Kunst auf der Wiese

Worpsweder präsentieren ihre Werke in der Natur

Ein abwechslungsreicher Spaziergang durch die Landschaft entlang von Kunstwerken - das war die Idee von acht Worpsweder Künstlern, die sich am Wochenende auf der Marcusheide präsentierten.
25.08.2019, 21:23
Lesedauer: 2 Min
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Von Cornelia Hagenah
Worpsweder präsentieren ihre Werke in der Natur

Von links: Jörg Steinbeck, MirsadHerenda, Frank Bergund, Signore Bucci, Christine Huizenga, Peter Klug, Franziska Hofmann, Angelika Sinn und Birte Hölsch

Cornelia Hagenah

Worpswede. Strahlender Sonnenschein, blökende Schafe und neun Künstler, die Ihre Werke mitten auf der Marcusheide in lockerer Anordnung in der Natur präsentieren, boten Worpswedern und Touristen ein ganz besonderes Kunstereignis am Wochenende. Als eine Art Kunstparcours haben die Worpsweder Künstler Frank Bergund, Signore Buccis, Birte Hölscher, Franziska Hofmann, Christine Huizenga, Peter Klug, Angelika Sinn und Jörg Steinbeck zusammen mit dem Bremer Gast Mirsad Herenda ihre Gemälde, Siebdrucke, Skulpturen und Installationen aus dem Atelier ins Freie befördert, um sie der Öffentlichkeit in ungezwungener Atmosphäre zu präsentieren.

Jenseits vom Trubel auf der Bergstraße, die nur ein paar Meter von der Marcusheide entfernt liegt, flanieren an diesen beiden Tagen zahlreiche Kunstsinnige über die Wiese. Kein Verkehrslärm ist zu hören, dafür wird die Natur zum besonderen Ausstellungsort. Während die Schafe die Heide entkusseln, haben die Künstler ihre Werke auf der daneben befindlichen Wiese positioniert. Mal stehen die Kunstwerke auf Staffeleien auf dem Rasen, mal hängen sie an Bäumen, mal sind sie ein wenig in der angrenzenden Hecke versteckt. Der Besucher ist eingeladen, mit allen Sinnen die Kunst zu erleben, zu schauen und Fragen zu stellen. Die Landschaft wird zum weitläufigen Ausstellungsort und lädt die zahlreichen Interessierten zum genauen Hinschauen ein oder lockt sie auch mal unter einen Baum, um der Text-Sound-Installation von Angelika Sinn zu lauschen. Die Ruhe in der Natur, das sinnliche Erlebnis der Kunst in der Landschaft gibt der zweitägigen Ausstellung einen besonderen Charakter.

Die Idee zu dieser Kunstausstellung auf der Wiese hatte Jörg Steinbeck im Frühjahr dieses Jahres, zusammen mit Signore Bucci suchte er Gleichgesinnte. Schnell fanden sich die acht Worpsweder zusammen, trafen sich regelmäßig und einigen sich auf den ungewöhnlichen Ausstellungsort. „Wir wollen uns vom Kommerz lösen und den Staub aus Worpswede kehren“, sagt Steinbeck programmatisch. Er ist wie alle anderen Künstler die zwei Tage vor Ort und genießt die Schau sichtlich. Allen geht es darum, neue Wege zu gehen, selber aktiv zu sein. „Und es geht um das Draußen“, ergänzt Peter Klug, der mit seinen Gemälden und Objekten vertreten ist.

Anders als bei der Open-Air Galerie auf der Bergstraße oder den jährlich stattfindenden Offenen Ateliers, möchten die Worpsweder Künstler ihre Kunst in der Natur zeigen, jenseits der Galerieräume. Wie eine Kunstausstellung auch ohne großes Budget, aber dafür mit Ideenreichtum gut umzusetzen ist, zeigt die Freilichtausstellung allemal. Jeder Künstler hat aktuelle Arbeiten frei gewählt, sodass sich ein abwechslungsreicher Spaziergang durch die Landschaft entlang der Kunstwerke ergibt. Immer wieder erklären die Künstler den kunstinteressierten Gästen ihre Arbeitsweise, stehen für Fragen bereit oder setzen sich auf die mitgebrachten Stühle und Bänke, um in lockerer Runde miteinander ins Gespräch zu kommen.

Surrealistische Arbeiten, Materialbilder aus Fundstücken und Müll des Alltags, Siebdrucke, gemalte Landschaftsassoziationen, Installationen oder Metallskulpturen machen die unterschiedlichen künstlerischen Sichtweisen zu einem sinnlichen und spannenden Erlebnis für Jung und Alt. So sagt eine Besucherin enthusiastisch: „Das ist absolut bereichernd für den Ort.“ Auch die Künstler sind von ihrer gelungenen Veranstaltung in der Natur begeistert und so verrät Angelika Sinn schon mal: „Wir werden weitere Ausstellungen in der Landschaft planen“. Nur auf eines sei man angewiesen: Regnen darf es an diesen Tagen nicht.

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