Empfang in der Stadthalle Heimat mit Heimatzeitung

Über 650 Gäste sind am Mittwoch in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck zusammengekommen: Das OSTERHOLZER KREISBLATT hatte zum Neujahrsempfang eingeladen. Es galt, Kontakte zu pflegen und zu knüpfen.
10.01.2018, 21:59
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Heimat mit Heimatzeitung
Von Bernhard Komesker

Osterholz-Scharmbeck. Beim Neujahrsempfang des OSTERHOLZER KREISBLATT hat Verlagsgeschäftsführerin Angelika Saade am Mittwochabend auf die Bedeutung von Heimat, Zeitung und Heimatzeitung hingewiesen. Heimat bedeute Vertrautheit, Verstehen und Identifikation, sagte Saade vor mehr als 650 geladenen Gästen in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck und fügte hinzu: „Eine Heimatzeitung ist wichtig für den sozialen Zusammenhalt der Bevölkerung.“ Sie sei ebenso wichtig für den Erhalt der Demokratie. „Mit dem WESER-KURIER und dem OSTERHOLZER KREISBLATT bieten wir ihnen an, alle Einwohner zu verbinden.“

Zum 14. Mal hatten die Zeitungsmacher dazu eingeladen, bestehende Kontakte zu pflegen, neue zu knüpfen und auf das neue Jahr anzustoßen. In der festlich dekorierten Stadthalle war wieder der Torfkahn als Wahrzeichen der Region aufgebaut worden. Auf dem Podium in der Mitte sorgte wie schon in den Vorjahren Marcus Seifert am Flügel für musikalische Unterhaltung nach den Ansprachen. Und vor den Ansprachen stand das traditionelle Gäste-Defilee, bei dem jeder Besucher auf dem roten Teppich persönlich mit Handschlag begrüßt wurde.

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Und doch war manches anders in diesem Jahr. Dafür sorgte unter anderem der satirische Jahresrückblick von Schauspieler und Moderator Dirk Böhling. Mit Kurzfilmen auf der Großbildleinwand nahm er das lokale Geschehen des vergangenen Jahres auf die Schippe. „Wie haben investigativ recherchiert und in enger Abstimmung mit der Redaktion des Kreisblatts nachgefragt", kündigte der Bühnenprofi den etwas anderen Jahresrückblick an. Die Szenen widmeten sich mit augenzwinkernd unter anderem ortsunkundigen Schulbusfahrern, verkaufsoffenen Sonntagen und nicht entschärften Unfallschwerpunkten. Auch den neuen Ritterhuder Marktplatz und den momentanen Bauboom bei Krippen und Kindergärten spießte Böhling sehr zum Vergnügen der Gäste ironisch auf.

Applaus gab es auch für Böhlings Geburtstagsständchen anlässlich der 800-Jahr-Feier Worpswedes, die in einigen Monaten ansteht. Der Bremer Entertainer hatte den Text zu einer Sinatra-Melodie stellvertretend für weitere Ortsjubiläen des Jahres wie beispielsweise Scharmbeck (975 Jahre) und Scharmbeckstotel (800 Jahre) verfasst.

Vor Böhlings Auftritt hatte WESER-KURIER-Chefredakteur Moritz Döbler die neue Redaktionsleiterin Antje Borstelmann den Gästen vorgestellt. „Ich schätze an ihr das unbedingte Bekenntnis, die Zeitung im Sinne der Leserinnen und Leser zu führen“, sagte er. Die 56-jährige Journalistin leitet die Osterholzer Redaktion seit dem Jahreswechsel. Zuvor war sie sieben Jahre Chefin der Redaktion der WÜMME-ZEITUNG. Das Team sei hervorragend aufgestellt, um als moderne Heimatzeitung besten Journalismus zu bieten, sagte Döbler. Er dankte Bernhard Komesker, der als kommissarischer Ressortleiter in Osterholz-Scharmbeck eingesprungen war.

Borstelmann sagte, sie freue sich auf die Themen und Facetten des gesellschaftlichen Lebens im Landkreis und in den Gemeinden. Sie erhoffe sich von den Leserinnen und Lesern Wünsche, Anregungen und konstruktive Kritik. Die Türen beim OSTERHOLZER KREISBLATT stünden den Menschen offen.

Saade hob in ihrer Neujahrsrede zunächst die Lebensqualität der Teufelsmoor-Region hervor, weit weg von den Brennpunkten der Welt. Es gebe eine gute Infrastruktur, eine niedrige Arbeitslosenquote und engagierte Bürger. Zugleich aber beobachte sie „neue Entfremdungen und Unzufriedenheit unter den Menschen, die sich nicht mehr wahrgenommen fühlen“. Deren Zukunftsängste machten sie empfänglich für das Gedankengut von Populisten. Aus Verunsicherung und Enttäuschung sei zugleich eine neue Sehnsucht nach Heimat entstanden.

An die Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Verwaltung gerichtet, sagte Saade: „Wir alle hier sind aufgerufen, den neuen Entfremdungen zwischen Stadt und Land, Arm und Reich, Alt und Jung, Alteingessenen und Neubürgern, online und offline zu begegnen.“ Sie sehe eine Verantwortung und Verpflichtung der Empfangsgäste, „unseren Mitmenschen Heimat zu ermöglichen und zu schaffen“. An dieser Stelle komme auch die Heimatzeitung ins Spiel, fuhr die Geschäftsführerin fort.

„Wer seine Heimat mitgestalten will, muss informiert sein über Ereignisse, Veränderungen, Veranstaltungen.“ Und über Familienanzeigen: Wen die Hochzeit oder der Tod seines Nachbarn nicht mehr interessiere, für den sei die Heimat verloren. Die sozialen Medien seien dabei kein Garant für richtige und wahre Informationen. Zeitungen hingegen seien verantwortlich im Sinne des Presserechts. „Wir möchten orientierungsstiftend und sinnstiftend tätig sein“, sagte Saade. Sie ermunterte die Menschen dazu, sich mit Leserzuschriften in öffentliche Debatten einzumischen und Veränderungswünsche vorzutragen.

Bei alledem setze man als moderne Heimatzeitung sehr wohl auf die neuen technischen Möglichkeiten der digitalen Kanäle. Aktuelle Beispiele wie der Wohnhausbrand an der Bördestraße, über den noch während der Löscharbeiten auf www.weser-kurier.de und auf der Facebook-Seite des Kreisblatts informiert worden sei, um Hintergründe tags darauf in gedruckter Form nachzureichen, zeigten: Print und Online können einander ergänzen, statt zu konkurrieren.

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