Rohstoff-Abbau nur noch im Rahmen eines regionalen Konzepts möglich / Wölbern (SPD): Ohne den Kreistag geht gar nichts

Gnarrenburg als Modellregion für den Torferhalt eingestuft

Landkreis Rotenburg (es). Das Land Niedersachsen hat Gnarrenburg als Modellregion für den Torferhalt eingestuft – nachzulesen in dem jetzt vorgelegten, überarbeiteten Entwurf des neuen Landes-Raumordnungsprogramms (LROP). „Auf dieser Basis können alle Seiten gut arbeiten“, teilt Bernd Wölbern, SPD-Fraktions-Chef im Rotenburger Kreistag, mit.
16.11.2015, 00:00
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Von Johannes Heeg

Das Land Niedersachsen hat Gnarrenburg als Modellregion für den Torferhalt eingestuft – nachzulesen in dem jetzt vorgelegten, überarbeiteten Entwurf des neuen Landes-Raumordnungsprogramms (LROP). „Auf dieser Basis können alle Seiten gut arbeiten“, teilt Bernd Wölbern, SPD-Fraktions-Chef im Rotenburger Kreistag, mit. Der Diplom-Biologe stellt fest: In Gnarrenburg dürfe, wenn überhaupt, nur noch im Rahmen eines regionalen Konzepts Torfabbau stattfinden.

„Dieses Regionale Konzept ist schlussendlich im Kreistag zu beschließen“, so Wölbern. Damit liege aber auch ein Mehr an Verantwortung bei den kommunalen Gremien, „weil die Entscheidungen nicht mehr irgendwo da oben, sondern vor Ort getroffen werden“, betont Wölbern. Die Ausweisung als Vorranggebiet für Rohstoffgewinnung (Torf) für große Teile des Gnarrenburger Moorgebietes werde durch die Einstufung als Vorranggebiet für Torferhalt ersetzt. In diesem Bereichen sei grundsätzlich kein Torfabbau mehr möglich.

Wie Wölbern weiter mitteilt, habe das Landwirtschaftsministerium bestätigt, dass die landwirtschaftliche Nutzung erlaubt bleibe. Eine der guten fachlichen Praxis entsprechende landwirtschaftliche und erwerbsgärtnerische Nutzung sowie eine der ordnungsgemäßen Forstwirtschaft entsprechende Nutzung von entwässerten Moorböden, die die Torfzehrung nicht wesentlich beschleunige, stehe dem raumordnerischen Vorrang Torferhaltung nicht entgegen, so das Ministerium.

Bernd Wölbern begrüßt besonders, dass in den Vorranggebieten Torferhaltung und Moorentwicklung nachhaltige, klimaschonende Nutzungen und Bewirtschaftungsweisen, insbesondere in der Landwirtschaft gefördert werden sollen. „So wird das ewige Gegeneinander endlich aufgebrochen und die Landwirtschaft zur Unterstützung der Kohlenstoff-Bindungsfunktion des Moores angehalten. Mit entsprechenden Fördermitteln rechnet sich das dann hoffentlich auch.“

Zur Rolle des Landkreises sagt Wölbern: „Es ist dem Landkreis ausdrücklich ermöglicht, die Flächen zu korrigieren oder zu erweitern. Denn laut Landwirtschaftsminister Meyer können die Träger der Regionalplanung in den Regionalen Raumordnungsprogrammen weitere Vorranggebiete Torferhaltung festlegen.

Wie von den Beteiligten vor Ort gefordert, sei die weitere Entwicklung weitgehend in die Hand der Kommunalpolitik gelegt worden. Innerhalb des Vorranggebiete Torferhaltung im Gnarrenburger Moor sei auf Basis eines vom Land zu genehmigenden Integrierten Gebietsentwicklungskonzepts ein Torfabbau zulässig, sofern dieser einen untergeordneten Teil des Vorranggebietes einnimmt und wenn eine räumliche Festlegung der Flächen, auf denen Torfabbau möglich sein soll, im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) erfolgt ist. „Ohne den Kreistag geht gar nichts“, sagt Wölbern.

Zu den Interessenskonflikten zwischen Torfabbau, Landwirtschaft und Torferhaltung im Gnarrenburger Moor meint der Sozialdemokrat: „Da gibt es harte Konfliktlinien. Und die sind nur aufzulösen, wenn alle sich bewegen. Wer nur auf seinem Standpunkt beharrt, trägt nicht zur Lösung bei.“

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