Konflikt um Schießstand Irritation um Jagdausbildung in Waakhausen

Im begonnenen Ausbildungsjahrgang der Bremer Jungjäger ist ab Januar 2020 Schrotschießen auf dem Schießstand in Waakhausen eingeplant. Das sei nicht realistisch, sagt der Landkreis Osterholz.
17.10.2019, 17:23
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Von Lars Fischer

Worpswede. Für Irritationen hat der Ausbildungsplan der Landesjägerschaft Bremen gesorgt. Für den aktuellen Jahrgang der Jungjäger, der im September mit seiner Ausbildung begonnen hat, sind ab Januar 2020 regelmäßig Termine auf dem Schießstand in Waakhausen angesetzt, bei denen mit Büchsen und Flinten, also mithin mit Schrot, geschossen werden soll. Nur ist dies, wie berichtet, aktuell gar nicht möglich, weil sämtliche Schrot-Schießstände nicht in Betrieb sind. Nach Rückzug der Betreiber-Gesellschaft um Henning Kruse sind dort lediglich die Kugelschießstände weiter nutzbar.

Allerdings versucht die Kreisjägerschaft Osterholz seit Monaten, ihre Ausbildung statt auf den Wurftauben-Ständen – wie im Landesgesetz vorgeschrieben – auf einer sogenannten Kipphasen-Anlage genehmigt zu bekommen. Dies sei auch der Hintergrund für die Aufstellung des Bremer Ausbildungsplans gewesen, sagt Lehrgangsleiter Ralph Rißmeyer. Als der Plan im Spätsommer erarbeitet wurde, habe man noch die Hoffnung gehabt, dass die Osterholzer Kollegen zügig eine Sondergenehmigung von der niedersächsischen Landesregierung erhalten. Denn nur dann wäre es für sie lukrativ, den seit Jahren ungenutzten Kipphasen-Stand in Waakhausen wieder betriebsbereit zu machen. Rund 30 000 bis 40 000 Euro seien dafür notwendig, vermuten Insider. Ironie des Schicksals: Für die Bremer Prüfungsordnung würde der Kipphase genügen, die Landesjägerschaft aus der Hansestadt bräuchte gar keine Sondergenehmigung, hängt nun aber von der Entscheidung in Hannover indirekt ab.

Wohl wäre Rißmeyer mit der Kipphasen-Lösung sowieso nicht. Obwohl in Bremen nicht vorgeschrieben, habe man in den vergangenen Jahren bei der Ausbildung immer auch auf Wurftauben geschossen. Auch das niedersächsische Jagdgesetz wurde vor einigen Jahren geändert, weil ein Kipphase nicht für realistisch als Simulation fürs Schießen auf Flugtiere gehalten wurde. Dominik Vinbruck, Dezernent für Ordnung, Bauen und Umwelt beim Landkreis Osterholz, teilte jetzt mit, dass eine Ausnahme-Genehmigung sowieso nicht in Sicht sei. Auf Nachfrage von Andreas Oeller von der Bürgerinitiative Waakhausen schrieb er: „Ich bin hierzu jedoch weiter mit dem Ministerium im Gespräch und bin zuversichtlich, dass ich diese Frage positiv für die örtliche Jägerschaft lösen kann. Sie können sich sicher sein, dass die dafür notwendigen Umbau-Arbeiten in Waakhausen vom Landkreis begleitet werden und ich Sie – wie zugesagt – informieren werde, wenn hier ein prüffähiger Antrag vorliegt. Das ist bisher nicht der Fall. Daher sehe ich einen Ausbildungsstart im Januar 2020 nach meiner Einschätzung als nicht realistisch an.“

Rißmeyer hat unterdessen die Reißleine gezogen: Der Ausbildungsplan werde geändert, in Waakhausen finden zwar auch praktische Teile der Ausbildung statt, fürs Schrotschießen aber werden man nach Krelingen bei Walsrode und möglicherweise auch nach Elsfleth-Burwinkel ausweichen. Mit dem dortigen Schießstand sei man aktuell in Verhandlungen. Ob die Bremer Jäger zukünftig auch Kapazitäten des gerade im Ausbau befindlichen Schießstands in Rhadereistedt nutzen werden, wie von Oeller unlängst vorgeschlagen, ließ er offen.

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