Schüler des elften Jahrgangs bringen Michael Endes Stück „Momo“ auf die Bühne der Riesschule Graue Herren jagen der Zeit hinterher

Ritterhude. Neben den Geschichten von Astrid Lindgren sind es Michael Endes Bücher, die in den 1970er- und frühen 80er-Jahren eine ganze Generation geprägt haben dürften. Figuren wie Pippi Langstrumpf, Ronja Räubertochter oder auch Momo kannte jedes Kind.
20.05.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Pfeiff

Ritterhude. Neben den Geschichten von Astrid Lindgren sind es Michael Endes Bücher, die in den 1970er- und frühen 80er-Jahren eine ganze Generation geprägt haben dürften. Figuren wie Pippi Langstrumpf, Ronja Räubertochter oder auch Momo kannte jedes Kind. Mittlerweile scheint die Popularität dieser Bücher abzunehmen: „Die meisten von uns kannten ,Momo' vorher nur als Zeichentrickserie“, gesteht Aliyah Bouiyoaran. Nun schlüpft die Schülerin des elften Jahrgangs am Ritterhuder Gymnasium im Wechsel mit ihrer Mitschülerin Leonie Jozef in der kommenden Woche selbst in die Rolle der „Momo“. Die beiden Schülerinnen schlüpfen damit in die Fußstapfen der Schauspielerin Radost Bokel, für die mit der Verfilmung von Momo 1986 ihre Film- und Fernsehkarriere begann.

Dreimal wird der Kurs Darstellendes Spiel in der kommenden Woche die Geschichte von Momo, ihren Freunden, Meister Hora und den grauen Herren von der Zeitsparkasse in der Aula der Riesschule unter der Leitung Birgit von Weihe aufführen. Die Entscheidung, dieses Stück von Michael Ende auf die Bühne zu bringen, wurde vom gesamten Kurs gefällt. „Der Lehrplan gibt die Realisierung eines Kinderstücks vor“, erklärt von Weihe. Sie hatte „Momo“ bereits 2007 mit einem anderen Kurs Darstellendes Spiel in der Riesschule in Ritterhude aufgeführt.

„Nachdem wir uns anfänglich nicht auf ein Stück einigen konnten, erinnerte sich eine der Schülerin an die Aufführung von damals, die sie als Zuschauerin gesehen hatte. Den Vorschlag, doch noch einmal 'Momo' umzusetzen, habe ich natürlich gern angenommen“, sagt von Weihe. Schließlich habe die Geschichte, in der Michael Ende den neoliberalen Zeitoptimierungswahn bereits im Jahr 1973 ebenso drastisch wie subtil anmahnte, bis heute nichts an thematischer Aktualität eingebüßt. Außerdem sei die Geschichte nach wie vor für Kinder ebenso interessant wie für Erwachsene, findet Birgit von Weihe.

Für die Wahl des Michael-Ende-Stoffs habe ebenfalls die große Anzahl von Figuren gesprochen. Das sei der Kursgröße von insgesamt 22 Teilnehmern entgegengekommen, so von Weihe. Für jeden Schüler sprang trotzdem keine eigene Rolle heraus. So wurde manch tragende Rolle wie beispielsweise die der Hauptfigur doppelt besetzt, damit sich alle Kursteilnehmer im Verlauf der drei Aufführungen mindestens einmal auf der Bühne bewähren können.

Unterstützt werden die Elftklässler dabei von einer ebenfalls von Birgit von Weihe geleiteten Theater-AG des Schulzentrums Moormannskamp. Die jüngeren Schüler werden bei den Aufführungen in die Rollen von Momos kindlichen Spielgefährten schlüpfen.

„Entscheidet selbst, wer von Euch noch einmal proben will“, instruiert von Weihe das versammelte Darstellerkollektiv vor den Hauptproben in der Aula. Die Kulissen der Geschichte wie beispielsweise das Amphitheater, in dem das wundersame kleine Mädchen aus Michael Endes Erzählung haust, werden dabei mittels Beamer hinter die handelnden Akteure projiziert. Als Vorlage für die Inszenierung dient den Schülern die Romanverfilmung aus dem Jahr 1986. Seit Schuljahresbeginn arbeiten die jungen Darsteller wöchentlich zwei Stunden an der Bühnenumsetzung. Diese wird in der kommenden Woche drei Mal auf der Bühne der Riesschule zu sehen sein.

Während der Besuch, der am Dienstag und Mittwoch, 23. und 24. Mai, jeweils um 12 Uhr beginnenden Aufführungen, vor allem den Grundschulen vorbehalten ist, wird die interessierte Öffentlichkeit zum Besuch der abendlichen Aufführung am Mittwoch, 24. Mai, ab 19 Uhr eingeladen. Der Eintritt zu der Aufführung ist frei, um eine Spende für die Theaterarbeit an der Riesschule wird jedoch gebeten, teilt von Weihe mit.

„Der Lehrplan gibt die Realisierung eines Kinderstücks vor.“ Birgit von Weihe, Kursleitung
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