Worpswede: Künstlerkollektiv Zefak zu Gast

Die Zukunft ruft

Seit 2018 sind Aria Farajnezhad, Zainab Haidary, Elard Lukaczik das Künstlerkollektiv Zefak – jetzt verbringen sie als solches ein zwölfmonatiges Wohn- und Arbeitsstipendium in den Künstlerhäusern Worpswede.
10.09.2020, 09:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Sabine von der Decken
Die Zukunft ruft

Elard Lukaczik, Zainab Haidary und Aria Farajnezhad (v.l.) nutzen das zwölfmonatige Stipendium plus, um sich in den Künstlerhäusern Worpswede Fragen der Zukunft zu nähern.

Sabine von der Decken

Worpswede. Kunst ist nicht immer dekorativ oder zum Anfassen, Kunst hat viele Facetten. Nicht immer erschließt sich Kunst auf den ersten Blick. Kunst ist oft genug visionär, auf der Suche nach neuen Wegen, neuen Erkenntnissen und auf der Suche nach Antworten auf die großen Fragen der Menschheit. Auf diesen Weg hat sich das Bremer Künstlerkollektiv Zefak begeben, das mithilfe des neuen Förderkonzepts Stipendium Plus mit Unterstützung durch die Karin und Uwe Hollweg Stiftung einen zwölfmonatiges Wohn- und Arbeitsstipendium in den Künstlerhäusern Worpswede erhalten hat.

Aria Farajnezhad, Zainab Haidary, Elard Lukaczik überzeugten die Jury mit ihrem Projekt „Future Archives“, dessen Ziel die Sammlung zukunftsorientierter Aufzeichnungen ist. Die afghanische Künstlerin Zainab Haidary machte ihren Bachelor für Malerei an der Universität in Kabul und studierte an der Hochschule für Künste in Bremen. Sie präsentierte ihre Arbeiten bereits 2010 in Sydney und war Teilnehmerin der 13. Documenta in Kassel. Aria Farajnezhad befindet sich im letzten Semester seines Studiums an der Hochschule für Künste in Bremen, Elard Lukaczik machte dort 2019 seinen Abschluss.

Trotz aller Einzelbiografien verstehen sich Farajnezhad, Zainab und Lukaczik in ihrem künstlerischen Tun in erster Linie als Teil einer Gruppe. 2018 schlossen sich die drei Künstler während ihres Studiums an der Hochschule für Künste Bremen in der Bildhauerklasse zum Künstlerkollektiv Zefak zusammen. „Man kann viel mehr machen“, so ihre Erkenntnis über künstlerische Ausdrucksformen, Artikulation und Präsentationen. „Wenn man sich immer in der eigenen Blase aufhält, schafft man es nicht, etwas zu verändern“, erklärt Elard Lukaczik den theoretischen Hintergrund und künstlerischen Ansatz der Gruppe Zefak. Ihr erklärtes Ziel ist es, im Dialog zwischen einzelnen Disziplinen, Netzwerken, der politischen wie auch künstlerischen Szene Schnittstellen zu schaffen. Dazu veranstalteten sie in Worpswede das Symposium „Future is calling“ als erstes von mehreren Panels, die sie während ihres einjährigen Stipendiums absolvieren wollen.

Aufgrund ihres Selbstverständnisses als Gruppe teilen sich Aria Farajnezhad, Zainab Haidary, Elard Lukaczik das ausgelobte Stipendium plus in Worpswede und den Künstlerhäusern. Hier sei ein Ort, an dem man sich austauschen und zusammenkommen könne, um künstlerisch zu arbeiten. Den wollen sie nicht nur für sich allein beanspruchen, sondern mit anderen teilen. Aus diesem Grund sprechen sie regelmäßige Einladungen aus, während derer sie sich im Dialog über die großen Themen der Menschheit und Fragen der Zukunft austauschen wollen. Solidarisch gerechte Zukunft und die Überlegungen zu einem universellen Wertesystem, das niemanden ausgrenzt, sind die sie bewegenden Themen. Ergebnis vieler Diskussionen und Austausch ist ein Manifest (www.futurearchives.org), das die drei Künstler während zweier Monate erarbeitet haben.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+