viel mehr.
06.02.2020, 19:30
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Von Lars Fischer
Grinsen fürs richtige Tempo

Worpswedes Bürgermeister Stefan Schwenke, Landrat Bernd Lütjen, Dieter Grohs von der Verkehrswacht und die Leiterin des Osterholzer Straßenverkehrsamts, Anke Stelljes (von links).

Christian Kosak

Worpswede. Die Technik spielt mit Emotionen: Wer schneller als erlaubt an der neuen Tempo-Messtafel in Worpswede vorbei rauscht, bekommt ein trauriges Gesicht gezeigt. Stimmt die Geschwindigkeit, dann lacht einem auf dem Display ein Smiley entgegen. Das soll disziplinierenden Charakter haben, aber natürlich kann das rund 2300 Euro teure Gerät, das der Landkreis Osterholz der Gemeinde als Dauerleihgabe zur Verfügung stellt, noch viel mehr als lustige Gesichter.

Die Tafel blitzt zwar nicht, aber sie führt Statistik: Wie viel Fahrzeuge vorbeifahren, wie schnell sie sind und auch die Fahrzeuggröße erkennt der Sensor, der zudem auf verschiedene Tempolimits und Entfernungen einstellbar ist. Die Tafel speichert diese Daten. Damit bekomme man eine solide Grundlage, wie schnell vor Ort tatsächlich gefahren werde, betonten Bürgermeister Stefan Schwenke und Dieter Grohs von der Worpsweder Verkehrswacht bei der Übergabe.

Die Verkehrswacht wird sich um die Aufstellung der Tafel kümmern, die entweder mit dem dazugehörigen Pfahl wie ein Verkehrsschild aufgestellt werden kann oder an vorhandene Masten angeklemmt wird. Sie soll möglichst 365 Tage im Jahr an wechselnden Orten im Gemeindegebiet im Einsatz sein. Spätestens nach zwei Wochen muss sie abgebaut und der Akku neu geladen werden. Zum Debüt stand sie am Donnerstag an der Bergstraße, wo es immer wieder Beschwerden darüber gibt, dass die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit nicht eingehalten werde. Die Tafel interpretiert diese recht gnädig, erst ab zehn Stundenkilometer verzieht sie die Mundwinkel nach unten.

Für Landrat Bernd Lütjen und Anke Stelljes, Leiterin des Straßenverkehrsamts des Kreises, können die erhobenen Daten auch Anhaltspunkte für die Aufstellung von Blitzern liefern, wie sie berichteten. Dann würde sich die Tafel sozusagen selber bezahlen, denn sie wurde aus Bußgeldzahlungen finanziert. Fünf solcher Tafeln hat der Kreis inzwischen verschiedenen Gemeinden auf Anfrage zur Verfügung gestellt. Auch Worpswede hatte bereits 2001 eine bekommen, diese wurde aber vor zwei Jahren gestohlen.

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