Klimaschutz

Grüne fordern Planungsstopp

Die Osterholzer Kreis-Grünen drängen auf Sofortmaßnahmen für den Klimaschutz. Kommunales Handeln müsse hinsichtlich der Umweltfolgen konsequent überprüft werden, heißt es in einem neuen Positionspapier.
27.09.2019, 15:42
Lesedauer: 2 Min
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Grüne fordern Planungsstopp
Von Bernhard Komesker
Grüne fordern Planungsstopp

Mit Blick auf Klima- und Naturschutz fordern die Kreis-Grünen, die Planungen für eine B74 neu sofort einzustellen.

Peter von Döllen

Landkreis Osterholz. Der Grünen-Kreisverband fordert eine Klimawende für den Landkreis Osterholz. Auf allen Entscheidungsebenen (Kreistag, Stadtrat und Gemeinderäte) müsse kommunales Handeln auf seine ökologischen Folgen hin überprüft werden, schreiben die Vorstandssprecher Wolfgang Goltsche und Brigitte Neuner-Krämer in einem Positionspapier. Maßnahmen, die zu einer erhöhten Beanspruchung und Belastung des Naturraums führen, seien zu unterlassen, heißt es darin. Die Flächennutzung sowie eine Belastung mit Verkehr und Kohlendioxid müsse zurückgefahren beziehungsweise kompensiert werden. „Die Planungen zur B 74 neu sind sofort einzustellen“, fordern Goltsche und Neuner-Krämer und nennen damit den Grund, weshalb sie sich gerade jetzt zu Wort melden.

Wie berichtet, hat die zuständige Landesbehörde damit begonnen, die Planung einer Ortsumgehung für Ritterhude zu konkretisieren. Darüber zeigen sich die Kreis-Grünen „tief entsetzt und frustriert“, desgleichen wegen des Klimapakets der Bundesregierung, das aus ihrer Sicht vollkommen unzureichend sei. Die Bekanntgabe der Maßnahmen und der Straßenplanung falle terminlich zusammen mit den Demonstrationen für mehr Klimaschutz, an denen in Bremen und im Kreisgebiet Zehntausende teilgenommen hätten. Die Proteste hätten „deutlich gemacht, dass die Zeit des Handelns längst überfällig ist“, so die beiden Vorstandssprecher.

„Wir müssen auf allen Ebenen handeln“, heißt es in der Stellungnahme der Kreis-Grünen weiter. Die Lasten dürften nicht allein kommenden Generationen aufgebürdet werden. „Wir müssen sofort Mobilität, Landwirtschaft und Flächenverbrauch radikal anders denken.“ Insofern sei die Planung zu der Umgehungsstraße „vollkommen aus der Zeit gefallen“. Wissenschaftliche Befunde besagten eindeutig, dass mehr Straßen zu mehr Individualverkehr führen. „Das muss dringend verhindert werden.“ Stattdessen solle das Geld lieber in attraktivere Bus- und Bahn-Angebote fließen. Das entlaste die Straßen, reduziere Lärm und Spritverbrauch.

„Am Ende leben wir alle von der Natur und mit ihr“, betonen die Grünen und fügen hinzu: „Wir müssen die Landwirte unbedingt einbinden, um unseren Naturraum zu stärken.“ Die Bauern seien zu helfen bereit, doch die Rahmenbedingungen ließen es meist nicht zu. Zur Verringerung des CO2-Verbrauchs müsse mehr lokal produziert und verbraucht werden, „statt die Lebensmittel aus der ganzen Welt heranzuschaffen und dann auch noch ein Drittel davon in den Müll zu werfen“.

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