Millionenprojekt Kirchdamm beginnt Arbeiten am Kirchdamm beginnen

Die Kreisstraße 10 (Bergedorfer Kirchdamm) ist eine der zentralen Verbindungstrassen im Landkreis Osterholz. Nun beginnen die Vorarbeiten für die Straßensanierung. Das Elf-Millionen-Euro-Projekt läuft bis 2023.
08.02.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Undine Mader

Der Bergedorfer Kirchdamm/Kirchdamm ist eine zentrale Verbindungsstraße zwischen Worpswede und Grasberg. Diese Kreisstraße (K10) zu befahren, ist allerdings seit geraumer Zeit kein Vergnügen mehr. Es ruckelt tüchtig auf der Moorstraße. Um die Verkehrssicherheit zu erhalten, hat der Landkreis die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf einigen Stücken bis auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert. Nun ist Abhilfe in Sicht. Die K10 wird „zwischen Worpswede und Grasberg auf bestehender Trasse neu gebaut“, teilt der Landkreis Osterholz mit. Die Vorarbeiten für „die umfangreichste Straßenbaumaßnahme des Landkreises der vergangenen Jahrzehnte“ beginnen an diesem Montag wie berichtet mit Baumfällungen zwischen Otterstein und dem Ortseingang Grasberg.

Warum ist die K10 so wichtig?
Die Straße verbindet Osterholz-Scharmbeck und Worpswede mit Grasberg, Tarmstedt und Fischerhude. Sie wird laut Landkreis täglich von rund 7400 Fahrzeugen genutzt. Das macht sie zu einer der meist befahrenen Kreisstraßen im Landkreis Osterholz, die zudem stark von landwirtschaftlichem Verkehr frequentiert wird. In den vergangenen zehn Jahren haben sich der Fahrbahnzustand und der Zustand des Radweges erheblich verschlechtert. Der Landkreis will daher die Straße auf einer Länge von vier Kilometern grundlegend sanieren.

Was sind die Ursachen für die massiven Straßenschäden?
Wie viele andere Straßen im Landkreis Osterholz wurde auch die Kreisstraße 10 auf Moorgrund gebaut. In den 1950er-Jahren wurden dafür die direkt unter der Fahrbahn liegenden Moorschichten bis zu einer Tiefe von zwei Metern entnommen und durch Sand aufgefüllt. Jahrzehnte später zeigte sich besonders in Verbindung mit trockenen Sommern, dass sich auch die darunterliegenden Moorschichten erheblich auf die Fahrbahn auswirken. Die Folgen waren ein deutliches Absacken der Fahrbahn, Absätze am Rand der verwendeten Betonplatten und teils mehrere Zentimeter tiefe und breite Risse im Straßenbelag.

Wie wird heutzutage gebaut?
Diese Sanierung der K10 kommt einem Neubau der Straße gleich, so der Landkreis. Dabei sollen die Moorbereiche unter dem Straßenkörper bis zu einer Tiefe von rund sechs Metern vollständig ausgekoffert und neu verfüllt werden. Mit dieser Art der Straßensanierung hat der Landkreis Osterholz bei der Kreisstraße 28 – Bergedorfer Straße – bereits gute Erfahrungen gemacht. Aufgrund der überregionalen Bedeutung der Straße wird die K10 zudem von bisher überwiegend 5,50 Meter auf rund sieben Meter verbreitert. Davon profitiert auch der Radweg, der künftig 2,50 Meter breit sein soll.

Wie lang dauern die Vorarbeiten?
Die Vorarbeiten der Straßensanierung dauern voraussichtlich bis Ende dieses Jahres. Zunächst werden rund 460 Bäume und Sträucher gefällt, bei halbseitiger Straßensperrung mit Ampelregelung. Dies ist die Vorbereitung für das Verlegen von Versorgungsleitungen auf der halben Strecke der geplanten Baustelle. Das soll dann etwa sechs Monate dauern. Während dieser Zeit ist die Kreisstraße komplett gesperrt.
Wie geht es weiter im Zeitplan?
Im Jahr 2022 schließen sich die Bauarbeiten an der Fahrbahn und am Radweg an. Fertig sein soll alles laut Plan im Frühling 2023. Während der Bauarbeiten werden Vollsperrungen der Kreisstraße notwendig. Der Landkreis will jeweils informieren, wenn die genauen Zeiträume feststehen.

Was kostet das Projekt?
Diese Straßensanierung kostet rund elf Millionen Euro. Knapp die Hälfte davon trägt das Land Niedersachsen.

Wird es Ersatz für die gefällten Bäume und das entfernte Straßengrün geben?
Ersatzpflanzungen werden sowohl nach Abschluss der Bauarbeiten an der Straße selbst, als auch auf weiteren Kompensationsflächen durchgeführt. Der Landkreis hat geprüft, ob ein Verzicht auf diese umfangreichen Fällungen möglich gewesen wäre. Das sei laut Kreis aber nicht der Fall. Wegen des moorigen Untergrunds müsse das Baufeld deutlich breiter sein als die eigentliche Fahrbahn. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll wieder ein alleeartiger Charakter entstehen.

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