Neuer Vorstand der Künstlerhäuser Worpswede blickt zuversichtlich nach vorn / Mitgliederzahl ist rapide gestiegen

Hoffen auf eine sichere Zukunft

Worpswede. Die Künstlerhäuser Worpswede schreiben eine wechselvolle Geschichte, die bis zur Einstellung der Künstlerförderung 2010 durch das Land Niedersachsen erfolgreich war. Mit großem Engagement suchte die Vorsitzende des Vereins, Anke Bräuler, danach neue Wege zu beschreiten.
15.10.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Donata Holz

Die Künstlerhäuser Worpswede schreiben eine wechselvolle Geschichte, die bis zur Einstellung der Künstlerförderung 2010 durch das Land Niedersachsen erfolgreich war. Mit großem Engagement suchte die Vorsitzende des Vereins, Anke Bräuler, danach neue Wege zu beschreiten. Nach ihrem Tod im Januar dieses Jahres griff eine Arbeitsgruppe diese Entwicklungen auf, die jetzt zur Wahl eines neuen Vorstands führten. Susanne Weichberger, Thomas Haiss, Hans G. Pawelcik und Wolfgang Baltin wollen sich in Zukunft mit vielfältigen Fragestellungen zu Konzepten und Entwicklungen der Künstlerhäuser beschäftigen.

Die Künstlerhäuser Worpswede und damit der Verein bestehen seit 1971. Ihr Bau der Wohnateliers Vor den Pferdeweiden wurde durch den unermüdlichen Einsatz des Grafikers und Buchgestalters Martin Kausche realisiert. Durch sein großes Engagement etablierten sich die Künstlerhäuser zu einer renommierten Stipendiatenstätte, in der über 20 Jahre bildende Künstler, Schriftsteller und Musiker aus aller Welt zu Gast waren und die örtliche Kunstszene bereicherten.

Land stellte Förderung ein

Nach dem Vorbild der Atelierhäuser wurde 1981 mit Gründung der Barkenhoffstiftung auf dem Barkenhoff eine ähnliche Stipendiatenstätte eingerichtet. Zu einem Zusammenschluss der beiden Einrichtungen und damit zu einer gemeinsamen künstlerischen Leitung kam es 1997.

Damit entstand in Worpswede eine der größten Stipendiatenstätten Europas, die vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen zum überwiegenden Teil gefördert wurde. Als das Land Niedersachsen die Förderung einstellte, gelang es trotz großer Bemühungen nicht, an diese Art der Förderung wieder anzuschließen. Dennoch gab der Atelierhausverein, der nach Martin Kausche unter der Leitung von Anke Bräuler stand, nicht auf.

Neue Konzepte wurden entwickelt, und schließlich kam es zu einem neuen Ansatz: Auf Initiative des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur mit den Künstlerhäusern, der Gemeinde Worpswede und dem Landkreis Osterholz wurde das Projekt „Neue Landschaften“ entwickelt. Unter diesem Titel findet seitdem ein Austausch in Workshops und Symposien mit verschiedenen Kunsthochschulen in den Ateliers statt.

Zudem gehen einzelne Gruppen der Akademien eigenen Arbeiten nach. Realisiert und koordiniert werden diese Projekte durch den künstlerischen Leiter Tim Voss. Neben diesen Aktivitäten bieten die Atelierhäuser auch Raum für einzelne Künstler, die ein Stipendium des Landes Niedersachsen erhalten.

Der neu gewählte Vorstand nun setzt auf die jungen Künstler: Nur durch die Anwesenheit junger Künstler könne Worpswede neue Impulse schöpfen und eine immer wieder neue künstlerische Zukunft bewahren.

Stärker im Ort verankern

Die frisch gewählten Vorstandsmitglieder möchten sich als Gruppe verstanden wissen, die sich im Sinne eines Kollektivs mit den vielfältigen Fragestellungen rund um die Konzeption der Künstlerhäuser beschäftigt. Dabei will sich das Team zunächst auf verschiedene Themenkomplexe konzentrieren. Eine wichtige Aufgabe liege darin, in Zusammenarbeit mit Tim Voss die Künstlerhäuser wieder vermehrt im Ort zu verankern und ihnen eine neue Präsenz in der Öffentlichkeit zu geben.

Gleichzeitig müsse die Betriebsfähigkeit der Künstlerhäuser gewahrt und weiter entwickelt werden. Ziel dabei ist es auch, neue Mitglieder und Unterstützer zu finden. So formulieren es Thomas Haiss, Hans G. Pawelcik und Susanne Weichberger für den Vorstand.

Dieser wird von einer Arbeitsgruppe, die aus der Worpsweder Kulturbeauftragten Klaudia Krohn, Professor Hans Ganten und Narciss Göbbel besteht, begleitet. Dies, und eine bemerkenswert rapid steigende Mitgliederzahl des Vereins, darin ist sich der neue Vorstand einig, lasse auf eine sichere Zukunft der Künstlerhäuser und ihrer Entwicklung blicken.

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