Stadtverband unterstützt Trassengegner

Grüne bekräftigen Nein zur "B 74 neu"

Flüchtlingshilfe, frühkindliche Bildung und Schulbaumaßnahmen standen bei den Grünen in Osterholz-Scharmbeck auf der Agenda. Dazu die "B 74 neu". Die Grünen bekräftigten ihr Nein zur Ritterhuder Umgehung.
12.03.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Ilse Okken
Grüne bekräftigen Nein zur "B 74 neu"

Kein grünes Licht für die Umlegung der B 74: Die Osterholz-Scharmbecker Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen wollen die Bürgerinitiative „B 74 Nein Danke“ unterstützen. OKI·

Ilse Okken, oki

Flüchtlingshilfe, Umgehungsstraße „B 74 neu“, frühkindliche Bildung und die geplanten Baumaßnahmen an der IGS – das waren die Themen, über die die Mitglieder von Bündnis 90 / Die Grünen in Osterholz-Scharmbeck jetzt diskutierten.

Die geplante Verlegung der B 74 in die Hammeniederung findet bei der Partei Bündnis 90/Die Grünen keinen Beifall. Der zu erwartende Nutzen stehe in keinem Verhältnis zum Schaden, der durch diese Verkehrsmaßnahme angerichtet würde, meinen die Mitglieder. Die Kostenrechnung sei blauäugig, die zugrunde liegenden Planungen aus den 80er Jahren ließen die gegenwärtige Bevölkerungsentwicklung außen vor und ein ortsnahes Erholungsgebiet, das die Attraktivität Ritterhudes steigere, drohe zerstört zu werden, so die Argumente der grünen Politiker. Sie plädieren stattdessen für eine Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs. Einstimmig wurde beschlossen, die Ziele und Aktionen der Bürgerinitiative „B74 Nein Danke“ nach Kräften zu unterstützen.

"Angenehm überrascht"

„Angenehm überrascht“ war Brigitte Neuner-Krämer von der Situation in der Übergangswohneinrichtung für Flüchtlinge an der Westerbecker Straße. „Ich hatte den Eindruck, die Menschen fühlen sich dort gut aufgehoben“ schilderte sie ihre Eindrücke, die sie bei einem Besuch der Einrichtung sammelte. Dennoch gebe es Grund zur Besorgnis: Bis zum Sommer seien noch ausreichend Wohnungen für die ankommenden Flüchtlinge vorhanden, aber danach könnte es knapp werden, so die Einschätzung der Stadträtin. Dringend notwendig sei ferner eine zentrale Koordinierungsstelle, die ein tragfähiges Netzwerk für die verschiedenen Hilfsaktionen organisiere, so die Teilnehmer der Runde.

Positiv vermerkten sie, dass die Bevölkerung den Neuankömmlingen mit großer Hilfsbereitschaft und ohne Feindseligkeit begegne. Elke Lies, die als Gast gekommen war, schlug die Einrichtung einer zentralen Verteilstelle für Textilien und Möbel nach Grasberger Vorbild vor. Bei der Aufarbeitung gebrauchter Möbel und der Verteilung von Kleidung könnten die Empfänger beteiligt werden, so ihre Idee, die wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde.

Prekäre Situation

Über die prekäre Situation im Bereich der frühkindlichen Bildung angesichts knapper Kita-Plätze wurde im Zusammenhang mit dem Bericht der Delegierten aus dem Stadtrat kritisch diskutiert. „Wenn man hört, dass 80 Kids ohne Kita-Platz sind, fällt man fast vom Stuhl“, bekannte Sven Daniel. Er berichtete von der Lage in Garlstedt, wo der Spielkreis laut Ratsbeschluss nicht in einen Kindergarten umgewandelt werden soll (wir berichteten). Der Bedarf sei da und den berufstätigen Eltern sei sehr daran gelegen, ihre Kinder auch in den Ferien gut betreut zu wissen. Kirstin Döding wies darauf hin, dass der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz auch durch einen Spielkreis oder eine Tagesmutter abgegolten werden könne.

Eine stärkere Beteiligung des Landkreises (Stichwort: Schullastenausgleich) an den immens hohen und fraglos dringend nötigen Investitionen zur Sanierung der IGS halten die Parteimitglieder außerdem für angebracht. Lebhaft beraten wurde darüber, ob nicht vielleicht eine Übernahme der Trägerschaft für die IGS durch den Landkreis sinnvoll sein könnte.

Mit einem Antrag auf Weiterfinanzierung möchten die Grünen überdies dafür sorgen, dass der Moorexpress erhalten bleibt. Zwecks ideeller Unterstützung der Bahnlinie plant man, beim parteiinternen Sommerfest eine Tour mit dem Moorexpress einzubauen.

Um die Kleingartensiedlung zu unterstützen und aktiven Artenschutz zu betreiben, wurde mit einer Mehrheit von sieben Stimmen überdies beschlossen, eine Parzelle anzumieten. Der „grüne“ Treffpunkt soll auch für gesellige Anlässe genutzt werden.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+