Kunstpreis Worpswede Nichts als verbrannte Erde

Der Kunstpreis Worpswede ist tot, und das hat sich vor allem der Stiter Albin Homeyer selbst zuzuschreiben, kommentiert Lars Fischer.
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Von Lars Fischer

Der Kunstpreis Worpswede ist tot. Das haben in dieser Woche die wenigen Worpsweder, die sich zum Krisengespräch mit Preisstifter Albin Homeyer trafen, unmissverständlich deutlich gemacht. Chancen und Risiken des Projekts wollte Homeyer ausloten, aber die Chancen sind längst und vollständig vergeben.

Häufig heißt es, viele ambitionierte Projekte würden in Worpswede zu schnell zerredet und Außenstehenden oft keine faire Möglichkeit gegeben, sich zu etablieren. In diesem Fall aber lag es weder an der Herkunft des Ideengebers noch am Protektionismus im Künstlerdorf. Wer eine im Grunde gute Idee dermaßen unseriös und beratungsresistent vorantreibt, dem weht wohl überall auf der Welt heftiger Gegenwind entgegen. Wer dann aber auch noch, wenn die Felle davonschwimmen, wild um sich schlägt, der hinterlässt nichts als verbrannte Erde.

Nachdem Homeyer im Vorjahr die Preisgelder nicht mehr zusammen bekam, hätte er selber den ganzen Preis abblasen müssen. Trotzdem weiterzumachen und den Preis einfach vom aufgelösten Kunstverein zu einem anderen Verein, dem er ebenfalls vorsitzt, weiterzuschieben, war schon ein starkes Stück. Jetzt aber Worpswedes Bürgermeister, der bei der Erstverleihung 2016 Gastredner war, Vorteilsnahme vorzuwerfen, weil er sich hat einladen lassen, ist perfide. Dieser plumpe Versuch, von eigenem Unvermögen abzulenken, ging nach hinten los und hat offenbar den letzten Rest Rückhalt aus Worpswede gekostet.

Allerdings muss sich auch Stefan Schwenke die Frage gefallen lassen, warum er sich auf diesen Akteur eingelassen hat. Bereits 2016 war Homeyer kein unbeschriebenes Blatt in Worpswede, und berechtigte Zweifel an der Seriosität des Kunstpreises bestanden auch damals schon.

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