Zionskirche Worpswede

Ungewollt kurzes Gastspiel

Das hatten sich alle Beteiligten wohl anders vorgestellt: Lea Suter sollte langfristig Kantorin und Organistin der Worpsweder Zionskirche werden. Nach knapp sechs Monaten ist ihr Gastspiel schon zu Ende.
26.04.2021, 11:00
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Von Lars Fischer
Ungewollt kurzes Gastspiel

Wer künftig an den Manualen der Worpsweder Ahrend-Orgel sitzt, ist unklar. Lea Suter wird es nicht mehr sein, der Arbeitsvertrag der Kirchenmusikerin wurde nach wenigen Monaten gekündigt.

Hans-Henning Hasselberg

Worpswede. Aus der erhofften langfristigen Lösung ist nur ein kurzes Gastspiel geworden: Die Kantorin und Organistin der Worpsweder Zionskirche, Lea Suter, die im vergangenen Oktober die Nachfolge von Ulrike Dehning antrat, hat Worpswede bereits Ende März wieder verlassen. Der Arbeitsvertrag mit der Schweizer Kirchenmusikerin wurde noch während der Probezeit wieder aufgelöst, so viel bestätigte die Kirchengemeinde auf Nachfrage. Ansonsten hält sie sich bedeckt, was die Hintergründe angeht, wohl auch, weil es möglicherweise noch arbeitsrechtliche Bedenken gegen die Trennung gibt. Lea Suter reagierte ebenfalls auf Anfragen nicht. Hinter vorgehaltener Hand wird von Konflikten berichtet, es heißt, „man habe nicht zusammengepasst“.

Suter kam im vergangenen Jahr mit großen Vorschusslorbeeren an den Worpsweder Kirchberg. Sie galt als Wunschkandidatin, die sich auch in einem Auswahlverfahren inklusive Vorspiel durchsetzte. Sie trat in große Fußstapfen, denn ihre Vorgängerin Dehning hatte in 40 Jahren das musikalische Gesicht der Gemeinde geprägt – vor allem mit dem Orgelneubau 2012. Gleichzeitig blieb die Stelle der Kantorin und Organistin zumindest teilweise prekär. Im Stellenplan des Kirchenkreises ist sie lediglich als „nebenamtliche C-Stelle“ ausgewiesen, was in etwa einer Halbtagsstelle entspricht.

Mit der Einführung der Worpsweder Orgelmusik und der Gründung eines Fördervereins zur Pflege der Orgel- und Musikkultur in Worpswede wurde die Stelle zu einer hauptamtlichen B-Stelle aufgestockt, weil mit der Organisation der Konzerte ein erheblicher gestiegener Arbeitsaufwand einherging. Die Finanzierung dieser Differenz, die nach Berechnungen des Förderkreises aus dem Vorjahr rund 16.000 Euro jährlich ausmacht, wurde aus verschiedenen Töpfen bezahlt. Die Gemeinde selber und ihre Stiftung steuerten zusammen 5000 Euro bei, dieselbe Summe brachten die Mitgliedsbeiträge des Fördervereins ein. Der Rest wurde aus Rücklagen, Kollekten, Spenden und Fördermitteln bezahlt. Aktuell hat der Förderverein einen Antrag an die Albert-Reiners-Kommission gestellt, um dort 2000 Euro Unterstützung zu erhalten. Die Kommission entscheidet an diesem Montag, 26. April, ab 19 Uhr in öffentlicher Sitzung im Rathaus darüber. Im vorliegenden Antrag ist laut Ratsinformationssystem allerdings die veränderte personelle Situation nicht berücksichtigt.

Auch der Orgel-Förderverein will sich nicht zur Personalie Suter äußern. Ulrike Dehning ist dort stellvertretende Vorsitzende. Sie versichert aber, dass das Finanzierungsmodell trotz eines gesunkenen Anteils der Gemeinde auch weiter funktioniert hätte, zumindest für die zweijährige Laufzeit, die Suters Arbeitsvertrag ursprünglich hatte. Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist nach Angaben der Kirchengemeinde noch nicht rechtskräftig; wie es danach weitergeht, ist ebenfalls offen. Möglicherweise muss die Stelle – in bisheriger oder abgespeckter Ausstattung – erneut ausgeschrieben werden. Bis zur Neubesetzung muss die Gemeinde in ihren Gottesdiensten mit Vertretungslösungen arbeiten, die Orgelmusik bleibt wegen der Corona-Bestimmungen weiter ausgesetzt.

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