Kommentar zum Gutachten für Waakhausen Sünden fordern hohen Preis

Das, was auf dem Schießstand Waakhausen passiert ist, ist ein Umweltskandal, daran lässt das Gutachten keinen Zweifel. Die Sünden der Vergangenheit fordern nun einen hohen Preis, kommentiert Lars Fischer.
26.02.2021, 19:01
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Von Lars Fischer

Kleinkinder, die über einen Schießstand robben und sich genüsslich eine Handvoll Erde mit Bleischrot in den Mund stopfen – das klingt nicht gerade nach einem realitätsnahen Szenario. Dass auf diesen Bissen aber womöglich Vergiftungserscheinungen folgen, ist keine Erfindung hypersensibler Zeitgenossen, sondern eine handfeste Erkenntnis eines fundierten Gutachtens, das eben nicht gefällig ist. Genau wie die, dass benachbarte Bauern besser nicht das Wasser der bleiverseuchten Gräben für Vieh und Pflanzen nutzen sollten. Das alles ist ein veritabler Umweltskandal. Sicher wird die eine wie die andere Seite in dem verfahrenen Konflikt um den Schießstand Waakhausen auch an diesem Papier Kritikpunkte finden, aber man muss sich angesichts der drastisch dargelegten Folgen nicht mehr darum streiten, welches wohl der zutreffende Grenzwert ist.

Auch wenn die zukünftigen Schritte nur angedeutet werden, das Gutachten hat schon jetzt Sprengkraft. Allein die Forderungen nach einem Zaun um das riesige Areal und dem Rückbau der „Wurst“ lassen die Kosten für die Sanierung weiter in die Höhe schnellen. Und das ist erst der Anfang. Man darf gespannt sein, wie der neue Betreiber so ein finanzierbares Konzept auf die Beine stellen will. Die Umweltsünden seiner Vorgänger fordern einen hohen Preis.

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