Entlastungsstraße Grüne: Kostenexplosion droht

Der Planungsstopp für den Kreisverkehr Niederende ist aus Sicht der Grünen ein warnendes Beispiel für den Bau der B74 neu, die etwas weiter westlich geplant ist. Noch könne man Lehren daraus ziehen.
16.03.2018, 18:24
Lesedauer: 2 Min
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Grüne: Kostenexplosion droht
Von Bernhard Komesker

Landkreis Osterholz. Alarmiert zeigen sich die Bündnisgrünen von der Kostenexplosion beim Kreisverkehr Niederende, die inzwischen zu einem Planungsstopp geführt hat. Wie berichtet, waren bei Baugrund-Untersuchungen bis zu 2,5 Meter dicke Torfschichten unter der Sandschicht und dem Straßenasphalt entdeckt worden. Dadurch wären die Kosten für den Kreiselbau von 600 000 Euro auf das Dreifache angestiegen, sodass die Kreispolitiker das Projekt beerdigten und auf die Installation einer intelligenten Ampel umschwenkten. Wolfgang Goltsche, Sprecher des Grünen-Kreisvorstands, denkt angesichts dieser Entwicklung an die Entlastungsstraße „B74 neu“, die laut Planung gut zwei Kilometer westlich vom Abzweig Niederende verlaufen soll.

Dem Chef der Kreis-Grünen schwant dabei nichts Gutes. Immerhin sei die Annahme nicht ganz abwegig, dass im Verlauf der umstrittenen Trasse ähnlich unliebsame Überraschungen im Untergrund lauern könnten wie an der Einmündung der K 9 in die K8; und das würde dann zu ganz anderen Baukosten führen als bisher im Raume stehen. Die 4,6 Kilometer lange Straße wäre damit aus Sicht der Grünen endgültig ein nicht mehr zu verantwortendes Euro-Grab.

Der Grünen-Vorständler behauptet, die mittlerweile sechs Jahre alte Kostenschätzung von 27,9 Millionen Euro für die „B74 neu“ sei schon 2016 bei der Aufstellung des Bundesverkehrswegeplans 2030 veraltet gewesen. Tatsache ist, die sechs Jahre alte Kostenschätzung belief sich seinerzeit auf 26,9 Millionen Euro, bei der von Goltsche genannten Zahl handelt es sich um eine Hochrechnung für 2014. Bei einer normalen Teuerungsrate ergäbe sich ein Investitionsvolumen von heute bereits rund 31 Millionen Euro, sagt Goltsche. Und er warnt: „Berücksichtigen wir den von uns vermuteten Untergrund, so werden die Investitionskosten eher bei 80 bis 100 Millionen Euro liegen.“ Was folgt daraus? „Es ist unsere Überzeugung, dass das Geld sinnvoller im Bereich Digitalisierung angelegt wäre als in alten und in der Zukunft nur noch wenig gebrauchten Infrastrukturen“, sagt Goltsche. „Wir müssen uns dringend auf die kommenden Veränderungen der Mobilität und die neuen Bedingungen der digitalen Gesellschaft einstellen.“ Sonst verliere die ländliche Region Einwohner, Gewerbe, Attraktivität. An die übrigen Parteien richten die Grünen folgenden Appell: „Wir müssen mit dem uns anvertrauten Steuergeld sorgsam umgehen, egal welche Gliederung die Kosten am Ende trägt.“

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