Kunstpreis Worpswede Mit Missachtung gestraft

Albin Homeyer wollte mit Worpswedern über seinen umstrittenen Kunstpreis diskutieren. Das Interesse daran war eher gering: Die Teilnehmer ließen sich an einer Hand abzählen.
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Von Lars Fischer

Worpswede. Dass Albin Homeyer Konflikten aus dem Wege ginge, kann man nicht behaupten. Drei Tage nachdem er, wie berichtet, als Schirmherr den heftig umstrittenen Kunstpreis Worpswede im Bremer Parkhotel zum dritten Mal verliehen hatte, stellte er sich der Worpsweder Öffentlichkeit für ein Streitgespräch im Hotel Village. Homeyers Plan war, die „Chancen und Risiken für Worpswede“, die aus diesem Preis entstehen, zu debattieren. Problem an der Sache: Die Worpsweder hatten zum überwiegenden Teil kein Interesse an diesem Gedankenaustausch. Außer Albin Homeyer und der Bremer Künstlerin Simin Arian erschienen lediglich vier weitere Interessierte, um sich an dem rund eineinhalbstündigen Gespräch zu beteiligen.

Diese mussten sich die bereits bekannten, zuweilen schwer nachvollziehbaren Argumentationsstränge Homeyers anhören. Er erklärte, wie es dazu gekommen war, dass er einen Kunstpreis Worpswede zunächst von Isernhagen und später von Walsrode organisiere. Die Frage der fehlenden Anbindung an den Künstlerort stand mehrfach im Raum. Hohmeyers wiederholte Nachfrage, ob sein Preis in Worpswede höhere Akzeptanz hätte, würde er nicht von einem „Externen“ organisiert, verneinte die Runde entschieden. Problem sei nicht die Herkunft des Organisators, sondern das negative Bild, dass sich nach der geplatzten Preisausschüttung im vergangenen Jahr verfestigt habe, sagte Hans von Helldorff, der betonte, nicht als Ratsherr, sondern lediglich als interessierter Bürger, der sich selber ein Bild aus erster Hand machen wolle, erschienen zu sein.

Auch Michael Milbradt, der am Sonnabend noch spontan und sichtlich überrascht einen der diesjährigen Preise überreicht hatte, ging klar auf Distanz: „Der Markenkern ,Kunstpreis Worpswede' ist toter als tot“, sagte der Unternehmer und riet, wie von Helldorff auch, Albin Homeyer dringend, seine Aktivitäten auf diesem Sektor einzustellen. Insbesondere eine Mail aus der Vorwoche, in der der Preisstifter Worpswedes Bürgermeister Stefan Schwenke der Vorteilsnahme bezichtigte und dessen Rücktritt forderte, habe das Fass zum Überlaufen gebracht. Damit sei endgültig jeglicher Kredit verspielt, waren sich die beiden Worpsweder einig. Auch Firoozeh Milbradt riet zum Rückzug.

Der vierte Teilnehmer, der Bronzegießer Lothar Rieke, wollte sich keinem Urteil anschließen, er war lediglich gekommen um kritische Nachfragen zu stellen. Insbesondere, warum Albin Homeyer sich „diesen ganzen Ärger“ weiterhin gebe, wollte er wissen. Der Angesprochene erklärte erneut, warum im Vorjahr die Preise nicht ausgezahlt wurden und wie es zur Auflösung des Kunstvereins „Art Projekt Worpswede Deutschland e.V.“ kam. Aufgeben komme für ihn nicht infrage, auch das machte er wiederholt deutlich, die Ausschreibung für den Kunstpreis 2019 laufe bereits. Sollte allerdings die bereits stark gesunkene Zahl der Teilnehmer weiter fallen, dann sei der Preis wohl irgendwann gestorben, räumte er ein. Einen Rückzug seinerseits aus dem Projekt schloss er nicht gänzlich aus, aber an seinem grundsätzlichen Willen den Kunstpreis gegen alle Widerstände fortzusetzen, ließ er wenig Zweifel aufkommen. Für die Ratschläge von Helldorffs und Milbradts, er solle auch angesichts der im Raum stehenden Klage der Gemeinde Worpswede wegen der Nutzung des Ortsnamens den Rückzug antreten, zeigte sich Albin Homeyer wenig offen. Sein Resümee: „Ich kann mit Gegenwind umgehen.“

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