Jubiläum an der Bördestraße Museumsanlage soll bekannter werden

Der Förderverein von Museumsanlage und Norddeutschem Vogelmuseum feiert 25-jähriges Bestehen. Die Mitglieder des Vereins haben sich vorgenommen, die Bekanntheit der Anlage weiter zu steigern.
03.03.2020, 10:00
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Von Christa Neckermann

Osterholz-Scharmbeck. Die Museumsanlage in der Bördestraße 42 spiegelt das Leben der Menschen im einstigen Amt Osterholz wider. Im Niedersächsischen Bauernhaus von 1701 werden bäuerliche Geräte und Einrichtungen des 18. und 19. Jahrhunderts gezeigt. In der benachbarten Flechtwerkscheune sorgte einst der ständig herrschende Luftzug für die ideale Trocknung von Heu und Torf.

Doch so schön die Anlage mit ihren Schätzen auch ist, wie für andere Kulturstätten auch ist zu ihrem Unterhalt viel Geld nötig, wie Detlef Risch, Vorsitzender des Vereins „Freunde und Förderer der Museumsanlage Landkreis Osterholz und des Norddeutschen Vogelmuseums“, in seiner Begrüßung anlässlich des 25-jährigen Vereinsjubiläums feststellen musste.

Als der Verein gegründet wurde, stand die Museumsanlage noch unter der Verantwortung des Landkreises Osterholz. Schon da war das Geld knapp, sodass immer weniger Mittel zum Betrieb des Museums aufgebracht werden konnten. Um rettend einzugreifen, wurde 1999 die Kulturstiftung Landkreis Osterholz vom Landkreis Osterholz und der Kreissparkasse Osterholz ins Leben gerufen. Sie hatte das Ziel, Kunst und Kultur in Osterholz-Scharmbeck und Worpswede einschließlich der Belange der Heimatpflege im Landkreis Osterholz zu fördern und interessierte Privatpersonen und Unternehmen zu beteiligen.

Damals, so führte Detlef Risch aus, fanden sich Bürger der Stadt zusammen, darunter Verleger Heiner Saade, Heiner Melloh und Jürgen Allwart. Sie hätten sich für die Museumsanlage stark gemacht und aufgezeigt, dass die Museumsanlage zu Osterholz-Scharmbeck gehöre und von den Bürgern gewollt sei. Unter dem Vorsitzenden Gottfried Stehnke habe sich der Förderverein unermüdlich für den Erhalt der Museumsanlage eingesetzt und Projekte der Museumsanlage unterstützt, darunter besondere Ausstellungen oder die von Karla Lütjen organisierten Veranstaltungen, die viele Besucher in die Anlage gezogen hätten. Nach der vorübergehenden Schließung im Frühjahr 2017 habe der Förderverein eine schnelle Wiedereröffnung erreichen können. Er habe professionelle Kräfte für den Betrieb des Museums gewonnen, bewährte Veranstaltungen wiederbelebt und neue Events geschaffen.

Die fanden und finden unter anderem rund um das alte Backhaus statt. Das beherbergt eine Backstube und einen Steinofen. Am Backhaus kam in alten Zeiten das ganze Dorf zusammen, um gemeinsam Brot und feineres Backwerk herzustellen. In Ortschaften mit nur einem Backhaus bildeten dieses oft das Kommunikationszentrum.

In einem weiteren, um 1800 erbauten Gebäude der Anlage, eine ehemalige Hofscheune aus dem Dorf Bilohe, ist das Mitmach-Museum untergebracht. Vor allem Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, haben dort die Möglichkeit, unter pädagogischer Anleitung heimisches Handwerk und Lebensformen der Vergangenheit kennenzulernen. Museumskaffeekränzchen mit Führungen, Kindergeburtstage mit unterschiedlichsten Aktionen, Bastelkurse zu jahreszeitlichen Themen und Sonderveranstaltungen sind sehr beliebt. Auf der anderen Straßenseite wird in einer aus Ritterhude stammenden Scheune Wissenswertes zu früher im Teufelsmoor gebräuchlichen Boots- und Schiffstypen gezeigt. Eine besondere Attraktion ist eine 20 Meter lange, vor etwa 60 Jahren gesunkene und aus dem Moor geborgene Torfschute, die für große Lastentransporte genutzt wurde.

Auf dem Gelände der Museumsanlage befindet sich auch das einmalige Norddeutsche Vogelmuseum, entstanden aus einer privaten Sammlung Walther Baumeisters. Die Sammlung gibt einen umfassenden Überblick über die mitteleuropäische Vogelwelt. Zwei große Dioramen sind die Attraktion des Museums und in ihrer Art einzigartig in ganz Mitteleuropa.

Für die Zukunft hat der Verein auch schon neue Ziele ins Auge gefasst. „Wir wollen zum außerschulischen Lernort werden“, sagte Detlef Risch. Geplant sei, mit modernen Medien, etwa mit Webcams, in der Hammeniederung zu den Nist- und Rastplätzen der Vögel zu gehen. In Seminaren und Führungen, Workshops für interessierte Fachkreise aber auch für Laien wolle man die Entwicklung der Kulturlandschaft, wie sie Moorkolonisator Jürgen Christian Findorff geschaffen habe, und die heutige Umwelt beleuchten.

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