Hagener Samtgemeinderat verabschiedet einstimmig Resolution gegen Zwischenlager-Pläne auf dem Gelände des Kernkraftwerks Kleinensiel Gemeinden auf der rechten Weserseite nicht gefragt

Die Betreiberfirma Eon des stillgelegten Kernkraftwerkes Unterweser (KKU) hat mit ihrem Abriss-Antrag gleichzeitig den Antrag für den Bau weiterer Zwischenlager für schwach- und mittel-radioaktiv belastetes Material gestellt. Dem stellt sich der Hagener Samtgemeinderat entgegen.
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Von Luise Bär

Die Betreiberfirma Eon des stillgelegten Kernkraftwerkes Unterweser (KKU) hat mit ihrem Abriss-Antrag gleichzeitig den Antrag für den Bau weiterer Zwischenlager für schwach- und mittel-radioaktiv belastetes Material gestellt. Dem stellt sich der Hagener Samtgemeinderat entgegen.

„Hände weg von Zwischenlagerplänen im KKU“, fordert die Samtgemeinde Hagen die Umweltministerien von n Land und Bund in einer Resolution auf, die einstimmig im Hagener Samtgemeinderat verabschiedet wurde. Es sei nicht absehbar, ob es in überschaubarer Zeit ein Endlager für atomaren Müll in Deutschland geben werde, aus Zwischenlagern könnten inoffizielle Endlager werden, heißt es in der Resolution.

„Schnee von gestern“, nannte der SPD/Grünen-Sprecher Leo Mahler (SPD) den im Juni von der Gruppe eingereichten Antrag aus heutiger Sicht. Mittlerweile habe das Scooping-Verfahren in Hannover stattgefunden, in dem das Land Niedersachsen die anliegenden Gemeinden zu einer fachlichen Stellungnahme aufgefordert habe. Allerdings sei keine Gemeinde beziehungsweise Stadt auf der rechten Weserseite beteiligt worden.

Mittlerweile habe die Samtgemeinde die Aufforderung bekommen, eine Stellungnahme abzugeben, teilte Samtgemeindebürgermeisterin Susanne Puvogel (SPD) mit. Es sei eine Fristverlängerung beantragt worden, die Stellungnahme solle mit der Gemeinde Loxstedt abgestimmt werden. Grundlage dazu soll die im Rathaus vorliegende Stellungnahme der Stadt Bremerhaven sein. Darin heißt es unter anderem, dass die Stadt es fragwürdig finde, dass Beratungsunterlagen im Auftrag der Antragstellerin Eon erarbeitet wurden. Bremerhaven erwartet den Einsatz unabhängiger Fachgutachter. Weiter wird eine verstärkte Suche nach einem Endlager gefordert, weil eine längerfristige Zwischenlagerung „mit Sorge betrachtet“ werde. Ebenso sorgt sie sich, dass für die Lagerung nicht genügend Castor-Behälter zur Verfügung stehen. Die Seestadt weist darauf hin, dass atomare Zwischenlager vor Hochwasser oder terroristische Angriffe abgesichert werden müsse.

CDU-Fraktionsvorsitzender Udo Allmers ergänzte die Zustimmung seiner Fraktion für die Resolution: „Ich bin heilfroh, dass Dekonta nicht gekommen ist, sonst hätten wir heute Schwierigkeiten“. Im Frühsommer 2008 hatte der Sandstedter Gemeinderat sich mit starker Unterstützung der Verwaltung für die Ansiedlung einer „atomaren Wäscherei“ der Eon-Tochterfirma Dekonta ausgesprochen, nachdem diese weder auf der linken Weserseite noch in Loxstedt einen Standort finden konnte.

Als „harmlos“, hatte Puvogel seinerzeit die Anlage bezeichnet, in der leicht kontaminierte Kleidung und Gegenstände „gereinigt“ werden sollten. Von vielen Arbeitsplätzen und hohen Gewerbesteuern war die Rede. Viele Bürger sahen die atomare Reinigungsanlage als Vorstufe zu einem späteren Zwischenlager an. Es bildete sich starker Bürgerprotest, angeführt von der Bürgerinitiative (BI) Gegen-Dekonta, aus der später die BI M.U.T hervorging, die sich zur Zeit gegen die aktuellen Deponiepläne in Driftsethe stark macht. Die Firma Dekonta sagte der Gemeinde Sandstedt ab, der genaue Grund wurde nie bekannt.

Eon rechnet damit, dass die Abbruchgenehmigung für das KKU im Jahre 2015 vorliegt, bis 2028 soll es dann abgebaut sein. Allein 172000 Tonnen (unbelasteter) Bauschutt müssen entsorgt werden. Ein weiterer Bauschutt-Anteil könne dekontamiert und wieder verwertet werden, sagt Eon.

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