Damit allen ein Stern leuchtet

Geschenk-Aktion für Bedürftige in Grasberg

Am ersten Advent startet in Grasberg eine Weihnachtsgeschenke-Aktion zugunsten bedürftiger Kinder und Senioren. Das örtliche Bündnis für Familien möchte damit Wünsche erfüllen.
25.11.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Sabine von der Decken
Geschenk-Aktion für Bedürftige in Grasberg

Evelin Meyer, Mechthild Schröter, Andrea Segelken, Kerstin Tönjes und Bianca Sonneborn (von links) wollen mit der Weihnachtsstern- Aktion auch in diesem Jahr Weihnachtswünsche von bedürftigen Kindern und Senioren erfüllen.

Sabine von der Decken

Der Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen hat wiederholt vor Armut und insbesondere Altersarmut gewarnt und sieht sich bestätigt. Die Zahl der Grundsicherungsempfänger im Alter und bei Erwerbsminderung sei in Niedersachsen von 2012 zu 2013 um weitere sechs Prozent auf mehr als 100 000 Personen gestiegen, so der Verband. Das Grasberger Bündnis für Familien reagiert auf diese besorgniserregende Entwicklung.

Kinder- und Seniorenarmut gibt es auch in der Gemeinde Grasberg. Mit der Weihnachtsstern-Aktion werden in diesem Jahr wieder Kindern und Senioren, die Sozialhilfe erhalten oder deren Rente für den eigenen Lebensunterhalt nicht ausreicht, vom Bündnis „Familienfreundliches Grasberg“ die Weihnachtswünsche erfüllt.

Um die Wünsche zu erfahren, hat der sozialverband im Vorfeld etliche Wunschzettel und Sterne per Post verschickt. Wie in den vergangenen Jahren erhielten mehr als 100 Kinder, die von Hartz IV leben müssen, je einen Stern. Auf der Rückseite konnten sie ihren Herzenswunsch im Wert von 30 Euro notieren. Senioren erhielten statt eines Sterns einen Fragebogen, auf dem sie Wünsche eintragen konnten, zusammen mit einem frankierten Rückumschlag.

Senioren erhalten Post

Die Weihnachtsstern-Aktion, sowohl für Kinder wie auch für Senioren, laufe absolut anonym ab, versichert Grasbergs Gleichstellungsbeauftragte Evelin Meyer. „Wir haben uns sehr gefreut, dass die Weihnachtsstern-Aktion von den Senioren im vergangenen Jahr so gut angenommen wurde“, betont sie. Die Befürchtung, dass auf das Angebot wenig bis keine Resonanz erfolgen würde, bestätigte sich nicht. Auch in diesem Jahr erhielten wieder 35 Grasberger Senioren Post vom Bündnis. Es sei nicht so einfach, bedürftige Senioren ausfindig zu machen, da nicht jeder Berechtigte auch Sozialhilfeleistungen beantrage.

Das Lokale Bündnis für Familien will mit dieser Aktion die Arbeit der Generation würdigen, „die nicht unmaßgeblich am heutigen Wohlstand mitgewirkt hat“. Herzenswünsche, deren Erfüllung über Sozialhilfe oder Rente nicht möglich seien, wie Evelin Meyer und Diakonin Kerstin Tönjes betonen. Für die Erfüllung sämtlicher Weihnachtswünsche von Kindern und Senioren benötigt das Bündnis auch in diesem Jahr wieder Unterstützung – auch in Form von Geldspenden. Sollten mehr Spenden als benötigt eingehen, kommt der Überschuss dem Bildungsfonds für Kinder „Mäuse für Schlaumäuse“ zugute.

Am ersten Advent am kommenden Sonntag wollen die Konfirmanden der evangelischen Kirchengemeinde während des Gottesdienstes die Weihnachtsstern-Aktion eröffnen. Die mit Kinderwünschen beschrifteten und am Weihnachtsbaum hängenden Sterne dürfen dann von hilfsbereiten Grasbergerinnen und Grasbergern gepflückt und die darauf notierten Wünsche erfüllt werden.

Wunschbaum im Gemeindehaus

Von Montag bis Freitag, 1. bis 5. Dezember, steht der mit vielen bunten Wunschsternen gespickte Weihnachtsbaum im Grasberger Rathaus bereit, um geplündert zu werden. Für die Dauer des Weihnachtsmarkts am 5. und 6. Dezember steht der Wunschbaum im Gemeindehaus der Kirche.

Bis zum 15. Dezember sollten die weihnachtlich verpackten Geschenke für die Kinder im Rathaus abgegeben sein, damit die Pakete die Beschenkten rechtzeitig zu Weihnachten erreichen. „Die Wünsche werden in jedem Fall vor Weihnachten erfüllt“, sichert das achtköpfige „Weihnachtsstern-Team“ um Evelin Meyer und Diakonin Kerstin Tönjes zu. Bei größeren Wünschen gibt es von den „Grasberger Engeln“ einen Gutschein, den die Eltern zu Erfüllung etwas aufstocken müssen.

Besonders erfreut ist das Team über das rege Interesse an der Weihnachtsstern-Aktion in den Grasberger Nachbargemeinden. Wer spenden möchte, kann sich unter der Telefonnummer 0 42 08 / 39 66 an die Gleichstellungsbeauftragte wenden. Auskünfte auch bei Kerstin Tönjes unter dem Anschluss 0 42 08 / 35 08.

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