Verordnung geändert

Neue Regeln für Kontaktpersonen

Wer bereits vollen Impfschutz erhalten oder eine Covid-19-Erkrankung überstanden hat, muss als Kontaktperson zu einem positiven Corona-Fall neuerdings nicht mehr automatisch in eine zweiwöchige Quarantäne.
10.04.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Neue Regeln für Kontaktpersonen
Von Bernhard Komesker
Neue Regeln für Kontaktpersonen

Nach längeren Zusammenkünften mit nur wenig Abstand können auch Masken-Träger als Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt werden, wenn der Raum schlecht gelüftet war.

Frank Rumpenhorst

Landkreis Osterholz. Kontaktpersonen von Corona-Infizierten müssen neuerdings nicht mehr in Quarantäne, sofern sie selbst eine Covid-19-Erkrankung hinter sich oder aber den vollständigen Impfschutz erhalten haben. Auf diese Lockerung weist der Landkreis Osterholz in einer Pressemitteilung hin. Das Gesundheitsamt folgt damit den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI), die aber an je eine Bedingung geknüpft sind: Seit der Zweitimpfung müssen mehr als zwei Wochen vergangen sein oder die Erkrankung darf nicht länger als sechs Monate zurück liegen. Nach Einschätzung der RKI-Experten ist das Risiko in diesen Fällen minimal, dass die Kontaktperson sich anstecken oder das Virus weiterverbreiten könnte.

Laut geänderter Quarantäneverordnung wird nun nicht mehr zwischen Kontaktpersonen verschiedener Kategorien unterschieden. Das Gesundheitsamt ermittelt bei der Nachverfolgung, wie nah oder lang der jeweilige Kontakt zu einem positiven Corona-Fall war. Am Freitag befanden sich kreisweit 95 Infizierte und 411 Kontaktpersonen in Quarantäne. Als enge Kontaktperson (bisher Kategorie 1) muss nun jemand in folgenden Fällen in eine mindestens zweiwöchige Quarantäne: wenn enger körperlicher Kontakt bestand oder ein Kontakt ohne Mindestabstand und Maske über mindestens zehn Minuten stattgefunden hat.

Mehr als zehnminütige Kontakte in engen, schlecht gelüfteten Innenräumen mit hoher Aerosolkonzentration führen ebenfalls zu einer Anordnung. Dies gilt auch, wenn alle Beteiligten etwa bei Besprechungen eine medizinische Mund-Nasen-Bedeckung getragen haben. „Bei notwendigen Zusammenkünften sollte daher unbedingt auf eine ausreichende und regelmäßige Lüftung und Abstand geachtet werden“, so die Verwaltung. Ein Fenster „auf Kipp“ - auch auf Dauer - reiche nicht aus. Enge Kontaktpersonen erhalten wie bisher einen amtlichen Quarantäne-Bescheid und zugleich das Angebot, sich einem Antigen-Test zu unterziehen.

Mit kostenlosen Laien-Schnelltests soll unterdessen am Montag die Schule wieder losgehen. Das Land hatte am 17. März die ersten Testkits an die Schulen schicken wollen, doch das hatte in vielen Fällen nicht mehr rechtzeitig vor den Ferien geklappt. Inzwischen müssen sich die Schüler nun zwei mal pro Woche vor Unterrichtsbeginn zu Hause testen, bevor sie zur Schule gehen. Am Gymnasium Osterholz-Scharmbeck war bis Freitagmittag jedoch erst die Hälfte der eigentlich benötigten Menge eingetroffen. Die Schule befindet sich im tageweisen Wechselmodell nach Szenario B und ermöglicht ihren Schülern an diesem Sonnabend und Montag die Abholung der Tests.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+