Schlußdorfer Missionsfest Intensive Auslegung des Evangeliums

Nach zweijähriger coronabedingter Pause findet das Missionsfest in Schlußdorf am Sonntag, 21. August, auf dem Hof Kommerau am Neu Bergedorfer Damm 7 statt. Noch immer sei das Fest wichtig, sagt Rolf Stelljes.
14.08.2022, 16:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Intensive Auslegung des Evangeliums
Von Sandra Bischoff

Worpswede. Die Botschaften aus den Evangelien wollen zwei Theologen den Gästen beim 142. Schlußdorfer Missionsfests wieder nahe bringen. Nach zweijähriger coronabedingter Pause soll das Fest am Sonntag, 21. August, um 14.30 Uhr auf dem Hof Kommerau am Neu Bergedorfer Damm 7 in Worpswede stattfinden. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Bei gutem Wetter werde unter freiem Himmel gefeiert, bei Regen unterm Scheunendach.

Neben Moderation, Liturgie und Grußworten stehen zwei Festreden auf dem Programm, teilt der Vorsitzende des Missionsvereins Schlußdorf, Rolf Stelljes, mit. In diesem Jahr predigen Pastor Torsten Morstein aus der evangelischen Kirchengemeinde St. Johann Sodenmatt in Bremen und der Harsefelder Pastor Hermann Heinrich. Die einleitenden und abschließenden Worte spricht Pastor Jörn Contag von der Kirchengemeinde Worpswede, und Pastor Hans Jürgen Bollmann, stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises Osterholz-Scharmbeck richtet ein Grußwort an die Besucher. Für die musikalische Gestaltung des Missionsfests sorgen der Posaunenchor Hüttenbusch sowie weitere Bläserinnen und Bläser. Im Anschluss lädt der Missionsverein die Besucher zu Kaffee und Kuchen ein. Spenden kommen dem evangelisch-lutherischen Missionswerk in Niedersachsen (ELM) zugute. Das Schlußdorfer Missionsfest findet alljährlich am dritten Sonntag im August statt. "Durch die Corona-Pandemie mußte das Missionsfest in den Jahren 2020 und 2021 ausfallen, was selbst das Verbot der NSDAP seinerzeit über die Jahre nicht geschafft hat", so Stelljes. 

Der Erweckungsprediger Ludwig Harms (1808 – 1865) gründete in Hermannsburg im Jahr 1849 ein Missionshaus, das zum Zentrum der Erweckungsbewegung in Niedersachsen wurde. Es war der Grundstein der Hermannsburger Mission, die heute „Evangelisch-Lutherisches Missionswerk in Niedersachsen“ (ELM) heißt. Schon bald gründeten sich an zahlreichen Orten Missionsvereine, die es sich zur Aufgabe machten, Missionsfeste zu feiern und dabei Spenden zu sammeln, mit denen die Mission in Afrika und Fernost unterstützt wurde. Die älteste schriftliche Quelle über den „Missionsverein zu Schlußdorf“, wie er hieß, befindet sich Steljes zufolge im Archiv des ELM. Es handelt sich um eine im Jahr 1878 verfasste Urkunde, wonach die Vertreter von sechs Vereinen – aus Heeslingen, Rhade, Hepstedt, Tarmstedt, Scheeßel und Schlußdorf – zu einem „Allgemeinen Hermannsburger Missionsverein“ zusammentreten, zum Zweck der Gründung und Unterhaltung einer „neuen Hermannsburger Missionsstation in Codoor (Kodur) in Indien“. Damit dürfte der Missionsverein, der seit 1878 alljährlich das Fest veranstaltet, zu den ältesten Vereinen in der Gemeinde Worpswede gehören, so Stelljes.

Für ihn und die anderen elf Mitglieder gehe es heute allerdings nicht mehr unbedingt um die äußere Mission. "Es ist wichtig, die innere Mission zu stärken, also Gottesdienste zu feiern", sagt der Schlußdorfer. Obwohl Kirchengemeinden über Besuchermangel in den Gottesdiensten klagten, hätten in  Jahren vor der Pandemie jedes Mal rund 200 Gäste die Missionsfeste in Schlußdorf gefeiert, berichtet Stelljes. "Unser Anspruch ist es, möglichst Prediger zu kriegen, die das Evangelium intensiv und tiefgründig auslegen", sagt er. Vielleicht sei das der Unterschied, mutmaßt Stelljes. 

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+