Tansanier schauen sich in der KGS Tarmstedt um

Heimatgefühle bei den bunten Händen

Vieles, was Aziz Mwalongo und Mashaka Luhamba in den vergangenen Wochen in Deutschland gesehen haben, kam den Männern aus Tansania reichlich fremd vor. An einer Stelle jedoch kamen Heimatgefühle auf: „Asante“ steht auf einem Bild mit bunten Handabdrücken im Eingangsbereich der KGS Tarmstedt.
30.06.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Johannes Heeg
Heimatgefühle bei den bunten Händen

Schulsprecher Mohamed Maulawy, Aziz Mwalongo, die Lehrer Deike Striez und Reinhard Peyk, Mashaka Luhamba und Judy Eule (von links) vom Verein Amani vor einem Bild, mit dem sich Kinder eines Waisendorfs in Tansania für die Unterstützung der KGS bedankten.

Heeg

Vieles, was Aziz Mwalongo und Mashaka Luhamba in den vergangenen zwei Wochen in Deutschland gesehen haben, kam den Männern aus Tansania reichlich fremd bis seltsam vor. An einer Stelle jedoch kamen so etwas wie Heimatgefühle auf: „Asante“ steht in großen Lettern auf einem Bild mit vielen bunten Handabdrücken im Eingangsbereich der KGS Tarmstedt. Asante ist das Suaheli-Wort für Danke. Suahli wird in Ostafrika gesprochen, auch in Tansania.

Bedankt haben sich mit dem farbenfrohen Bild Kinder aus dem Waisendorf Kilolo, das vom Verein Amani unterstützt wird. Dessen norddeutsche Außenstelle sitzt in Vorwerk, im Haus von Judy und Johann-Georg Eule. Sie haben die beiden Männer nach Deutschland und speziell in die Samtgemeinde Tarmstedt eingeladen. Aus zwei Gründen, wie Judy Eule gestern bei einem Rundgang durch die Schule erklärte: „Wir wollen uns bei ihnen für die gute Zusammenarbeit bedanken. Sie gehören zu dem Menschen vor Ort, die unsere Hilfsprojekte umsetzen. Und außerdem möchten wir ihnen erklären, wie wir hier ticken und warum die Deutschen manchmal mit Plänen kommen, die sie in Tansania zuweilen für verrückt halten.“

Große Bäume, kleine Bäume

Mashaka Luhamba, der im Bauamt der Bezirkshauptstadt Iringa arbeitet, nennt dafür ein Beispiel: „Manchmal wollen die Amani-Leute, dass wir an bestimmten Stellen große Bäume pflanzen. Wir pflanzen sonst immer kleine Bäume und geben ihnen Zeit zu wachsen.“ Auch Bauzäune seien in Tansania eher nicht üblich, doch aus Gründen der Arbeitssicherheit durchaus sinnvoll, sagt Aziz Mwalongo. Er ist Bauunternehmer und hat die beiden Amani-Waisendörfer Kilolo und Kitwiru errichtet, in denen gut hundert beziehungsweise 70 Kinder in Familien ähnlichen Gruppen leben. „Die sind so organisiert wie in den SOS-Kinderdörfern“, erläutert Judy Eule.

Dass die beiden Afrikaner gestern in der KGS unterwegs waren, hängt mit den Aktivitäten der Schule in der Entwicklungshilfe zusammen. Die Projektwoche Ende Oktober und der abschließende Tag der offenen Tür standen ganz im Zeichen der Tansania-Hilfe. 16 000 Euro waren durch einen Sponsorenlauf sowie durch Spenden und weitere Aktionen zusammen gekommen. Das Geld ging komplett an Amani. „Unser Verein deckt damit die laufenden Kosten der beiden Kinderdörfer“, so Judy Eule.

Zum Deutschland-Programm von Mwalongo und Luhamba gehörten unter anderem noch der Besuch einer Backsteinfabrik, einer Kläranlage, einer Müllsortier- sowie Müllverbrennungsanlage. Und bei Mercedes in Bremen waren sie: „Only robots“, so der Kommentar von Mashaka Luhamba. Vier Tage waren sie in Berlin, wo sie im Reichstag und in der Philharmonie waren. Gewundert haben sie sich darüber, dass hierzulande riesige Mengen Mais in Biogasanlagen vergoren werden. Unvorstellbar sei dies in ihrer Heimat, wo Mais das Hauptnahrungsmittel sei. Am Sonnabend fliegen sie nach Hause.

Infos zu den Kinderdörfern und Angaben zum Spendenkonto unter www.amani-kinderdorf.de.

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