Schießstand Waakhausen

Initiative hat noch viele Fragen

Das Umweltgutachten ist in Arbeit, ein Betriebskonzept noch nicht bekannt: Die Bürgerinitiative gegen den Schießstand Waakhausen drängt gegenüber dem Landkreis auf Öffentlichkeit - bisher vergeblich.
11.09.2020, 05:54
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Von Bernhard Komesker
Initiative hat noch viele Fragen

Der Landkreis Osterholz lässt zum Schießstand Waakhausen eine Gefährdungsanalyse erstellen. Bis das Gutachten vorliegt, hält sich die Behörde mit Informationen zurück.

Louis Kellner

Landkreis Osterholz. Manche Zuhörer nutzen die Einwohnerfragestunde vor Ausschusssitzungen dazu, sich öffentlich zu positionieren und in Erinnerung zu bringen – notgedrungen eben in Frageform. Handfeste Antworten jedenfalls gab es im jüngsten Kreis-Umweltausschuss für die Waakhauser Schießstand-Gegner kaum. Wie berichtet, lässt die Kreisverwaltung in diesen Wochen und Monaten auf der Waakhauser Anlage die Belastung von Boden und Grundwasser untersuchen, um vermutete Umweltgefahren genauer abschätzen zu können. Dezernent Dominik Vinbruck verwies die Fragesteller Andreas Oeller und Silvia Vaßen-Langenbach jetzt an seinen zuständigen Kollegen Werner Schauer.

Oeller hatte wissen wollen, ob das beauftragte Gutacherbüro den sogenannten Kugelstand besonders in Augenschein nimmt. Schauer hatte dazu auf Anfrage unserer Zeitung im Juni erklärt, untersucht würden die gesamte Anlage des Waakhauser Schießstands sowie teilweise auch angrenzende Flächen und Gewässerränder. Zwischenergebnisse aber würden vor der nächsten Sitzung des Ausschusses für Abfallwirtschaft am 3. November nicht veröffentlicht. Jetzt drängte Oeller darauf, dem Gutachter müsse, falls nicht geschehen, auch mitgeteilt werden, dass früher die Arbeiten am Altlastwall 2006 „nachweislich falsch ausgeführt“ worden seien. Vinbruck versprach, Schauer werde sich dazu bei der BI melden.

Unterdessen erkundigte sich Vaßen-Langenbach nach einem möglichen Betriebskonzept des neuen Eigentümers. Projektentwickler Gerhard Schorner hatte das Gelände im Juni überraschend erworben (wir berichteten). Im Vorjahr hatte der Schießstand-Sachverständige in Hameln ein Schießsportzentrum errichten lassen wollen; nach einigen Bürgerprotesten, die sich unter anderem gegen den Bau einer hohen Halle gerichtet hatten, stoppte der Verwaltungsausschuss der Stadt Hameln das bereits begonnene Planverfahren zur Nachnutzung einer vormals militärisch genutzten Schießanlage in der Ortschaft Holtensen.

Vaßen-Langenbach sagte, ein ähnliches Konzept werde nun offensichtlich in Waakhausen verfolgt. Dominik Vinbruck erklärte dazu, eine Planung sei ihm nicht bekannt. „Wir hatten bisher einmal Kontakt, und auf Gerüchte gebe ich nichts.“ Schorner hatte auf Anfrage angekündigt, seine Pläne für die Sanierung und den Weiterbetrieb der Anlage zu präsentieren, sobald das Grundstück auf ihn überschrieben sei. Befürworter hoffen, dass mit dem neuen Eigentümer die Abwehr möglicher Umweltschäden nicht am Steuerzahler hängen bleiben werde.

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