Schießstand Waakhausen Landkreis macht Kehrtwende

Nun soll doch ein vom Landkreis eingesetzter Sachverständiger für Klarheit sorgen, wie es um die Bleibelastung auf dem Schießstand in Waakhausen bestellt ist. Auch das Land hat sich eingeschaltet.
28.05.2019, 16:03
Lesedauer: 2 Min
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Von Lars Fischer

Worpswede. Der Landkreis Osterholz hat in der Auseinandersetzung um den Schießstand Waakhausen angekündigt, für weitere Untersuchungen einen Sachverständigen beauftragen zu wollen. Wie berichtet hat der Kreis bislang einen solchen Schritt strikt abgelehnt und sich darauf berufen, dass die vorhandenen Messwerte für die Einschätzung der Bleibelastung des Areals ausreichend seien. Nun schreibt der zuständige Dezernent Werner Schauer in einer Mail an Andreas Oeller von der Bürgerinitiative Naturschutz Worpswede: „Der Landkreis beabsichtigt, für weitergehende Untersuchungen einen die Anforderungen des Paragraf 18 Bundes-Bodenschutzgesetz erfüllenden Sachverständigen einzuschalten.“ Damit kommt der Kreis möglicherweise einem politischen Beschluss zuvor. Nachdem sich bereits im April der Kreisausschuss mit dem Thema hinter verschlossenen Türen beschäftigt hatte, steht es nun auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Abfallwirtschaft am Dienstag, 4. Juni, ab 14.30 Uhr im Kreishaus.

Schauer geht in seinem Schreiben noch einen Schritt weiter und kündigt erheblichen Nachdruck an: Man wolle „sofern Betreiber und Grundstückseigentümer den behördlichen Anordnungen trotz erfolgter Zwangsmittelandrohung weiterhin nicht fristgerecht nachkommen – im Wege der sogenannten Ersatzvornahme durch den Sachverständigen ein wirksames Räumungs- und Entsorgungskonzept erstellen lassen und dessen Umsetzung gegebenenfalls auch wieder im Wege einer Ersatzvornahme durchsetzen.“

Hintergrund des Sinneswandels aufseiten des Kreises dürfte auch eine Fachaufsichtsbeschwerde gegen den Landkreis sein, die Oeller und seine Mitstreiter beim niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz eingereicht haben. Das Ministerium hat mittlerweile den Eingang bestätigt und kündigt seinerseits Nachforschungen an. „Damit wir einen umfassenden Eindruck von der Sachlage erhalten, werden wir diese bei einem gemeinsamen Ortstermin mit dem Landkreis Osterholz erörtern“, teilte Referentin Nicole Sievers der Initiative mit. Dieser soll am 5. Juni stattfinden.

Unterdessen hat die Gemeinde Worpswede im Zuge der Neufassung des Raumordnungsprogramms angeregt, den Schießstand als „überregional bedeutsam“ zu bewerten, „sodass sich im Bedarfsfall eine Bauleitplanung auf diese Aussagen stützen kann.“ Es soll klar erkennbar werden, ob es sich um ein „Vorranggebiet ruhige Erholung“ oder ein „Vorbehaltsgebiet Erholung“ handelt.

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